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Sonnenstich

Besonders bei kleinen Kindern muss der Kopf- und Nackenbereich vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, um einem Sonnenstich vorzubeugen

Besonders bei kleinen Kindern muss der Kopf- und Nackenbereich vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, um einem Sonnenstich vorzubeugen
(Foto: BananaStock)

Sonnenstich bezeichnet eine Reizung der Hirnhaut, die durch direkte Sonneneinstrahlung verursacht wird. Neben dem Hitzekollaps, Hitzeschlag und Hitzekrämpfen gehört der Sonnenstich zu den als Hitzeschäden bezeichneten Krankheitsbildern in der Notfallmedizin, die sich auf Störungen des Wärmehaushalts bei hohen Umgebungstemperaturen beziehen. Ein Sonnenbrand dagegen ist eine Entzündungsreaktion der Haut und zählt nicht zu den Hitzeschäden.


Wodurch entsteht ein Sonnenstich?

Ein Sonnenstich entsteht durch lang andauernde und direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf- und Nackenbereich. Dadurch kann es zu einer Reizung der Hirnhaut kommen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kinder und Menschen mit wenig Kopfhaar. Auch Radfahrer, die ihren Oberkörper weit nach vorne beugen, können an sehr sonnigen und heißen Tagen leicht einen Sonnenstich bekommen, wenn der Nackenbereich ungeschützt bleibt. Gleiches gilt für Personen die im Freien arbeiten, wie Gärtner oder Bauarbeiter.


Welche Symptome treten bei einem Sonnenstich auf?

Mögliche Symptome eines Sonnenstichs sind:


  • Hochroter und heißer Kopf
  • Schwindel
  • Fieber
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Innere Unruhe
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bewusstlosigkeit

Bei Kleinkindern kann in Folge eines Sonnenstichs außerdem eine Hirnhautentzündung auftreten.


Was kann man gegen einen Sonnenstich tun?

Bei einem Sonnenstich ist es zunächst wichtig, Betroffene in eine schattige und kühle Umgebung zu bringen. Dort sollte der Kopf erhöht gelagert und mit feuchten Tüchern gekühlt werden. Bei Bewusstlosigkeit muss ein Notarzt gerufen werden. Gegebenenfalls sind Erste Hilfe-Maßnahmen wie die Herstellung der stabilen Seitenlage, Atemspende oder Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig. Zu beachten ist, dass andere Hitzeschäden einem Sonnenstich ähneln können, aber unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen erfordern können.


Wie kann man einem Sonnenstich vorbeugen?

Um einem Sonnenstich vorzubeugen, müssen Kopf und Nacken vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Dafür bieten sich verschiedene Kopfbedeckungen an, die auch den Nackenbereich bedecken, wie Sonnenhüte oder Kappen mit einer Stoffverlängerung an der Rückseite. Helle Materialien reflektieren mehr Licht und Wärme und eignen sich deshalb besser als dunkle Stoffe.

Außerdem sollten an heißen Tagen folgende Verhaltensregeln beachtet werden, um einem Sonnenstich und anderen Hitzeschäden vorzubeugen:


  • Viel trinken.
  • Nicht in die pralle Sonne gehen, besonders in der Mittagszeit.
  • Nicht zu lange in der Sonne bleiben, auch nicht im Wasser.
  • Spätestens bei Temperaturen ab 30 Grad Celsius keinen Sport mehr treiben.
  • Kinder nicht im aufgeheizten Auto warten lassen.
  • Kinder unter einem Jahr niemals der direkten Sonne aussetzen.

Weitere Hitzeschäden

Es gibt weitere Hitzeschäden bei denen die Symptome zum Teil denen eines Sonnenstichs ähneln, die aber anders behandelt werden müssen. Generell sollten Betroffene aber auch hier zunächst in eine kühle und schattige Umgebung gebracht werden.

