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Sonnenbrand

Wer sich zu lange ungeschützt in der prallen Sonne aufhält, kann leicht einen Sonnenbrand bekommen und erhöht damit sein Hautkrebsrisiko

Wer sich zu lange ungeschützt in der prallen Sonne aufhält, kann leicht einen Sonnenbrand bekommen und erhöht damit sein Hautkrebsrisiko
(Foto: DAK)

Sonnenbrand, in der Fachsprache Dermatitis solaris oder Heliodermatitis genannt, ist eine entzündliche Veränderung der Haut. Sie kann durch eine zu lange oder intensive Einwirkung von Sonnenlicht entstehen. Verursacht wird ein Sonnenbrand durch die ultravioletten Anteile des Sonnenlichts (UV-Strahlung). Auch die künstliche UV-Strahlung einer Sonnenbank kann einen Sonnenbrand hervorrufen.


Wie äußert sich ein Sonnenbrand?

Ein leichter Sonnenbrand, wie ihn die meisten Menschen schon einmal erlebt haben, äußert sich in der Regel kurze Zeit nach einem zu ausgiebigen Sonnenbad durch eine Rötung der Haut und einen brennenden Schmerz an der betroffenen Stelle. Im weiteren Verlauf kommt es häufig zur Bildung von Blasen und einer Abschälung der oberen Hautschichten. In schweren Fällen kann ein Sonnenbrand zu einem Schock, Unwohlsein, Kältegefühl, Fieber und Kreislaufstörungen führen.


Was hilft gegen einen Sonnenbrand?

Einen leichten Sonnenbrand kann man mit kühlenden und feuchtigkeitsspendenden Lotionen, Gelen oder Cremes gut behandeln. Wichtig ist, dass die Produkte auf Wasserbasis hergestellt sind und nicht stark fetten, denn dadurch kann sich die Entzündung noch verschlimmern. Ist kein kühlendes Mittel zur Hand, kann man die Haut auch mit feuchten Umschlägen kühlen. Von einer Beruhigung der Haut mit Eis wird besonders bei Kindern abgeraten, da der Körper dabei sehr leicht unterkühlen kann. Die Benutzung von Quark als Hausmittel zum Abkühlen sonnenverbrannter Haut ist umstritten, da die Bakterien aus Milchprodukten besonders bei stark entzündeter Haut möglicherweise Infektionen verursachen können. Zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes durch die Haut sollte man möglichst viel trinken. Ein Austrocknen der Haut kann durch Salben mit Harnstoff (Urea) oder Pantothensäure verhindert werden.

In der Regel verheilt ein leichter Sonnenbrand innerhalb weniger Tage von selbst. Die vollständige Heilung kann jedoch mehrere Wochen dauern. In dieser Zeit sind die betroffenen Hautstellen sehr empfindlich und sollten möglichst nicht mehr der Sonne ausgesetzt werden.

Ein starker Sonnenbrand dagegen sollte ärztlich behandelt werden. Dabei werden gegebenenfalls Blasen geöffnet und die Haut mit entzündungshemmenden Stoffen, wie Kortison, behandelt. Blasen müssen nur geöffnet werden, wenn sie nicht von selbst innerhalb eines Zeitraums von drei bis vier Tagen nach Auftreten des Sonnenbrands platzen.


Verursacht ein Sonnenbrand Hautkrebs?

Ein Sonnenbrand verursacht zwar nicht sofort Hautkrebs, das Risiko an Hautkrebs zu erkranken steigt jedoch mit jeder Hautschädigung durch UV-Strahlen. Denn eine übermäßige Belastung der Haut durch UV-Licht erhöht auch trotz Benutzung von Sonnenschutzmitteln und ohne Auftreten eines Sonnenbrands bereits das Hautkrebsrisiko. Durch die Veränderungen in der Zellstruktur der Haut, die ein Sonnebrand verursachen kann, wird das Risiko zusätzlich erhöht. Die Haut "vergisst" nicht.


Wer kann besonders leicht einen Sonnenbrand bekommen?

