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Schluckauf

Ein chronischer Schluckauf kann zu Schlafstörungen führen

Viel Wasser in kurzer Zeit trinken hilft bei Schluckauf. Ein chronischer Schluckauf kann zu Schlafstörungen führen
(Quelle: BananaStock)

Der Schluckauf ist gewöhnlich ein harmloses und rasch vorübergehendes Phänomen, das bei den meisten Menschen wiederholt in ihrem Leben auftritt. Es handelt sich dabei um eine Reizreaktion bestimmter Nerven, die für die Koordination der Zwerchfellmuskulatur zuständig sind. Das Zwerchfell bildet die muskulöse Trennwand zwischen Bauch- und Brustraum. Es hebt und senkt sich mit jedem Atemzug.

Hält ein Schluckauf länger als 48 Stunden an, droht er einen chronischen Verlauf zu nehmen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen abzuklären. Unbehandelt kann er zu eine Reflux (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre), Schlafmangel, Herzbeschwerden oder anderen schwerwiegenden organischen Störungen führen.


Wie wird der Schluckauf verursacht?

Die Fachliteratur zählt mehr als hundert mögliche Verursacher eines Schluckaufs auf. Was im Einzelnen die meist beteiligten Nerven N. phrenicus, N. vagus sowie bestimmte Fasern des Sympathikus irritiert, kann sehr vielfältig sein. Infrage kommen beispielsweise eine akute Magenüberdehnung durch zu rasches und reichhaltiges Essen, zu kalte oder zu heiße Speisen, kohlesäurehaltige Getränke oder akuter Alkoholmissbrauch. Auch ein Schreck oder plötzliche Aufregung können einen Schluckauf auslösen, ebenso beispielsweise ein endoskopische Untersuchung des oberen Magen-Darmtrakts.

Auch ein chronischer Schluckauf kann sehr verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen beispielsweise krankhafte Veränderungen des Hirnstamms, Fremdkörper im Bereich des Trommelfells, Entzündungen und Tumoren im Halsbereich, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus sowie bestimmte Medikamente.

In der Schwangerschaft tritt der Schluckauf gehäuft auf.


Wie macht sich der Schluckauf bemerkbar?

Bei einem Schluckauf zieht sich das Zwerchfell für den Bruchteil einer Sekunde schlagartig zusammen, gleichzeitig verschließt sich die Stimmritze innerhalb des Kehlkopfs, wodurch das charakteristische "Hicks-Geräusch" entsteht. Die Schluckauffrequenz liegt zwischen zwei- bis sechzigmal pro Minute. Der Reiz ist unwillkürlich, dass heißt er wird nervös ausgelöst und kann nicht unterdrückt werden.

Hält der Schluckauf länger an, kann es zu schmerzhaften Verkrampfungen der Schluck- und Atemmuskulatur kommen.


Wie wird ein Schluckauf festgestellt?

Da ein Schluckauf in den überwiegenden Fällen medizinisch nicht bedeutsam ist, geht gewöhnlich niemand den vielfältigen möglichen Ursachen nach. Es sei denn, ein Schluckauf tritt übermäßig häufig auf oder er dauert länger als zwei Tage an.

Da bei einem chronischen Schluckauf in den meisten Fällen eine andere Grunderkrankung die Ursache ist, gilt es, sie durch eine ausführliche Diagnostik ausfindig zu machen. Nachzugehen sind etwa Hinweisen auf vorangegangene Operationen im Halsbereich, der Brust sowie des oberen Bauchraums. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) kann unter Umständen einen Reflux als Ursache ermitteln, auch Lungenfunktionstests oder eine Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie) können wichtige Informationen liefern.


Die Behandlung eines Schluckaufs

Der gewöhnliche Schluckauf erfordert im Allgemeinen keine Behandlung, da er meist von selbst wieder verschwindet. Zahlreiche Hausmittel können das Abklingen beschleunigen. Dazu zählen beispielsweise: In eine Tüte atmen (da ein Schluckauf meist aufhört, wenn der Gehalt an Kohlendioxid im Blut ansteigt) oder rasch und viel Wasser trinken, was den Vagusnerv ebenso reizt, als wenn man vorsichtigen Druck auf die Augäpfel ausübt.

Bei einem chronisch verlaufenden Schluckauf kann eine medikamentöse Behandlung Abhilfe schaffen, die entkrampfend und nervenberuhigend wirkt. Auch Verfahren wie Hypnose oder Akupunktur können in Einzelfällen hilfreich sein.


Verlauf

In den meisten Fällen dauert der Schluckauf nur wenige Minuten und verschwindet von allein. Zahlreiche Hausmittel können das Abklingen beschleunigen. Bei einem chronischen Verlauf gilt es, eine möglicherweise andere auslösende Grunderkrankung ausfindig zu machen und zu behandeln. Geschieht dies erfolgreich, verschwindet meist auch der Schluckauf.


Wie kann man vorbeugen?

Einem chronischen Schluckauf lässt sich ursächlich kaum vorbeugen. Es ist allerdings ratsam, nicht zu lange mit dem Arztbesuch zu warten, sollte der Schluckauf länger anhalten.

Dem gewöhnlichen Schluckauf beugt man am besten vor, indem man nicht zu hastig und nicht übermäßig viel isst, möglicherweise auf kohlesäurehaltige Getränke verzichtet und Alkohol nur in Maßen konsumiert.


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Quellen:
Kuhn, M., Reinhart, WH.: Singultus. Schweizerisches Medizinisches Forum, pp. 1138-1141. 2004;4

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 27.10.2008
 
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