Sexuelle Reaktion beim Mann
Die sexuelle Reaktion ist natürlich von Mann zu Mann individuell verschieden, lässt sich jedoch im Ablauf in einzelne Phasen unterteilen. Den Höhepunkt des sexuellen Empfindens erreichen Männer um das 20. Lebensjahr, später nimmt das sexuelle Interesse, auch mit großen individuellen Unterschieden, langsam ab.
Was geschieht bei der sexuellen Erregung beim Mann?
Die sexuelle Erregung des Mannes kann in vier Phasen unterteilt werden:
Erregungsphase
Plateauphase
Orgasmusphase
Rückbildungsphase
Die Erregungsphase
Die Erregungsphase des Mannes ist dadurch gekennzeichnet, dass sich der Penis versteift. Die Schwellkörper füllen sich mit Blut, das Glied richtet sich auf und wird hart. Die Hoden verlagern sich dabei Richtung Bauch beziehungsweise werden in Richtung Körper gezogen. Dieser Vorgang kann besonders bei jungen Männern sehr schnell vonstatten gehen, kann sich aber auch langsam und stetig entwickeln. Während der Erregungsphase kommt es noch zu weiteren körperlichen Veränderungen: Die Muskelspannung steigt, die Brustwarzen werden hart und empfindlich und Puls und Atemfrequenz werden schneller.
Es kann aber auch vorkommen, dass es trotz starker Erregung zu keiner ausreichenden Erektion kommt. Dies ist völlig normal und ist keineswegs immer Ausdruck von Impotenz oder sexuellem Versagen. Anlass zur Sorge sollte dies erst bereiten, wenn es öfter vorkommt.
Die Plateauphase
Die Plateauphase bezeichnet die Zeit der sexuellen Erregung, in der eine Erektion "gehalten" wird. Das bedeutet, dass der Mann in dieser Zeit schon sehr erregt ist, aber noch vor dem sexuellen Höhepunkt steht. In der Plateauphase verstärkt sich die Erektion noch weiter, Puls und Blutdruck steigen, die Atemfrequenz wird noch schneller, die Hoden schwellen an und werden noch dichter Richtung Körper gezogen. Der Penis verändert sich in der Plateauphase nicht mehr wesentlich, jedoch kommt manchmal es zur Bildung des sogenannten "Lusttröpfchens", ein Tropfen des Sekrets der Cowper-Drüsen, in dem mitunter schon Spermien enthalten sein können (Wichtig: Bei ungeschütztem Verkehr kann es so zu einer Schwangerschaft kommen.)
Die Orgasmusphase
Die Orgasmusphase ist die Phase der sexuellen Erregung, in der der Mann mit dem Orgasmus zum Höhepunkt des sexuellen Empfindens kommt. Der Orgasmus dauert meist nur wenige Sekunden. Er ist durch eine plötzliche Anspannung aller Muskeln gekennzeichnet und endet mit einem Gefühl angenehmer Entspannung. Die Ejakulation erfolgt meist in dem Moment der stärksten Anspannung. Hierbei kommt es zu einer unwillkürlichen Kontraktion der Muskeln der Geschlechtsorgane, die die Samenflüssigkeit herausgeschleudert.Während des Orgasmus kommt es in der Regel zu einer weiteren Erhöhung des Blutdrucks und der Atemfrequenz. Bei manchen Männern erfolgt der gefühlsmäßige Orgasmus getrennt, das heißt vor der Ejakulation, oder aber der Samenerguss bleibt völlig aus. Die Ejakulation hat also mit dem Empfinden des Orgasmus nur bedingt zu tun. Der Orgasmus ist ein starkes und intensives Erlebnis für beide Geschlechter. Beim Mann ist jedoch die Anzahl der Orgasmen, die er hintereinander erleben kann, beschränkt. Durch die dem Orgasmus folgende Phase völliger Entspannung muss sich beim Mann erst wieder eine Erregung aufbauen, damit ein weiterer Orgasmus stattfinden kann.
