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Sichelfuß

Von Sichelfüßen sind häufiger kleine Jungen als Mädchen betroffen

Von Sichelfüßen sind häufiger kleine Jungen als Mädchen betroffen
(Foto: BananaStock)

Sichelfuß (Pes adductus) bezeichnet eine angeborene oder erworbene Fußfehlstellung, bei der der Vorderfuß mit den Zehen nach innen gedreht ist. Sichelfüße treten meist an beiden Füßen gleichzeitig auf und betreffen mit etwa 70 Prozent überwiegend männliche Säuglinge. Bei Säuglingen ist diese Fußfehlhaltung ein relativ häufig auftretendes Bild.


Ursachen für einen Sichelfuß

Wenn Säuglinge bevorzugt in der Bauchlage zum Schlafen gelegt werden und sich die Füßchen dabei nach innen drehen, kann es geschehen, dass Sichelfüße entstehen. Auch nach der Behandlung eines Klumpfußes können Sichelfüße bestehen bleiben. Es wird vermutet, dass die Fußfehlstellung deshalb in einigen Fällen angeboren ist, weil die Füße aufgrund des Platzmangels innerhalb der Gebärmutter über längere Zeit in die eingedrehte Form gezwängt werden. Dafür spricht auch die Beobachtung, dass angeborene Sichelfüße nicht bei Frühgeburten auftreten.


Symptome eines Sichelfußes

Anders als bei anderen Fußfehlstellungen tritt ein Sichelfuß meist an beiden Füßen gleichzeitig auf. Dabei ist der Vorderfuß mitsamt den Zehen nach innen gedreht. Die Ferse kann dabei auch in einigen Fällen nach innen abknicken. Sobald betroffene Kinder gehen können, zeigt sich die Fehlstellung an dem nach innen gerichteten Gang. Das Längsgewölbe der betroffenen Füße ist abgeflacht. Ist die Fehlstellung stark ausgeprägt, kann es beim Tragen von Schuhen zu schmerzhaften Schwielen kommen.


Diagnose eines Sichelfußes

Ärzte können Sichelfüße an ihrem typischen Erscheinungsbild diagnostizieren. Zusätzlich kann ein Röntgenbild des Vorderfußes Aufschluss über die Fußfehlstellung geben. Der Sichelfuß weist Ähnlichkeiten zum Serpentinenfuß, Klumpfuß, Kletterfuß und Knick-Senkfuß auf und muss bei der Diagnose hiervon unterschieden werden.


Therapie von Sichelfüßen

Sichelfüße bei Kindern können relativ gut mit Physiotherapie behandelt werden. Die Eltern werden von dem Therapeuten dabei angeleitet, damit sie die Therapie eigenständig durchführen können. Damit es zu keiner Verschlimmerung kommt, sollte bei Neugeborenen sofort mit der Therapie begonnen werden. Hierbei werden die Füße gegriffen und regelmäßig durch Bestreichen der Fußkante stimuliert und manuell in die gewünschte Form gebracht. Danach kann der Arzt dem Baby einen Oberschenkelgips oder spezielle Schalen anlegen, die den Fuß ebenfalls in eine normale Form bringen. Leichte Sichelfüße können nach dem ersten Lebensjahr mittels Schuheinlagen behandelt werden. Nur in seltenen Fällen muss operiert werden.


Verlauf von Sichelfüßen

Sichelfüße lassen sich gut behandeln, sodass gute Heilungschancen bestehen.


Vorbeugen von Sichelfüßen

Einem angeborenen Sichelfuß kann man nicht vorbeugen. Die Entstehung von Sichelfüßen innerhalb der ersten Lebenswochen kann jedoch verhindert werden, wenn Kinder beim Schlafen in Bauchlage Schaumstoffringe um die Unterschenkel bekommen oder auf dem Rücken schlafen.


Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen zum Sichelfuß in der Orthopädie-Expertenrat.

Quellen:
Hefti, F.: Kinderorthopädie in der Praxis. Berlin, Springer 2006
Speer, Ch. Und Gahr, M: Pädiatrie. Berlin, Springer 2009
Zukunft-Huber, B.: Der kleine Fuß ganz groß: Dreidimensionale manuelle Fußtherapie bei kindlichen Fußfehlstellungen. München, Elsevier 2004

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 13.10.2009
 
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