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Schuppenflechte (Psoriasis)

Faktoren wie Stress, Rauchen und der Konsum von Alkohol können die Schuppenflechte begünstigen

Faktoren wie Stress, Rauchen und der Konsum von Alkohol können die Schuppenflechte begünstigen
(Quelle: DAK)

Die Schuppenflechte (Psoriasis) gehört zu den häufigsten chronisch verlaufenden Hauterkrankungen. Schätzungsweise zwei Millionen Menschen sind in Deutschland von dieser entzündlichen, oft juckenden, aber nicht ansteckenden Hautkrankheit betroffen.

Die Psoriasis kann bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten, beginnt meist jedoch erst im Erwachsenenalter, familiär gehäuft und gleichermaßen bei Frauen und Männern. Bis heute ist die Schuppenflechte nicht vollständig heilbar. In vielen Fällen lassen sich die Symptome jedoch gut behandeln.

Meist ist die Haut an den Kniescheiben, Ellenbogen sowie im Gesicht und auf dem Kopf betroffen, häufig auch die Fuß- und Fingernägel (Psoriasis vulgaris). In etwa zehn Prozent der Fälle befällt die Schuppenflechte auch die Gelenke (Psoriasis-Arthritis).


Ursachen der Schuppenflechte

Die genauen Ursachen der Schuppenflechte sind nicht vollständig geklärt. Im Allgemeinen gilt die Psoriasis als Autoimmunerkrankung, deren Anlage vererbt wird, aber nicht immer zum Ausbruch kommt. Treffen bestimmte Auslöser beziehungsweise Risikofaktoren aufeinander, kann es zu einer mehr oder weniger schwerwiegenden Ausbildung des Krankheitsbilds kommen.

Zu den möglichen Auslösern der Schuppenflechte gehören ausgeprägter Alkohol- und Nikotinkonsum, übermäßiger Stress, abrupte klimatische Veränderungen, Übergewicht und der Gebrauch bestimmter Medikamente wie Beta-Blocker, Immuntherapeutika und verschiedene Psychopharmaka. Auch der Genuss von Wein oder bestimmten Gewürzen kann einen Krankheitsschub verursachen. Zudem berichten Betroffene, dass die Beschwerden im Frühling und Herbst oft zunehmen.


Wie äußert sich die Schuppenflechte?

Bei der häufigsten Form der Schuppenflechte, der Psoriasis vulgaris, entwickeln sich kleinere und größere Hautrötungen, die sich unaufhörlich schuppen. Die Autoimmunreaktion richtet sich gegen bestimmte Zellen der Oberhaut, die Keratinozyten, wodurch sich der Prozess der natürlichen Verhornung der betroffenen Hautstellen stark beschleunigt.

Bei etwa der Hälfte der Erkrankten tritt ein quälender Juckreiz auf. Sind auch Fuß- oder Fingernägel betroffen, können die Nägel im schlimmsten Fall zerstört werden und ausfallen.

Bei zehn Prozent der Schuppenflechte-Erkrankungen handelt es sich um die Psoriasis-Arthritis, eine rheumatische Form, die vor allem die Zehen- und Fingergelenke betrifft. Die Psoriasis-Arthritis macht sich im Anfangstadium kaum bemerkbar. Später schwellen die Gelenke zunehmend schmerzhaft an, was unbehandelt die Gelenke schädigt. Andere Unterformen der Psoriasis-Arthritis können auch die Wirbelsäule betreffen.

In etwa fünf Prozent der Fälle tritt eine Sonderform der Schuppenfläche auf, die vor allem an den Fußsohlen und den Handinnenflächen schmerzhafte Eiterbläschen entstehen lässt (Psoriasis pustulosa). In schweren Fällen kann der ganze Körper betroffen sein, häufig kommt es gleichzeitig zu Fieber und Schwächegefühlen.


Die Diagnose der Schuppenflechte

In den meisten Fällen kann der Hautarzt die Diagnose der Schuppenflechte durch die optische Begutachtung der Haut sowie der Nägel stellen. Ein hilfreicher Test ist das Auslösen des so genannten Kerzenwachs- oder Auspitz-Phänomens. Dabei hellt sich durch Kratzen der betroffenen Stelle die Haut auf, als wäre sie aus Wachs. Kratzt man weiter, treten kleine Bluttropfen wie Tau aus. Nur in seltenen Fällen ist es notwendig, zur Sicherstellung der Diagnose eine Gewebeprobe (Biopsie) untersuchen zu lassen.


Die Behandlung der Schuppenflechte

Die Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Schuppenflechteformen sind sehr vielfältig und müssen auf die persönlichen Umstände der Betroffenen abgestimmt werden. Verbreitet sind UV-Bestrahlungstherapien, häufig kombiniert mit Chemotherapeutika (PUVA-Therapie). Außerdem können Klima-Therapien im Hochgebirge oder Sole-Therapien am Meer durchgeführt werden.

Äußerlich kommen meist entzündungshemmende und antimikrobielle Salben, Cremes und Emulsionen zum Einsatz. Zur Behandlung einer schweren Schuppenflechte werden auch medikamentöse Therapien mit Vitamin-A-Derivaten oder Zytostatika durchgeführt. Möglich sind zudem Behandlungen mit Vitamin D3-Derivaten, Fumarsäurepräparate oder gentechnologisch hergestellten so genannten Biologicals. Auch Diäten können zum Erfolg führen beziehungsweise eine medikamentöse Therapie unterstützen.

Nicht zuletzt geht es bei der Behandlung einer Schuppenflechte immer auch darum, die auslösenden Faktoren weitgehend zu vermeiden, wozu neben verschiedenen Reizen und Stoffen auch Stress und seelische Probleme gehören können. Aus diesem Grund kann eine Psychotherapie ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein.


Wie verläuft eine Schuppenflechte?

Die Schuppenflechte entwickelt sich meist sehr allmählich, kann dann aber immer wieder in heftigen Schüben auftreten. Eine Behandlung wird daher stets aus einer langfristigen Therapie bestehen, die durch Maßnahmen für den Akutfall ergänzt wird. Unbehandelt kann die Schuppenflechte zu schweren Schädigungen der Haut, der Nägel und der Gelenke führen. Richtig behandelt kann in den meisten Fällen eine weitgehende Beschwerdefreiheit erzielt werden.

Gleichwohl benötigt auch die symptomfreie Haut eines Psoriasis-Betroffenen regelmäßige und fachgerechte Pflege.


Wie kann man vorbeugen?

Da die Anlagen zur Schuppenflechte vererbt werden, sind die Möglichkeiten zur Vorbeugung aus medizinischer Sicht begrenzt. Grundsätzlich kann es helfen, nicht zu rauchen, den Alkoholkonsum gering zu halten und Übergewicht zu vermeiden. Zu empfehlen sind auch der Abbau von übermäßigem Stress, das Erlernen effektiver Entspannungstechniken und nicht zuletzt das Aufspüren und Vermeiden individueller Auslöser von Krankheitsschüben.


Weitere Fragen zum Thema Schuppenflechte können Sie dem Experten im Expertenrat Neurodermitis, Schuppenflechte & Co bei QualiMedicPlus stellen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei dem Deutscher Psoriasis Bund e.V.

Quellen:
Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Schuppenflechte. Heft 11. Robert Koch-Institut, Berlin 2002
Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Therapie der Psoriasis vulgaris. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/001k (Stand 07/2006)

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 10.08.2009
 
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