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Speichel- und Zervixschleim-Tests

Speichel- und Zervixschleim-Tests sind keine Emfpängnisverhütungsmethode, sondern helfen, die fruchtbaren und die weniger fruchtbaren Tage in einem Zyklus kennenzulernen. Während eines Zyklus verändert sich die Zusammensetzung des Speichels wie auch des Zervixschleimes; und wenn man weiß wie, dann kann man die fruchtbaren Tage identifizieren und während dieser Zeit mit Kondomen, mechanischen oder chemischen Hilfsmitteln oder durch Enthaltsamkeit eine Schwangerschaft verhindern.

Östrogen und fruchtbare Tage
Je näher die fruchtbare Phase kommt, um so höher steigt der Östrogenspiegel im Körper. Im Zervixschleim und im Speichel wird mehr Salz produziert. Diese chemische Veränderung des Zervixschleimes wie auch des Speichels ist unabhängig von der Körpertemperatur und bietet auch Frauen, die einen unregelmäßigen Lebensrhythmus haben, oder die im Schichtdienst arbeiten und für die die Temperaturmethode zur Verhütung nicht in Frage kommt, eine Hilfe zur Bestimmung der fruchtbaren Tage.

Erkennbare Kristalle
Wenn man kurz vor dem Eisprung den Speichel oder/und den Zervixschleim auf einen Objektträger aufträgt und dort trocknen lässt, kristallisiert eben dieses Salz und lässt unter dem Mikroskop ein typisches Muster erkennen, welches aussieht wie Farnblätter oder Eiskristalle.
Seit Mitte der neunziger Jahre werden verschiedene kleine Taschenmikroskope in Lippenstiftgröße angeboten, mit deren Hilfe die zyklischen Veränderungen des Zervixschleims wie auch des Speichels analysiert werden können. Die Erkenntnisse dieser Untersuchungen geben Hinweise, die für eine natürliche Empfängnisplanung genutzt werden können.

Wie ändert sich der Zervixschleim?
Während der fruchtbaren Tage ist der Schleim glasklar, geleeartig und hat auf dem Objektträger farnförmige Strukturen. Der Schleim ist zwischen zwei Fingern spinnbar auf über drei Zentimeter (siehe auch Billingsmethode). Während der nicht fruchtbaren Tage bleibt der Zervixschleim konturenlos, weißlich bis gelblich, pappig und klebrig. Er riecht eher neutral bis dumpf. Auf dem Objektträger sind unscharfe Flecken erkennbar.

Wie ändert sich der Speichel?
Auch der Speichel verändert sich in Abhängigkeit vom weiblichen Zyklus. Je nach Zyklusstand variiert die Menge der kristallinen Östrogene im Speichel, die unter einer Vergrößerung deutlich als Farnkrautmuster (wie ein Farnkraut) erkennbar sind.
Bisher wurden Veränderungen in der Konsistenz, dem elektrischen Widerstand und der Enzymkonzentration im Speichel festgestellt. Zur Unterstützung der natürlichen Familienplanung nutzt man diese Veränderungen und wertet die Speichelveränderung, deren Konsistenz beobachtet wird, aus. Nach Absetzen der Pille, nach der Geburt oder Stillzeit kann so durch regelmäßige Beobachtung der Zeitpunkt des Eintretens des normalen Monatszyklus feststellt werden.

Vorgehensweise für die Anwendung mit Speichel
Morgens wird nüchtern vor dem Frühstück und Zähneputzen ein Tropfen Speichel blasenfrei auf die Unterseite des Okulars aufgetragen. Nach etwa 15 Minuten, wenn der Speichel getrocknet ist, kann der getrocknete Speichel analysiert werden.
Vorgehensweise für die Anwendung mit Zervixschleim
Zu jeder Tageszeit kann gestest werden. Nehmen Sie mit dem Finger oder einem sauberen Papiertaschentuch ein wenig Zervixschleim und tragen diesen auf den Objektträger auf. Nachdem der Schleim getrocknet ist (nach etwa 10 Minuten), kann er analysiert werden.

Unfruchtbare Phase
Unfruchtbare Phase

Kieselartige Strukturen nicht definierbarer Art sind zu sehen.

Übergangsphase
Übergangsphase

Wenige kristalline Strukturen sind sichtbar.

Fruchtbare Phase
Fruchtbare Phase

Deutlich ausgebildete Östrogenkristalle (Farnkrautstruktur) sind erkennbar.

Die Untersuchung mit Speichel-Mikroskopen funktioniert selbst bei erhöhter Körpertemperatur einwandfrei. Allerdings kann die Einnahme von Medikamenten, welche die Sekretion der Körperflüssigkeiten, speziell im Rachenraum, beeinflussen, das Bild verfälschen.

 

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 04.02.2009
 
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