Wer viel in der Sonne badet oder sich im Solarium bräunt, setzt seine Haut einer übermäßigen Belastung durch UV-Strahlung aus. Aber auch Kinder, die sich in der Regel wesentlich länger im Freien aufhalten als Erwachsene, haben ein erhöhtes Sonnenbrand-Risiko. Zudem ist der körpereigene UV-Schutz der Haut im Kindesalter noch nicht voll ausgeprägt.


Wie kann man sich vor einem Sonnenbrand schützen?

Um sich vor einem Sonnenbrand zu schützen ist es in erster Linie wichtig, sich nicht zu lange einer intensiven UV-Strahlung auszusetzen und Sonnenschutzmittel zu verwenden. Diese sollten im Schatten etwa 30 Minuten vor einem Sonnenbad aufgetragen und regelmäßig aufgefrischt werden. Besonders gefährdete Stellen sind die unbehaarte Kopfhaut (Scheitel), die Augenpartie, Nasenrücken, Ohren, Lippen, Wangen, Schultern, Rücken, Dekolleté und Fußrücken. Die Haut muss langsam an die Sonne gewöhnt werden und besonders die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr gilt es prinzipiell zu vermeiden. Im Alltag kann man sich durch dicht gewebte, locker anliegende Kleidung und eine geeignete Kopfbedeckung vor einem Sonnenbrand und einer zu hohen Belastung durch UV-Strahlen schützen. Besonders Kinder und Menschen mit sehr heller Haut sollten auch im Wasser geeignete UV-abweisende Kleidung tragen. Verschiedene Hersteller bieten spezielle Kleidung an, die gezielt UV-Strahlung abhält und einen bestimmten Lichtschutzfaktor aufweist.

Der Lichtschutzfaktor

Sonnenschutzmittel müssen einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor (LSF) besitzen. Der Lichtschutzfaktor gibt an, um welchen Faktor sich der Zeitraum verlängert, in dem man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

Der Lichtschutzfaktor bezieht sich nur auf den Schutz vor UV-B-Strahlung, die verantwortlich für die Entstehung eines Sonnenbrands ist. Eine einheitliche Kennzeichnung für den Schutz vor UV-A-Strahlung, die zwar keinen Sonnenbrand verursacht, dafür aber ebenfalls das Hautkrebsrisiko erhöht, gibt es bislang nicht.

Für Kinder wird generell mindestens ein Lichtschutzfaktor von 15 oder besser 20 empfohlen. Kinder unter einem Jahr sollten direkter Sonnenstrahlung generell nicht ausgesetzt werden, auch um einen Sonnenstich zu vermeiden. Für Jugendliche und Erwachsene richtet sich der empfohlene Lichtschutzfaktor nach dem Hauttyp und dem aktuellen UV-Index (UV-I). Als Faustregel gilt: Der Lichtschutzfaktor muss mindestens dem doppelten UV-Index entsprechen. Besonders Menschen mit sehr empfindlicher Haut sollten tendenziell Produkte mit einem noch höheren Lichtschutzfaktor verwenden.

Die Hauttypen

Bei hellhäutigen Menschen unterscheidet man vier Hauttypen.

Menschen mit Hauttyp I sind gekennzeichnet durch auffallend helle Haut mit Sommersprossen, blaue Augen und rötliche Haare. Sie werden nicht braun und bekommen in der Mittagssonne bereits nach fünf bis zehn Minuten einen Sonnenbrand.

Personen mit Hauttyp II haben meistens blonde Haare und graue, blaue oder grüne Augen. Sie werden nur mäßig braun und die Haut rötet sich nach etwa zehn bis 20 Minuten in der prallen Sonne.

Hauttyp III ist der häufigste Hauttyp in Deutschland. Er ist charakterisiert durch dunkelblonde Haare und graue oder braune Augen. Personen mit diesem Hauttyp können sich 20 bis 30 Minuten in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen und werden bei wiederholtem Sonnenbaden stetig brauner.

