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Schlafstörungen bei Kindern

Schlafstörungen bei Kindern sind meist kein Grund zur Besorgnis
(Foto: DAK/Wigger)

Schlafstörungen bei Kindern können sowohl aufgrund von Krankheiten auftreten als auch psychische Ursachen haben. Meist sind zeitweise auftretende Schlafstörungen bei Kindern kein Grund zur Besorgnis. Treten sie jedoch dauerhaft oder massiv auf, ist es ratsam, einen Kinderarzt aufzusuchen.

Im Vorschulalter treten Schlafstörungen bei Kindern am häufigsten auf; sie können bis in die Pubertät hinein vorkommen.


Was sind die Ursachen von Schlafstörungen bei Kindern?
Wie äußern sich Schlafstörungen bei Kindern?
Wie werden Schlafstörungen bei Kindern diagnostiziert?
Unterschiedliche Schweregrade
Therapie von Schlafstörungen bei Kindern
Wie verlaufen Schlafstörungen bei Kindern?
Wie kann man Schlafstörungen bei Kindern vorbeugen?

Was sind die Ursachen von Schlafstörungen bei Kindern?

Schlafstörungen lassen sich grundsätzlich in Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen unterteilen. Parasomnien sind eine besondere Form von Schlafstörungen: Bei Parasomnien handelt es sich eigentlich um Angststörungen, die sich in Schlafstörungen äußern.


Ursachen von Ein- und Durchschlafstörungen bei Kindern

Unbearbeitete, psychische Konflikte sind die häufigsten Gründe für Ein- und Durchschlafstörungen. Auch Ereignisse, die - im positiven oder negativen Sinne - als besonders aufreibend empfunden wurden, können Probleme beim Einschlafen verursachen. Ein zusätzlicher Grund für Einschlafstörungen ist ein zu langer Nachtschlaf. Wenn Kinder morgens zu lange "ausschlafen", kann es vorkommen, dass sie abends zur Schlafenszeit nicht ausreichend ermüdet sind.


Ursachen von Parasomnien bei Kindern

Parasomnien sind gekennzeichnet durch Störungen beim Aufwachen. Bei Kindern treten oftmals Pavor nocturnus - das nächtliche, plötzliche Aufschrecken aus dem Schlaf -, oder das Schlafwandeln (Somnambulismus) - das Verrichten von Tätigkeiten während des Tiefschlafs - auf.

Die genauen Ursachen von Parasomnien sind bislang nicht eindeutig geklärt. Als Auslöser wird ein gestörtes Verhältnis im Schlaf-Wach-Rhythmus diskutiert. Bei Kindern wird das mit einer verzögerten Hirnreife erklärt, die sich im Laufe der Jahre "auswächst".


Chronische Erkrankungen als Ursache

Es kann auch vorkommen, dass chronische beziehungsweise schmerzhafte Erkrankungen als Ursache für Schlafstörungen bei Kindern infrage kommen. Diese Erkrankungen sind häufig dafür verantwortlich:


Wie äußern sich Schlafstörungen bei Kindern?

Je nach Art der Schlafstörung zeigen sich unterschiedliche Symptome bei Kindern. Einschlafstörungen sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Kinder trotz regelmäßiger Schlafenszeiten und Rituale vor dem Einschlafen nicht oder nur schwer einschlafen. Bei Durchschlafstörungen wachen die Kinder nachts immer wieder auf, häufig aufgrund von Albträumen.


Ein Sonderfall - Pavor nocturnus

Pavor nocturnus tritt meist noch vor Mitternacht, im ersten Drittel des Schlafs, auf. Dabei wachen die Kinder schreckhaft auf, sind ängstlich und häufig auch panisch. Genau genommen zählt Pavor nocturnus deshalb zu den Angststörungen.


Schlafwandeln bei Kindern: Handlungen im Tiefschlaf

Das Schlafwandeln tritt erst im Tiefschlaf auf. Dabei kommt es zu Handlungen, die völlig unterschiedlich ablaufen können. Kinder stehen meist aus dem Bett auf und laufen in der Wohnung herum, verrücken Dinge oder Ähnliches. Eine Gemeinsamkeit haben alle Schlafwandler: Sie können sich hinterher an nichts erinnern (Amnesie). Beim Schlafwandeln kann es außerdem zu riskantem Verhalten des Kindes beziehungsweise zu Verletzungen kommen.


Wie werden Schlafstörungen bei Kindern diagnostiziert?

