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Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase können auf eine Sinusitis hinweisen

Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase können auf eine Sinusitis hinweisen
(Quelle: BananaStock)

Sinusitis, auch Nasennebenhöhlenentzündung genannt, bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Nasennebenhöhlen. Die Nasennebenhöhlen sind mit der Nasenhöhle verbunden und befinden sich oberhalb der Nase (Stirnhöhlen), zwischen Augen und Nase (Keilbeinhöhle und Siebbein) sowie unterhalb der Augen (Kieferhöhle). Am häufigsten sind das Siebbein und die Kieferhöhle von einer Sinusitis betroffen. Meistens entsteht die Sinusitis in Folge eines Schnupfens (Rhinitis), deshalb wird heute vermehrt der Begriff Rhinosinusitis verwendet. Eine akute Sinusitis liegt vor, wenn die Symptome maximal zwölf Wochen lang anhalten. Bestehen die Beschwerden länger, gilt die Sinusitis als chronisch.

Die Häufigkeit der Sinusitis ist aufgrund verschiedener Ursachen schwierig zu bewerten. Eine Studie konnte jedoch zeigen, dass während einer Woche im Winter 2000/2001 in Deutschland etwa 1,8 Prozent der Menschen über 16 Jahren an einer Sinusitis erkrankten. In den zwölf als "Atemwegssaison" bezeichneten Wochen im Winter, in denen Atemwegserkrankungen besonders häufig sind, waren schätzungsweise 21,5 Prozent der Bevölkerung von einer Sinusitis betroffen. In 80 Prozent der Fälle lag eine akute Sinusitis vor, die chronische Sinusitis kam mit einer Häufigkeit von 20 Prozent vor. Übergewichtige, Raucher und Allergiker litten zusätzlich häufiger an weiteren Atemwegserkrankungen.


Was sind die Ursachen einer Sinusitis?

Die akute Sinusitis entsteht meistens in Folge von Entzündungen der Nasenschleimhaut (Schnupfen), da die Nasenschleimhaut und die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen miteinander in Verbindung stehen. Durch die Schwellung der Nasenschleimhaut kann das Schnupfensekret schlecht abfließen und Entzündungen in den Nasennebenhöhlen hervorrufen. Jedoch führt nicht jede Schnupfenerkrankung auch zu einer Nasennebenhöhlenentzündung. Die Art des Erregers, das Immunsystem des Einzelnen sowie individuelle körperliche Besonderheiten, wie beispielsweise ein verengter Nasengang, spielen eine Rolle bei der Entstehung.

Die Hauptursache der chronischen Sinusitis ist eine dauerhafte Verengung des Bereichs zwischen der Nasenhaupthöhle und den Nasennebenhöhlen, wodurch der Abfluss von Sekreten aus den Nasennebenhöhlen und die Belüftung beeinträchtigt werden. Solche Verengungen können durch Veränderungen des Naseninneren, wie einer Verkrümmung der Nasenscheidewand, einen Sporn in der Nasenscheidewand oder Geschwülste (Polypen) entstehen. Auch Allergien, Asthma, andere chronisch-entzündliche Erkrankungen, Tumoren sowie eine Schmerzmittel-Unverträglichkeit, können Verengungen in diesem Bereich auslösen.

Zudem gibt es einige Sonderformen der Sinusitis, die spezielle Ursachen haben. Die "nosokomiale Sinusitis" kann durch ärztliche Behandlungen entstehen, bei denen ein Schlauch in die Nase eingeführt wird. Die "Barosinusitis" wird durch Druckveränderungen beim Fliegen oder Tauchen verursacht und die "Badesinusitis" ist auf Erreger zurückzuführen, die beim Schwimmen in die Nase gelangen können.


Durch welche Symptome macht sich eine Sinusitis bemerkbar?

Eine Sinusitis macht sich hauptsächlich durch Kopf- und Gesichtsschmerzen und eine verstopfte Nase bemerkbar. Häufig sind auch ein Druckgefühl im Kopf, eitriges Nasensekret, eine laufende Nase, eine Einschränkung oder ein Verlust des Riechvermögens und Fieber. Begleitsymptome können neben einem generellen Krankheitsgefühl Husten, eine Zunahme der Schmerzen beim Bücken, Druck im Ohr, Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen, Mundgeruch und eine erhöhte Reizbarkeit sein.


Wie wird eine Sinusitis diagnostiziert?

Bei der Diagnose einer Sinusitis wird zunächst die Krankheitsgeschichte des Betroffenen in Erfahrung gebracht (Anamnese). Durch eine körperliche Untersuchung kann der Arzt feststellen, ob beim Vorbeugen die Schmerzen im Kopfbereich verstärkt werden. Mittels Drücken und Klopfen der Nasennebenhöhlen wird ermittelt, welche Seite betroffen ist. Mithilfe eines Endoskops wird das Innere der Nase untersucht.

