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Rituale gegen Schlafstörungen

Schlafstörungen - Rituale können helfen
Werden bei einem Kind Ursachen für die Schlafstörungen gefunden, so sollten diese umgehend behandelt werden, damit das Kind wieder ruhig schlafen kann - und somit auch seine Eltern wieder Ruhe haben.

Findet sich jedoch bei einem Klein- oder Vorschulkind, so wie in den meisten Fällen, keine greifbare Ursache, so müssen die Eltern eine Form von Verhaltenstherapie mit ihrem Kind einüben. Es gilt, Rituale zu finden, die es dem Kind leichter machen einzuschlafen bzw. durchzuschlafen.

Rituale müssen individuell angepasst sein.
Zunächst einmal sollten die Schlafzeiten regelmäßig gestaltet werden. Eine feste Zeit des Zubettgehens macht es allen leichter, sich an die neuen Regeln zu gewöhnen.
Der Rhythmus des Kindes sollte dabei jedoch möglichst respektiert werden! Wenn Ihr Kind eine Nachteule ist, macht es wenig Sinn, es um 19 Uhr dazu zu zwingen, ins Bett zu gehen.


Tipps bei Schlafstörungen

Schlafstörungen, ob akut oder chronisch belasten die Eltern-Kind-Beziehung. Sind die Schlafprobleme des Kindes erst einmal erkannt, lassen sie sich meistens schnell und wirksam behandeln. Im Grunde reicht die Beachtung einiger einfacher Regeln oft schon aus, um die Probleme zu lösen.

Bei Einschlafstörungen: konsequent bleiben!
Innerhalb von einigen Tagen wird sich Ihr Kind an ein solches Ritual gewöhnen - aber nur, wenn Sie konsequent bleiben!

Feste Schlafenszeiten
Die Nachtzeit und das Schlafengehen kann als Trennung von den Eltern empfunden werden. Die kann bei Kindern Ängste auslösen.
Planen Sie vor den Schlafenszeiten 10 bis 30 Minuten zusätzlich ein, in denen Sie sich Ihrem Kind widmen. Diese gemeinsamen Aktivitäten sollten nicht stimulierend sein - kein Springen, Hüpfen und Ringkämpfe. Und vermeiden Sie Gruselgeschichten vor dem Zubettgehen.

Durchschlafstörungen
Bei Durchschlafstörungen sollten Sie versuchen, nächtliches Essen oder Trinken schrittweise abzuschaffen und das Kind nachts auch nicht mit gesteigerter Aufmerksamkeit (Licht anmachen, Spielen, Geschichten erzählen oder ähnliches) zu "belohnen".
Kommt Ihr Kind bereits selbständig aus seinem Bett, so sollten Sie es in sein eigenes Bett zurück bringen mit der Erklärung, dass es dort schlafen soll, dass die Zimmertür jedoch offen bleiben wird und dass Sie regelmäßig nach ihm sehen werden. Schauen Sie dann tatsächlich nach Ihrem Kind, wobei Sie die Abstände jede Nacht etwas verlängern können (1 Minute, 2 Minuten, 4 Minuten etc.).

Jedes Kind kann allein im Bett bleiben
Brauchte das Kind bislang Einschlaf-Hilfen (zum Beispiel Stillen, Fläschchen geben, Herumtragen), so sollten diese ersetzt werden durch ein Ritual, bei dem das Kind sich daran gewöhnt, alleine im Bett einzuschlafen. Solche Rituale können sein:

  • Geschichte erzählen

  • Bilderbuch anschauen

  • Lieder singen

  • die Ereignisse des Tages erzählen (lassen)

  • Abendgebet.

Danach löschen Sie das Licht und bleiben noch eine Weile bei Ihrem Kind. Wenn Sie merken, dass es ruhig geworden ist, sagen Sie ihm, dass Sie jetzt hinausgehen, dass Sie aber ganz in der Nähe sind und regelmäßig nach dem Kind schauen werden. Vielleicht können Sie ein kleines Nachtlicht anmachen, falls Ihr Kind Angst vor der Dunkelheit hat.

Wenn das Kind weint
Weint das Kind, sobald Sie sein Zimmer verlassen, sollten Sie in regelmäßigen Abständen zu ihm gehen, es aber nicht aus dem Bett nehmen. Verlängern Sie die Abstände nach eigenem Gefühl.

Ist Ihr Kind schon älter und hat nachts öfter Albträume, so sollten Sie das Abendritual überprüfen und darüber nachdenken, welche Einflüsse des Tages zu solchen Träumen geführt haben können.


Schlafstörungen - ein Fall für den Arzt?

Schlafstörungen, die länger anhalten und durch die genannten Familien-Rituale nicht abzustellen sind, gehören in ärztliche Behandlung.

Der Arzt kann helfen
Der Kinderarzt wird als erstes klären, ob eine körperliche Ursache für die Schlafstörungen Ihres Kindes zu finden ist und wie diese behandelt werden müsste.

Werden keine körperlichen Ursachen gefunden, die behandelt werden können, wir Sie der Arzt beraten können, welche Rituale für Sie und Ihr Kind geeignet sein könnten und wird Ihnen Mut machen.

Wenn Sie versuchen, durch eine Verhaltsänderung die Situation zu Hause zu verbessern und sich zu Beginn einer "Verhaltenstherapie" nicht sicher sind, ob Sie das Richtige tun, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen und sich beraten lassen.

Oft ist es für die Eltern auch schon eine große Erleichterung zu erfahren, dass ihr Kind nicht krank ist.


Schlafstörungen und Fernsehen

Mehr als zwei Stunden pro Tag sitzen Kinder im Schulalter heute durchschnittlich vor dem Fernseher.

Eine amerikanische Untersuchung der Brown University School of Medicine auf Rhode Island hat die Zusammenhänge zwischen dem täglichen Fernsehkonsum und Schlafstörungen bei Kindern untersucht. Kinder und Jugendliche, die mehr als zwei Stunden am Tag fernsahen, wachten der Studie zufolge nachts häufiger auf als Gleichaltrige mit einem geringeren Fernseh-Konsum.

Festgestellt wurde, dass genau die Gruppe, in der die Schlafstörungen und Angstträume sowie die daraus resultierenden Konzentrations- und Leistungsstörungen besonders häufig auftreten, einen eigenen Fernseher im Zimmer hat. Rein statistisch haben immerhin ein Drittel aller 9-13jährigen einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer.

Vor dem Einschlafen: Fernsehtabu
Als besonders schädlich hat sich das (regelmäßige) abendliche Fernsehen kurz vor dem Einschlafen erwiesen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind im eigenen Zimmer keinen Fernseher hat und kontrollieren Sie das tägliche Fernsehverhalten (nicht nur Ihres Kindes, sondern der gesamten Familie) generell. Bei vielen Kindern im Grundschulalter sind schon die täglichen Fernseh-Nachrichten eine psychische Überforderung und führen zu Albträumen.

Angstträume
Pavor nocturnus

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 21.01.2008
 
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