Die Rückbildungsphase
In der Rückbildungsphase bilden sich die durch die Erregung hervorgerufenen Veränderungen des Körpers wieder zurück. Der Atem wird langsamer, die Herzfrequenz sinkt und der Blutdruck erreicht wieder normale Werte. Der Penis schwillt in dieser Phase schnell ab. In der Zeit unmittelbar nach dem Orgasmus ist der Mann nicht erregbar. Diesen Zustand nennt man die Refraktärphase. Bei jungen Männern ist diese Zeit der sexuellen Unerregbarkeit meist nur kurz, kann aber mit zunehmendem Alter länger werden.
Ablauf einer Erektion
Die Erektion - am Tage und in der Nacht - kann auf verschiedene Weise beschrieben werden.
Historisch:
Erektion (lat. Aufrichtung),
Anschwellung mancher Gewebe, besonders der Schwellkörper der
Geschlechtsorgane, beruht darauf, daß deren zahlreiche
Hohlräume strotzend mit Blut gefüllt werden, und
hört auf, sobald sich diese entleeren. In den sonst wenig Blut
enthaltenden Schwellkörpern des männlichen Gliedes erweitern sich unter dem Einfluss
von Nerven die Schlagadern, sodass sich das stärker
zuströmende Blut in dem Hohlraumsystem staut; dadurch schwillt
der Penis an, richtet sich auf (wird erigiert).
Aus: Meyers Lexikon, 7. Auflage, 1926
Nach Phasen:
Der Ablauf der sexuellen Reaktion ist für
beide Geschlechter prinzipiell gleich. Der Erregungsphase folgt die
Plateauphase, die zur Orgasmusphase überleitet, die dann zur
Rückbildungsphase führt. In der Erregungsphase wird die
Erektion parallel zur Intensität der sexuellen Stimulierung
schnell erreicht.
In der Plateauphase schwillt der Penis weiter an. Die Penisspitze
verfärbt sich rötlich-bläulich.
In der Orgasmusphase kommt es zu Zuckungen in den entsprechenden
Muskeln, die dann zur Ejakulation führen.
In der Rückbildungsphase klingt die Erektion ab.
Nach: Wolf Eicher, Sexualmedizin in der Praxis, Gustav Fischer
Verlag, 1980
Physiologisch, d.h. nach den natürlich ablaufenden
Vorgängen im Körper:
Nach dem heutigen
Kenntnisstand wird die Erektion nach entsprechender nervlicher
Reizung durch eine enorme Steigerung der arteriellen Blutzufuhr in
die Wege geleitet. Der Blutfluss nimmt dabei durchschnittlich um
das 8fache zu.
Nach: Hartmut Porst, Erektile Impotenz, Enke Verlag,
1987
Über die Durchblutung:
Der Ablauf einer
Erektion lässt sich über den Blutfluss in Stadien
einteilen:
1. Ruhephase: schlaffer Penis, Blutzufuhr und Blutausstrom im
Gleichgewicht.
2. Phase des Anschwellens: gesteigerter arterieller Einstrom und
verminderter venöser Abstrom.
3. Phase der Versteifung: Zunahme des venösen
Abstromwiderstandes, reduzierter arterieller Einstrom, maximaler
Druck in den Schwellkörpern.
4. Abschwellphase: ungebremster venöser Abstrom bei
verminderter arterieller Zufuhr bis zum Ausgangszustand
(Ruhephase).
Nach: Walter Krause, Andrologie, Enke Verlag, 1991
Als Sonderform: Die Erektion in der Nacht:
Im
Schlaf treten vermehrt Erektionen auf, weil die Aktivität des
zuständigen Nervensystems (genannt "Sympathicus") in dieser
Zeit überwiegt. Die Aktivität des entgegengesetzten
Nervensystems (genannt "Parasympathicus") kommt in der Nacht fast
zum Erliegen. Bei den nächtlichen Erektionen wird der Penis
vermehrt mit Sauerstoff versorgt. Er "tankt" sozusagen nachts auf.
Dies sind seine einzigen Erholungsphasen!
Zu nächtlichen Erektionen kommt es etwa vier- bis fünfmal
in der Nacht und dies besonders während der sogenannten Traum-
oder REM-Phasen (rapid eye movement, d.h. schnelle
Augenbewegungen).
Störungen der hier beschriebenen Funktion bezeichnet man als erektile Dysfunktion (ED, Erektionsstörung)
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 06.12.2007
