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Schlaf

Der Schlaf fasziniert seit Jahrtausenden den Menschen. In der Mythologie und Religion und Kultur finden sich viele Ansätze, um das Geheimnis des Schlafes und seine Bedeutung für den Menschen zu erklären. Auch in der Kultur (z.B. Literatur, Film) wird das Mysterium Schlaf aufgearbeitet.
Die moderne Schlafforschung hat ergeben, dass der Schlaf nicht nur in wiederkehrenden Phasen verläuft, sondern sich auch mittels Hirnstrommessung in verschiedene Schlafstadien einteilen lässt. Trotz aller wissenschaftlicher Erkenntnisse hat der Mensch noch nicht seine Urängste, die mit dem Phänomen "Schlaf" einhergehen, überwunden und der Schlaf bleibt daher weiterhin geheimnisvoll.

Schlaf-Wach-Rhythmus
Schlafzustände wechseln sich periodisch mit Wachzuständen ab. Die Schlaf- und Wachzustände werden durch mehrere Stoffe im Blut zusammen mit der Aktivierung verschiedener Nervenbahnen ausgelöst. Die Steuerung unserer Schlaf-Wach-Rhythmik befindet sich in einem kleinen Bereich des Mittelhirns, dem sogenannten Hypothalamus, und dem unteren Stammhirn.

Der Schlaf-Wach-Rhythmus und die anderen biologischen Rhythmen laufen unter gleichbleibenden Umweltbedingungen weiter: Dieses Phänomen, das als innerer (endogener) Rhythmus bezeichnet wird, unterliegt einer angeborenen physiologischen Uhr (inneren Uhr).
Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die physiologische Uhr des menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus keine 24-Stunden-Periode hat, sondern 25 Stunden dauert. Hierfür muss nur die tagesperiodische Rhythmik aufgehoben werden, indem z.B. die Versuchsperson mehrere Tage in einem künstlich beleuchteten Raum ohne Tageslicht lebt.
Demnach wird der Schlaf-Wach-Rhythmus zu den zirkadianen (lat. circa = ringsum, ungefähr, lat. dies = einen Tag) biologischen Rhythmen gezählt.

Körperliche Veränderung im Schlaf
Während des normalen gesunden Schlafes treten auch regelmäßige Veränderungen auf von:

  • Blutdruck,

  • Atemfrequenz,

  • Körpertemperatur,

  • Muskelspannung und

  • Erektionszustand des Penis beim Mann.


Schlafzyklus

Der Schlafzyklus
Der Schlaf läuft nicht gleichförmig über 6 bis 8 Stunden ab, sondern kann in mehrere, immer wiederkehrende Phasen von "Leichtschlaf- Tiefschlaf- Traumschlaf- Leichtschlaf- Tiefschlaf- Traumschlaf ..." unterteilt werden. Eine solche Phase (Leichtschlaf - Tiefschlaf - Traumschlaf) dauert in der Regel 90 Minuten und wiederholt sich 4 bis 5 mal in einer Nacht.
Die Weisheit "Der Schlaf vor Mitternacht ist der erholsamste" hat ihre wissenschaftliche Basis:

  • Tiefschlaf
    herrscht in der ersten Nachthälfte vor.

  • Traumschlaf
    Nach dem Tiefschlaf nimmt der Traumschlafanteil zu. Deswegen kann man sich oftmals besser an seine Träume erinnern, wenn man frühmorgens aus dem Schlaf gerissen wird, als wenn man spät abends noch einmal aufwacht.

Die Länge der Schlafphasen
Die Länge des Traumschlafes ändert sich im Laufe des Lebens. Während das Neugeborene in mehr als der Hälfte seiner Schlafzeit träumt, sinkt beim Erwachsenen der Traumschlaf auf 20 bis 25% innerhalb der gesamten Schlafdauer.
Auch der Tiefschlafanteil verkürzt sich mit zunehmendem Alter. Bei einem jungen Menschen macht er ungefähr ein Fünftel der Schlafzeit aus, bei einem 60-Jährigen liegt er nur noch bei ca. 5%, und beim noch älteren Menschen bleibt er manchmal völlig aus.


Schlafstadien

In verschiedene Schlafstadien lässt sich der Schlaf anhand unterschiedlichen Hirnstromwellen einteilen. Um auch den Traumschlaf und die Wachzustände besser abgrenzen zu können, werden zusätzlich die Augenbewegungen und die Muskelspannung mittels Elektroden gemessen. Insgesamt lassen sich 6 Stadien unterscheiden:

  • 4 Nicht-Traumschlafstadien (2 Leicht- und 2 Tiefschlafstadien),

  • den Traumschlaf (REM-Schlaf) und

  • den Wachzustand.

Schlafphasen eines normalen Schlafes
Bei normalem, gesunden Schlaf verteilt sich die Gesamtschlafzeit wie folgt:

  • Wachzustand: unter 5%

  • REM- bzw. Traumschlaf: 20 bis 25%

  • Schlafstadium 1 (Leichtschlaf): 5%

  • Schlafstadium 2 (Leichtschlaf): 45 bis 50%

  • Schlafstadium 3 (Tiefschlaf): 5 bis 10%

  • Schlafstadium 4 (Tiefschlaf): 10 bis 15%

Die Anzahl von Weckreaktionen aus dem Schlaf heraus, sogenannte Arousals, liegt unter 15 pro Stunde.

Schlafphasen eines gestörten Schlafes
Bei gestörtem Schlaf:

  • vermindert sich in erster Linie der Tiefschlaf-Anteil (Schlafstadium 3 und 4),

  • vermindert sich auch der REM-Schlaf-, also Traumschlaf-Anteil,

  • nimmt die Anzahl der Weckreaktionen deutlich zu (über 15 pro Stunde).

Die Ursachen für schlechten oder gestörten Schlaf können unterschiedlichster Natur sein.


Atemaussetzer im Schlaf

Atemaussetzer im Schlaf - wie kommt es dazu?
Während des Schlafes kommt es immer zu einer Erschlaffung der Muskulatur. Bei einigen Menschen ist die Erschlaffung der Schlundmuskulatur so ausgeprägt, dass ein vollständiger Kollaps mit Blockierung der Luftröhre auftritt. Obwohl die Atemmuskulatur weiter Atemanstrengungen unternimmt, ist die Luft- und damit die Sauerstoffzufuhr unterbrochen: Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Bevor der Betroffene erstickt, weckt ihn jedoch eine Alarmreaktion des Körpers: Die Schlundmuskulatur öffnet sich und der Atemweg wird wieder frei. Auf diese Weise wird der normale Schlafablauf gestört, es kommt zu keinem erholsamen Tiefschlaf.

Normale und krankhafte Atemaussetzer
In schwersten Fällen wiederholt sich der beschriebene Vorgang bis zu 60 Mal in einer Stunde. Im Falle eines 6-stündigen Nachtschlafes bedeutet das 360 Atemaussetzer und 360 deutliche Verminderungen des Sauerstoffgehaltes im Blut in einer einzigen Nacht. Da es ohne Behandlung in jeder Nacht zu einer etwa gleichen Anzahl von Atemaussetzern kommt, bedeutet das auf ein Jahr gerechnet 131.400 Atemaussetzer! Heutzutage geht man davon aus, dass:

  • Normal
    bis zu 5 Atemaussetzer pro Stunde sind,

  • ein Grenzbereich
    5 bis 10 Atemaussetzer pro Stunde darstellen und

  • von einem Schlafapnoe-Syndrom
    ab 10 Atemaussetzern pro Stunde gesprochen wird.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 07.04.2008
 
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