Hitzekollaps (Hitzeerschöpfung)

Bei einem Hitzekollaps kommt es zu einem Kreislaufzusammenbruch (Kreislaufkollaps). Die Ursache ist meistens, dass der Körper bei langen Wanderungen oder sportlichen Aktivitäten überhitzt und der Flüssigkeitsbedarf nicht durch ausreichendes Trinken gedeckt wird. Die Körpertemperatur bleibt dabei gleich, die Haut erscheint gerötet und ist mit Schweiß bedeckt. Betroffene klagen in der Regel über einen trockenen Mund sowie starken Durst. Auch Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen zählen zu den Symptomen. Außerdem können Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit auftreten.

Um den Blutkreislauf wieder anzuregen, sollten Betroffene flach auf den Boden gelegt und die Beine leicht erhöht gelagert werden. Durch Trinken und das Kühlen des Körpers mit feuchten Tüchern lassen sich die Symptome eines Hitzekollaps lindern. Wenn Betroffene nicht mehr selbst in der Lage sind zu trinken, muss ein Notarzt gerufen und gegebenenfalls Erste Hilfe geleistet werden.

Hitzeschlag

Ein Hitzeschlag führt durch einen Wärmestau zu einer Schädigung des Körpers. Dies geschieht beispielsweise, wenn die Außentemperatur bei hoher Luftfeuchtigkeit höher als die Körpertemperatur ist. Betroffene leiden dann häufig unter Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen. Herzschlag und Atmung sind beschleunigt, die Haut ist trocken, rot und erhitzt und kann im weiteren Verlauf grau und bläulich werden. Fieber mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius sowie Krämpfe, Schock, Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen sind möglich.

Am wichtigsten ist es bei einem Hitzeschlag, Betroffene flach mit leicht erhöhten Beinen auf den Boden zu legen und ihren Körper schnellstmöglich mit feuchten Tüchern oder Wasser zu kühlen. In schweren Fällen ist es notwendig einen Notarzt zu rufen und Erste Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.

Hitzekrämpfe

Hitzekrämpfe entstehen beispielsweise durch schwere Arbeit bei hohen Temperaturen. Durch den Verlust von Flüssigkeit und Mineralien aufrgrund starken Schwitzens kommt es zu Verkrampfungen der Muskeln. Hitzekrämpfe können sich außerdem durch Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Übelkeit bemerkbar machen. Gegen Hitzekrämpfe hilft es viel zu trinken. In schweren Fällen bringen Infusionen mit Kochsalzlösung Linderung.


Übersicht der Hitzeschäden und Gegenmaßnahmen

  Ursachen Mögliche Symptome Gegenmaßnahmen
Sonnenstich Zu lange, direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Reizung der Hirnhaut. Hochroter und heißer Kopf, Schwindel, Fieber, Ohrgeräusche, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit. Betroffene in schattige, kühle Umgebung bringen, Kopf leicht erhöht lagern und kühlen. Bei Bewusstlosigkeit Erste Hilfe leisten.
Hitzekollaps Überhitzung des Körpers durch Anstrengung und Austrocknung. Kreislauf- zusammenbruch. Gerötete, schweißnasse Haut, trockener Mund, starker Durst, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit. Betroffene im Schatten flach auf den Boden legen, Beine leicht erhöht lagern. Trinken lassen und den Körper kühlen. Gegebenenfalls Erste Hilfe leisten.
Hitzeschlag Hitzestau im Körper, z.B. durch hohe Außen-temperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Herzschlag und Atmung beschleunigt, rote, erhitzte Haut, im weiteren Verlauf Blau- oder Graufärbung, Krämpfe, Schock, Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen. Betroffene im Schatten mit leicht erhöhten Beinen abkühlen. Im Notfall Erste Hilfe leisten.
Hitzekrämpfe Schwere Arbeit bei großer Hitze, Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel. Verkrampfungen der Muskeln, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Übelkeit. In kühler Umgebung viel trinken. Bei anhaltenden Krämpfen einen Arzt hinzuziehen.

In der Hausarzt-Expertenrat können Sie persönliche Fragen zum Thema Sonnenstich direkt an unsere Experten richten.

Quellen:
Brokmann, J.: Repetitorium Notfallmedizin. Springer, Stuttgart 2007
F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007
Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.: http://www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: Juni 2009)

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 19.06.2013
 
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