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Schnarchen

Schnarchen kann zur Belastung für den Partner werden

Schnarchen kann zur Belastung für den Partner werden
(Quelle: DAK/Wigger)

Schnarchen bezeichnet laute Atemgeräusche, die während des Schlafs auftreten. Es kommt regelmäßig beim Einatmen vor, wenn durch den Mund geatmet wird. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa acht Millionen Menschen unter Schnarchen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

In den meisten Fällen ist Schnarchen harmlos; es wird jedoch als sehr lästig empfunden. Wenn es jedoch regelmäßig in einer höheren Lautstärke auftritt und zudem noch von unregelmäßiger Atmung begleitet wird, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.


Welche Ursachen hat Schnarchen?

Das Schnarchen kommt dadurch zustande, dass während des Schlafs nicht genügend Luft durch die oberen Atemwege gelangt. Geschnarcht wird durch den Mund: Wenn durch die Nase nicht genügend Luft kommt, um die Sauerstoffversorgung des Körpers zu sichern (z.B. bei einer Verkrümmung der Nasenscheidewand), wird zusätzlich durch den Mund geatmet.

Weil aber die gesamte Muskulatur im Mund-, Rachen- und Gaumenbereich während des Schlafs erschlafft ist, stößt die Atemluft auf Widerstand. Der Atemstrom muss sich seinen Weg um Zunge, Gaumensegel und -zäpfchen herum bahnen. Dabei gerät vor allem das Gaumensegel (Zäpfchen) in Bewegung und verursacht das typische Geräusch beim Schnarchen.

Eine behinderte Nasenatmung tritt nicht nur bei einer Nasenscheidewandverkrümmung auf, sondern auch bei Atemwegserkrankungen, wie etwa einem Schnupfen (Rhinitis). Schnarchen wird häufig auch durch Alkoholgenuss verursacht oder verstärkt. Zudem gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die beim Schnarchen eine Rolle spielen:


Schnarchen kann unterschiedlich stark sein

Schnarchen äußert sich durch ein tiefes Geräusch, das beim Einatmen während des Schlafs auftritt. Es wird häufig mit einem Presslufthammer - nur leiser - verglichen. Ab einer Lautstärke von 40 Dezibel kategorisiert man Schnarchen als unzumutbar. Die Lautstärke ist jedoch sehr unterschiedlich und reicht von leisem Schnarchen, das sich eher wie ein Brummen anhört, bis zu einer Lautstärke von bis zu 90 Dezibel. Ein solch lautes Schnarchen ist aber eher selten. Es entspricht etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden LKW.

Bei besonders lautem Schnarchen treten häufig auch Atemstörungen auf. Kommt es dann noch zu Röcheln, besteht das Risiko zur Ausbildung des Schlafapnoesyndroms. Das Schlafapnoesyndrom äußert sich durch Atemstillstände und einen sehr unruhigen Schlaf.


Wie wird Schnarchen diagnostiziert?

Da es nur beim Schlafen zum Schnarchen kommt, wissen Schnarchende meist nichts davon - sie werden erst vom Partner oder anderen Mitschlafenden darauf aufmerksam gemacht. Da dauerhaftes Schnarchen zu einer Belastung für die Beziehung wird, ist der Gang zum Arzt oft das Ergebnis eines gewissen Leidensdrucks.

Die Diagnose beruht auf den Auskünften von Mitschlafenden. Hierfür ist es hilfreich, vor dem Gang zum Arzt ein Schnarchtagebuch zu führen. Im Schnarchtagebuch werden über einen gewissen Zeitraum Stärke und Dauer des Schnarchens vermerkt. Es ist außerdem hilfreich, zu notieren, in welchem körperlichen Zustand man sich jeweils befunden hat.

Weisen Vermerke im Schlaftagebuch und andere Symptome auf das Schlafapnoesyndrom hin, wird zusätzlich eine Untersuchung im Schlaflabor veranlasst. Typische Anzeichen für das Schlafapnoesyndrom sind neben der Tagesmüdigkeit Atemaussetzer während des Schlafs oder ein Wechsel von Stille und Schnarchen.

Um herauszufinden, was die Nasenatmung behindert, werden außerdem beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt verschiedene Untersuchungen durchgeführt.


Wie lässt sich Schnarchen therapieren?