Menschen mit Hauttyp IV haben meistens dunkle Haare und braune Augen. Ihnen bleibt mit ihrer hellbraunen Haut ein Sonnenbrand in der Regel erspart. Ihre Haut rötet sich frühestens nach 40 Minuten starker Sonneneinwirkung, wenn sie nicht bereits vorgebräunt ist.

Der UV-Index

Der UV-Index ist ein international einheitlicher Maßstab zur Bewertung der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Je höher der UV-Index, desto höher ist die Gefahr einen Sonnenbrand zu bekommen. Der Wert ist abhängig vom Wetter, vom Breitengrad und der Höhenlage einer Region. Auch die Farbe des Untergrunds spielt eine Rolle. So wird zum Beispiel in Gegenden mit Schnee oder hellem Sand viel UV-Strahlung reflektiert, wodurch der UV-Index steigt. Da auch Wolken UV-Strahlung reflektieren, kann der UV-Index bei bestimmten Bewölkungsverhältnissen sogar höher sein, als bei klarem Himmel. Der UV-Index für Orte in Deutschland wird regelmäßig und mehrmals am Tag aktualisiert und kann hier abgefragt werden. Eine Liste typischer UV-I-Werte für Regionen auf der ganzen Welt findet man auf dieser Seite.

Empfehlungen

Die folgenden Empfehlungen der Strahlenschutzkommission gelten für Hauttyp II. Bei Personen mit einer empfindlicheren Haut kann ein Sonnenbrand auch schon nach kürzerer Zeit in der Sonne auftreten:

UV-I Belastung Sonnenbrand möglich UV-Schutz
0 - 1 niedrig unwahrscheinlich nicht erforderlich
2 - 4 mittel ab 30 Min. empfehlenswert
5 - 7 hoch ab 20 Min. erforderlich
≥ 8 sehr hoch in weniger als 20 Min. unbedingt erforderlich

Ist gebräunte Haut gesund?

In der heutigen Zeit steht eine braune Haut für Schönheit und wird fälschlicherweise mit Gesundheit in Verbindung gebracht. Dies führt dazu, dass sich viele Menschen einer ungesund hohen Intensität an UV-Strahlung aussetzen. Auch ohne Sonnenbrand führt dies zu einem erhöhten Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Das sollte beim Streben nach einem vermeintlich schönen und gesunden Aussehen bedacht werden. Nicht alle Menschen haben die Voraussetzung diesem fraglichen Schönheitsideal zu entsprechen und sollten ihre Haut in ihrem natürlichen Zustand akzeptieren. Wahr ist, dass der Mensch UV-Licht benötigt, um Vitamin D zu produzieren, allerdings reichen dafür 15 Minuten indirekte Sonnenstrahlung auf Gesicht und Hände vollkommen aus.


Die wichtigsten Tipps im Überblick

Die wichtigsten Tipps zur Vermeidung eines Sonnenbrands sind:


  • Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden
  • Haut langsam an die Sonne gewöhnen
  • Körper durch Kleidung und Kopfbedeckung schützen
  • Sonnenschutzmittel im Schatten etwa 30 Minuten vor einem Sonnenbad auftragen
  • Sonnenschutz regelmäßig erneuern
  • Schutzwirkungsdauer von Sonnenschutzmitteln beachten
  • Kinder und Menschen mit sehr heller Haut: Im Wasser UV-abweisende Kleidung tragen
  • Kleinkinder nicht der prallen Sonne aussetzen
  • Vorbräunen im Solarium oder durch selbstbräunende Mittel erhöht nicht den Eigenschutz der Haut

In der Hausarzt-Expertenrat können Sie persönliche Fragen zum Thema Sonnenbrand direkt an unsere Experten richten.

Quellen:
Online-Informationen des Bundesamts für Strahlenschutz, Salzgitter: http://www.bfs.de (Stand Juni 2009)
Online-Informationen der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, Hamburg: http://www.unserehaut.de (Stand: Juni 2009)
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Köln: http://www.kindergesundheit-info.de (Stand: Juni 2009)
Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.: http://www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: Juni 2009)

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 19.06.2013
 
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