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Sodbrennen (Refluxkrankheit)

Bei Sodbrennen sollte fettiges und ungesundes Essen vermieden werden

Bei Sodbrennen sollte fettiges und ungesundes Essen vermieden werden
(Quelle: DAK/Schläger)

Sodbrennen (Refluxkrankheit) tritt auf, wenn der Mageninhalt wieder in die Speiseröhre (Ösophagus) zurückfließt. Deshalb wird für Sodbrennen auch häufig die Bezeichnung Ösophagitis benutzt. Genau genommen ist Sodbrennen das Hauptsymptom der Refluxkrankheit, wird aber meist synonym verwendet.

In den westlichen Industrieländern ist Sodbrennen weit verbreitet und stellt eine der häufigsten Erkrankungen des oberen Verdauungsapparates dar: Etwa jeder zehnte Deutsche leidet zumindest zeitweise unter Sodbrennen, dabei sind Frauen und Männer gleich häufig betroffen.


Welche Ursachen hat Sodbrennen?

Auslöser von Sodbrennen ist ein Rückfluss von Mageninhalt beziehungsweise -säure in die Speiseröhre. Ein leichter Rückfluss in die Speiseröhre ist normal und verursacht keine Beschwerden. Ist der Rückfluss jedoch so groß, dass er Beschwerden verursacht, spricht man von der Refluxkrankheit.

Häufig tritt Sodbrennen nach fettigem oder ungesundem Essen, nach Alkohol- oder Kaffeegenuss oder bei Nikotinkonsum auf. Auch in der Schwangerschaft kann Sodbrennen vorkommen, weil die größer werdende Gebärmutter auf Magen und Speiseröhre drückt und so Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt.

Liegt die Ursache von Sodbrennen in einer Schwäche der Antirefluxbarriere zwischen Magen und Speiseröhre, handelt es sich um eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Die Antirefluxbarriere funktioniert wie ein Ventil; wenn es nachgibt, gelangt Mageninhalt in die Speiseröhre und löst Sodbrennen aus.

Aber auch andere Erkrankungen können Sodbrennen auslösen:


  • Magengeschwür
  • Gefäß- oder Bindegewebsschwäche
  • Kontraktionsstörungen der Speiseröhre

Sodbrennen ist das Hauptsymptom

Sodbrennen ist das Hauptsymptom der Refluxkrankheit. Sehr häufig kommt es auch zu saurem Aufstoßen. Luftschlucken und -aufstoßen sowie Probleme beim Schlucken sind ebenfalls häufige Begleiterscheinungen von Sodbrennen.

Sodbrennen tritt besonders oft nachts auf, weil die Magensäure durch die horizontale Lage des Körpers besonders einfach in die Speiseröhre gelangen kann. Dazu kommt es morgens gelegentlich zu Heiserkeit. Auch Husten kann parallel zu Sodbrennen auftreten.


Wie wird Sodbrennen diagnostiziert?

Zur Diagnose von Sodbrennen reicht oftmals das Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) mit dem Arzt aus. Anschließend werden Protonenpumpenhemmer (PPI) eingesetzt. Bei PPI handelt es sich um Medikamente, welche die Produktion von Magensäure hemmen. Kommt es nach der Einnahme zu einer Verbesserung der Symptome, ist das ein Hinweis auf Sodbrennen.

Bei älteren Menschen sowie lange anhaltendem Sodbrennen wird eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophagusgastroduodenoskopie) durchgeführt. Besonders Veränderungen der Schleimhaut lassen sich durch die Spiegelung erkennen.

Um die Säurekonzentration in der Speiseröhre genau zu messen, wird eine Langzeit-pH-Metrie angewendet. Eine pH-Sonde wird dabei in die Speiseröhre eingeführt und 24 Stunden lang während des normalen Tagesablaufs getragen. In einem Speichergerät werden die Daten kontinuierlich erfasst, zusätzlich kann bei Beschwerden ein Auslöser betätigt werden, um eine genauere Auswertung der Informationen zu ermöglichen.


Wie wird Sodbrennen therapiert?

Die Behandlung von Sodbrennen hängt von der Ursache ab. Oftmals reichen Änderungen in der Lebens- und Ernährungsweise aus: Gewichtsreduktion, die Meidung von fettreichem Essen sowie Alkohol, Kaffee oder Nikotin sind geeignete Maßnahmen. Bei der Ernährungsumstellung ist es ratsam, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen und spätabends nichts mehr zu essen. Dabei ist es sinnvoll, keine scharfen Gewürze, fettreiche Speisen oder Süßigkeiten zu sich zu nehmen. Zur Linderung von akuten Symptomen eignet sich auch eine sitzende Schlafposition, sodass die Magensäure nicht mehr so einfach in die Speiseröhre gelangt.

Sodbrennen kann auch mit Medikamenten behandelt werden. Dafür eignen sich Wirkstoffe, die die Magensäure hemmen. Protonenpumpenhemmer (PPI), H2-Rezeptor-Blocker (abends eingenommen) sowie Antazida sind die Mittel der Wahl. Medikamente gegen Sodbrennen eignen sich nur für die kurzzeitige Anwendung, da sie Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel sowie Leberstörungen auslösen können.

Operation bei Sodbrennen

Wenn eine Änderung der Lebensweise und Medikamente keine langfristige Linderung der Beschwerden bewirken, steht die Antirefluxchirurgie zur Verfügung: Mithilfe von verschiedenen Operationsverfahren wird dabei eine neue Barriere zwischen Magen und Speiseröhre erstellt. Die Antirefluxchirurgie hat sich bislang noch nicht als Standardverfahren durchgesetzt, da häufig Nebenwirkungen wie Schluckstörungen oder das Gas-Bloat-Syndrom, eine verzögerte Magenentleerung, die unter anderem Durchfall (Diarrhöe) auslöst, auftreten.


Welchen Verlauf hat Sodbrennen?

In den meisten Fällen verläuft Sodbrennen gut und lässt sich mit einer Änderung der Lebens- und Ernährungsweise sowie gegebenenfalls Medikamenten in den Griff bekommen. Eine langfristige Komplikation von chronischem Sodbrennen stellt der Barrett-Ösophagus dar. Diese Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut ist nicht behandelbar und ein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs. Deshalb sollte ein Barrett-Ösophagus rechtzeitig abgeklärt werden.


Vorbeugung von Sodbrennen

Ernährungsbedingtem Sodbrennen lässt sich durch das Meiden von fetten, süßen Speisen und übermäßigem Konsum von Kaffee, schwarzem Tee und Alkohol vorbeugen.


Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen zum Thema Sodbrennen in der Magen-Darm-Expertenrat.

Quellen:
Classen, M., Diehl, V., Kochsiek, K.: Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2004
Hüttl, T. P.: Chirurgische Behandlungskonzepte der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Shaker, Aachen 2006

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 25.05.2009
 
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