Ob und wie Schnarchen behandelt wird, hängt von Stärke und Ursache ab. Zahlreiche Ursachen des Schnarchens lassen sich schon allein durch eine Veränderung der Lebensweise beheben:


  • Übergewicht reduzieren
  • Rauchen aufgeben
  • Verzicht auf muskelentspannende Medikamente und Beruhigungsmittel
  • Kein Genuss von Alkohol ab 18 Uhr

Eine behinderte Nasenatmung wird je nach Ursache behandelt. Bei Schnupfen (Rhinitis) beispielsweise helfen entzündungshemmende Nasentropfen. Der Dauereinsatz von abschwellenden Nasentropfen empfiehlt sich nicht, da die Nasenschleimhaut austrocknen kann. Durch die Reizung schwillt sie wieder an, wodurch wieder Nasentropfen benötigt werden - so entsteht eine Abhängigkeit. Bei Allergien ist es ratsam, den auslösenden Stoff zu meiden. Auch eine Hyposensibilisierung kommt als Behandlung infrage.

Schnarchprothesen

Wenn diese Maßnahmen nicht wirken, kann auch eine vom Zahnarzt angepasste Schiene helfen. Solche Schienen werden, wie eine lockere Zahnspange, nachts getragen. Es gibt Schienen mit zwei verschiedenen Funktionsweisen: Die Unterkieferschiene verlagert den Unterkiefer nach vorne und vergrößert damit den Rachenraum. So steht mehr Raum für die Atemluft zur Verfügung. Die Schiene muss vom Zahnarzt genau angepasst werden, damit sich der Unterkiefer nicht verformt. Um zu verhindern, dass die Zunge während des Schlafs in den Rachenraum zurückfällt, gibt es außerdem Schienen, in deren Mitte sich ein Stab befindet, der die Zunge nach unten drückt.

Begradigung der Nasenscheidewand

Ist eine Verkrümmung der Nasenscheidewand die Ursache für das Schnarchen, kann ihre Begradigung hilfreich sein. Bei einer solchen Septumplastik werden die störenden Teile des Nasenscheidwandknorpels entfernt. Nach dem Eingriff kommt es in der Regel zu unregelmäßigem Nasenbluten, das für einige Tage anhalten kann. Der Erfolg einer Septumplastik kann nicht garantiert werden, es kann also durchaus sein, dass die Behinderung beim Atmen nach einiger Zeit wieder auftritt.

Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP)

In seltenen Fällen wird die Uvulopalatopharyngoplastik angewendet. Dabei werden Teile des Gaumens operativ gekürzt und straff gezogen. Dadurch trifft die Atemluft auf weniger Widerstand. Gelegentlich werden zusätzlich die Mandeln entfernt. Die Uvulopalatopharyngoplastik wird meist durchgeführt, wenn neben dem Schnarchen ein starkes Schlafapnoesyndrom vorhanden ist.

Mechanische Hilfen

Eine Reihe von freiverkäuflichen Apparaten sollen das Schnarchen ebenfalls beseitigen. Sie werden nachts getragen und sollen - ähnlich wie die operativen Methoden - mehr Platz im Rachenraum schaffen. Bekannte Apparate sind:


  • Nasenpflaster
  • Nasenklammer
  • Silenzia
  • Snoremaster
  • SnoreEx
  • Snore-stop.

Die Wirksamkeit solcher "Anti-Schnarch-Hilfen" ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.


Welchen Verlauf hat das Schnarchen?

Es gibt keine Garantie für den Erfolg einer Schnarch-Therapie. Die Behandlung schlägt sehr unterschiedlich an. Grundsätzlich kann aber die Änderung der Lebensweise einen positiven Einfluss auf den Verlauf des Schnarchens haben. Dazu gehören vor allem die Einschränkung von Alkohol- und Nikotinkonsum sowie der Abbau von Übergewicht. Manchmal kann allein die Änderung der Schlafposition schon helfen, das Schnarchen zu reduzieren.


Kann man Schnarchen vorbeugen?

Auf die Muskelentspannung während des Schlafs hat man keinen Einfluss. Lediglich die Vermeidung von Faktoren, die zu einer zu starken Entspannung führen können, ist beeinflussbar. Wer gesund lebt und Normalgewicht hat, kann Schnarchen vermindern.


Wenden Sie sich bei persönlichen Fragen zum Thema Schnarchen an die Experten in unserer Hals-Nasen-Ohren-Expertenrat.

Quellen:
Hannemann, P.: Schlafapnoe-Syndrom und Schnarchen. Jopp bei Oesch, Zürich 2000
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Therapie der obstruktiven Schlafapnoe des Erwachsenen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/069 (Stand: Juni 2004)
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 16.10.2008
 
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