Besonders bei der chronischen Sinusitis kann zusätzlich die Untersuchung des Naseninneren mittels Röntgen, Ultraschall (Sonographie), Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), sinnvoll sein. Zudem kann eine Untersuchung auf Allergien oder eine Schmerzmittel-Unverträglichkeit bei der Diagnose einer Sinusitis helfen. Die Analyse eines Schleimhaut-Abstriches kann weitere nützliche Informationen liefern.


Wie wird eine Sinusitis therapiert?

Die Beschwerden einer leichten Sinusitis können zum Teil durch verschiedene Hausmittel oder nicht-medikamentöse Behandlungen therapiert werden. Reicht dies nicht aus, kommen Medikamente zum Einsatz. Wenn auch eine medikamentöse Behandlung keinen Erfolg bringt, wird die Sinusitis durch operative Eingriffe behandelt.

Hausmittel und alternative Heilmethoden

Salzhaltige Nasensprays oder -spülungen können eine abschwellende Wirkung haben, das Nasensekret verflüssigen und somit ein Abfließen von Schleim erleichtern. Die Inhalation von warmen Dämpfen kann einige Beschwerden lindern, die medizinische Wirksamkeit ist jedoch nicht bewiesen. Gleiches gilt für die Verwendung einer Infrarotlampe. Eine Inhalation mit ätherischen Ölen, wie Menthol, wird nicht empfohlen, da die Wirksamkeit bislang nicht belegt ist und noch Unklarheiten bestehen, ob ätherische Öle möglicherweise den Abfluss von Schleim zusätzlich behindern können. Ob eine Sinusitis durch Akupunktur therapiert werden kann, ist nicht erwiesen, jedoch können Kopfschmerzen durch eine Akupunktur-Behandlung nachweislich gelindert werden. Bei Fieber sollte Bettruhe gehalten werden.

Medikamentöse Behandlung

Die Schmerzsymptome einer Sinusitis können medikamentös durch Schmerzmittel behandelt werden. Durch Antibiotika kann die Entzündung eingedämmt werden, schwellungslindernde Medikamente und Schleimlöser sorgen dafür, dass angestauter Schleim abfließen kann. In einigen Fällen, wie beispielsweise bei Vorliegen von Geschwülsten (Polypen), können Glukokortikoide wie Cortison die Symptome lindern.

Operative Therapie

Bei einer chronischen oder akuten wiederkehrenden Sinusitis können operative Therapien, wie eine Nasennebenhöhlenspülung, helfen. Geschwülste in der Nase können chirurgisch entfernt werden. Operative Eingriffe sind jedoch nur selten nötig, da die Therapie mit Antibiotika in den meisten Fällen ausreichend ist.


Welche Komplikationen können im Verlauf einer Sinusitis auftreten?

Im Verlauf einer Sinusitis können verschiedene Komplikationen auftreten. Beispielsweise kann sich die Knochenhaut eines Knochens, der an die Augenhöhle angrenzt (Siebbein), entzünden. Auch Abszesse unter der Knochenhaut und eine Erkrankung der Augenhöhle sind mögliche Folgen einer Sinusitis. Diese Komplikationen können sich durch eine Schwellung der Lider oder der Bindehaut, ein Hervortreten des Augapfels, ein eingeschränktes Sehvermögen bis hin zur Erblindung oder eine eingeschränkte bis nicht mehr vorhandene Beweglichkeit des Augapfels bemerkbar machen. Weitere mögliche seltene Komplikationen sind eine Gehirnhautentzündung und Abszesse oder Thrombosen innerhalb des Kopfes.


Wie kann man einer Sinusitis vorbeugen?

Einer akuten Sinusitis kann man vorbeugen, indem man bei Schnupfen dafür sorgt, dass das Nasensekret gut abfließt. Dafür können salzhaltige Nasensprays oder -duschen und schleimlösende oder schwellungslindernde Medikamente in Absprache mit einem Arzt verwendet werden. Auch ausreichendes Trinken kann dazu beitragen, Schleim zu verflüssigen und den Abfluss zu fördern. Bei individuellen körperlichen Besonderheiten, wie einer verkrümmten Nasenscheidewand oder auch Geschwülsten, können operative Eingriffe zur Behebung von Verengungen das Risiko einer Sinusitis verringern. Bei einer allergisch bedingten oder durch Schmerzmittel-Unverträglichkeit verursachten Sinusitis sollte der Kontakt mit allergenen Stoffen beziehungsweise die Einnahme der entsprechenden Medikamente vermieden werden.


In unserer HNO-Expertenrat können Sie persönliche Fragen zum Thema Sinusitis direkt an unsere Experten richten.

Quellen:
AWMF-Leitlinie der Dt. Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf und Halschirurgie "Rhinosinusitis" Register Nr. 017/049 (Stand: Mai 2007)
Boenninghaus HG et al.: HNO, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007
Probst R. et al. (Hrsg.): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Thieme Verlag, Stuttgart 2008
Elies W. et al.: Häufigkeit und Therapie der Sinusitis, Chemotherapie Journal, August 2007

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 17.08.2009
 
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