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Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Eine Schleimbeutelentzündung kann beispielsweise durch wiederholtes Stürzen beim Sport ausgelöst werden

Eine Schleimbeutelentzündung kann beispielsweise durch wiederholtes Stürzen beim Sport ausgelöst werden
(Quelle: DAK/Egel)

Ein Schleimbeutel (lat. Bursa) befindet sich stets an Stellen im Körper, an denen verschiedene Gewebeschichten unter Druck gegeneinander reiben. Er dient somit als Abstandshalter und Puffer. Er besteht aus lockerem Bindegewebe und gilt als passives Element am Bewegungsapparat. Schleimbeutel befinden sich beispielsweise an der Schulter, Hüfte oder Kniescheibe sowie am Ellbogen- oder Sprunggelenk. Meist liegt der Schleimbeutel an Knochenvorsprüngen, um Sehnen davor zu schützen, mit Druck über den Knochen zu reiben. Gefüllt mit Flüssigkeit eignet er sich ideal, um Druck- und Belastungsveränderungen auszugleichen.

Der Schleimbeutel fängt den Druck ab, der entsteht, wenn Gewebeschichten unter Belastung aneinander reiben. Wird die Belastung durch Überbelastung oder Fehlfunktion am Bewegungsapparat zu groß, wird der Schleimbeutel selbst überstrapaziert und kann Schaden nehmen. Dann kommt es häufig zur Schleimbeutelentzündung (lat. Bursitis).


Was kann die Ursache einer Schleimbeutelentzündung sein?

Die Schleimbeutelentzündung entsteht häufig aufgrund von Überbeanspruchung, einige Berufsgruppen wie etwa Fließenleger, die ihre Arbeit oft auf den Knien ausführen, sind einem größeren Risiko ausgesetzt. Hierbei kann ein Schleimbeutel am Knie betroffen sein. Auch wiederholte Traumen durch Stürze auf dieselbe Schulter beim Sport können eine Bursitis auslösen.

Weitere Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung sind bakterielle Infektionen und Symptome im Rahmen rheumatischer Erkrankungen, die mit entzündlichen Prozessen einhergehen. Grundsätzlich bemerkt man Anzeichen, wenn man im Bereich des betreffenden Schleimbeutels Schmerzen hat und eine erkennbare Schwellung vorliegt. Bei tief liegenden Schleimbeuteln kann eine Entzündung auch diffus ausstrahlende Schmerzen verursachen. Einen zystenartig geschwollenen Schleimbeutel nennt man Hygrom.


Wie diagnostitziert man eine Schleimbeutelentzündung?

Falls nach Sicht- und Tastbefund noch keine Sicherheit besteht, wird eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) durchgeführt, was besonders bei tief liegenden Schleimbeuteln wichtig ist, die wenig offensichtliche Symptome zeigen. Auch mittels Angiographie kann eine Bursitis erkannt werden. Im Idealfall zeigt eine Magnetresonanztomografie (MRT) den deutlichsten Befund.


Wie verläuft die Therapie bei einer Schleimbeutelentzündung?

In der akuten Phase des entzündlichen Zustands wird zunächst mit Kälte und Ruhigstellung eine Linderung und Belastungsminderung erreicht. Je nach Ursache werden Medikamente verabreicht, Antibiotika bei bakteriellen Infektionen oder kortisonhaltige Präparate bei rheumatischem Ursprung und wiederholten Entzündungen hierdurch.

Ist der gleiche Schleimbeutel mehrmals betroffen, kann er auch operativ entfernt werden (Bursektomie). Dies schützt jedoch nicht immer vor anderen Beschwerden in dem betroffenen Bereich.

Bei einer Schleimbeutelentzündung an der Kniescheibe dauert die Operation meist keine halbe Stunde und wird normalerweise mittels Arthroskopie durchgeführt. Hierbei wird in der Regel erst die Flüssigkeit des betroffenen Schleimbeutels abgelassen und zur Untersuchung ins Labor geschickt.

Anschließend wird der Schleimbeutel regelrecht abgeschält. Anschließend erhält der Betroffene einen Kompressionsverband, der in der ersten Woche täglich gewechselt wird. Üblicherweise werden nach zehn Tagen die Fäden gezogen. Je nach Lokalisation des Schleimbeutels ist man jedoch nach zwei bis drei Wochen wieder arbeitsfähig, sogar Sport ist nach einigen Wochen wieder möglich.


Kann man einer Schleimbeutelentzündung vorbeugen?

Einer Buristis vorzubeugen, ist meist erst möglich, wenn sie bereits einmal aufgetreten ist. So kann beispielsweise ein Fliesenleger, der von einer Schleimbeutelentzündung am Knie betroffen war, zukünftig mit Schutzpolstern arbeiten. Die belastende Position sollte immer korrigiert werden.


Weitere Fragen zum Thema Schleimbeutelentzündung können sie direkt an unsere Experten der Expertenrat Muskel- und Gelenkbeschwerden auf der Gesundheitsberatung richten.

Quellen:
Niethard, F. , Pfeil, J.:Orthopädie. Thieme Verlag, Stuttgart 2005
Onlineinformationen der Sportklinik Hellersen, Dr. med T. Steinacker: www.sportklinik-hellersen.de (Stand: März 2009)
Hees, H. Sinowatz, F. Allgemeine und spezielle Pathologie, Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 1996

 

Autor: Christian Fiala 
Letzte Änderung am: 12.03.2014
 
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