Bei der Diagnose von Schlafstörungen bei Kindern kommt es vor allem auf die Beobachtungen der Eltern (bei jüngeren Kindern) und der Kindern selbst an. Deshalb beginnt die Diagnose mit einem eingehenden Gespräch mit dem Arzt, der dabei nach Schlafgewohnheiten, Abendritualen, Stimmung innerhalb der Familie und vielem mehr fragt - nur so können eventuelle psychische Belastungen als Ursache erkannt werden.

Um Krankheiten als Ursache auszuschließen, folgt eine körperliche Untersuchung. Um Störungen im Gehirn auszuschließen, ist ein EEG sinnvoll - besonders, wenn keine andere Ursache für die Schlafstörungen gefunden werden kann.


Unterschiedliche Schweregrade

Alle Schlafstörungen bei Kindern kommen in unterschiedlichen Schweregraden vor. Eine Einteilung nach der Diagnose ist sinnvoll, um die richtige Therapie zu finden. Gemäß internationaler Klassifikation werden die genannten Schlafstörungen wie folgt eingeteilt:

Ein- und Durchschlafstörungen

  • leicht: sporadisch, es kommt nur zu einer leichten Beeinträchtigung des Wohlbefindens und des Alltags
  • mittel: täglich, die allgemeine Beeinträchtigung durch die Schlafstörungen nimmt zu
  • schwer: täglich, starke Beeinträchtigung

Pavor nocturnus

  • leicht: bis zu ein Mal pro Monat
  • mittel: bis zu ein Mal pro Woche
  • schwer: fast jede Nacht

Schlafwandeln

  • leicht: bis zu ein Mal pro Monat, keine Verletzungen
  • mittel: öfter als ein Mal pro Monat, keine Verletzungen
  • schwer: fast jede Nacht und/oder mit Verletzungen

Therapie von Schlafstörungen bei Kindern

Die Behandlung richtet sich nach Art, Schwere und Ursache. Wenn chronische Krankheiten der Grund für die Schlafstörungen bei Kindern sind, wird die zugrunde liegende Krankheit behandelt - normalerweise geben sich die Probleme dann von allein.


Behandlung bei psychischen Ursachen

Sind psychische Belastungen der Grund für Schlafstörungen bei Kindern, so ist unter Umständen die Zusammenarbeit mit einem Kinderpsychologen sinnvoll. Das gilt vor allem für Depressionen, die auch bei Kindern vorkommen. Probleme in der familiären Umgebung lassen sich gut mit einer Familientherapie in den Griff bekommen, wenn alle Beteiligten daran arbeiten wollen. Im Vordergrund steht dabei, emotionale Belastungen für das Kind abzubauen. Medikamente spielen eher eine untergeordnete Rolle bei der Behandlung von kindlichen Schlafstörungen.


Abendrituale

Können Kinder abends nicht "abschalten", ist es ratsam, regelmäßige Abendrituale gemeinsam zu entwickeln und einzuhalten. Empfehlenswert sind:

  • regelmäßiger Rhythmus mit festen Schlafenszeiten
  • gemeinsame Zeit vor dem Zubettgehen
  • abends gemeinsam die Ereignisse des Tages bereden
  • ruhige Aktivitäten in den Abendstunden, zum Beispiel (Vor-)Lesen, Kuscheln
  • Verzicht auf aufreibende Aktivitäten wie Toben, Computerspielen oder Fernsehen

Wie verlaufen Schlafstörungen bei Kindern?

In den meisten Fällen "wachsen" sich Schlafstörungen bei Kindern aus - mit Beginn und Fortschreiten der Pubertät kommen sie zunehmend seltener vor. Wichtig ist dabei, organische Ursachen zu erkennen und zu beheben. Es ist immer ratsam, psychischen Belastungen von Kindern entgegenzuwirken.

Schlafwandelnde Kinder sollten möglichst nicht aus den Augen gelassen werden, da die Verletzungsgefahr während des Schlafwandelns besonders bei Kindern sehr hoch ist.

Wie kann man Schlafstörungen bei Kindern vorbeugen?

Die erwähnten Abendrituale können Kindern grundsätzlich helfen, einen festen Rhythmus bei den

Schlafenszeiten zu finden. Es ist dabei sinnvoll, gemeinsam mit den Kindern die Abläufe zu definieren. In den meisten Fällen legen sich Schlafstörungen bei Kindern nach einiger Zeit von alleine und bedürfen keiner Therapie.



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Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie: Nichtorganische Schlafstörungen (F51). AWMF-Leitlinien-Register-Nr. 028/012 (Stand: November 2006)
Sitzmann, F. C. et al.: Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2007
Kast-Zahn, A., Morgenroth, H.: Jedes Kind kann schlafen lernen. Gräfe und Unzer, München 2007

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 16.07.2012
 
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