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Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

Bei einer Speiseröhrenentzündung sollte man auf scharfe Speisen verzichten und Stress möglichst vermeiden

Bei einer Speiseröhrenentzündung sollte man auf scharfe Speisen verzichten und Stress möglichst vermeiden
(Quelle: BananaStock)

Eine Entzündung der Speiseröhre kann verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen ist die Schleimhaut durch Magensaft geschädigt, der aufgrund verschiedener Ursachen zu häufig aufgestoßen wird (Refluxkrankheit). Die Speiseröhrenentzündung wird oftmals mit harmlosem Sodbrennen abgetan und deshalb nicht rechtzeitig behandelt.


Wie entsteht eine Speiseröhrenentzündung?

Normalerweise ist der Magen zur Speiseröhre hin nach dem Schluckvorgang durch einen Schließmuskel verschlossen (Ösophagus-Sphinkter). Ist die Funktion dieses Muskelrings gestört, kann saurer Magensaft in die Speiseröhre gelangen und deren Schleimhaut reizen. Wird die Schleimhaut diesem Reiz oft oder dauerhaft ausgesetzt, entstehen kleine Verletzungen oder raue Stellen, die sich bald entzünden.

Alkohol, Nikotin, fetthaltige und süße Speisen, aber auch psychische Belastungen wie Stress und Ärger wirken sich ungünstig auf die Festigkeit des Schließmuskels aus. Auch Druck im Bereich des Magens etwa bei stark übergewichtigen Menschen oder bei Schwangeren, kann sich negativ auf den Schließmuskel auswirken. Zudem können ätzende Substanzen oder verschluckte Gegenstände Verletzungen verursachen und so eine Entzündung auslösen.

Medikamente reizen die Schleimhaut der Speiseröhre vor allem dann, wenn sie nicht wie verordnet eingenommen werden. Es ist wichtig, Tabletten mit ausreichend Wasser und wenn möglich, nicht im Liegen, einzunehmen. Bleibt eine Tablette in der Speiseröhre hängen und löst sie sich in der Schleimhaut auf, kann sich diese Stelle ebenfalls entzünden. Aber auch ordnungsgemäß eingenommene Medikamente können eine Speiseröhrenentzündung hervorrufen, wenn sie die Produktion von Magensaft anregen. Dazu gehören vor allem Schmerz- und Rheumamittel (beispielsweise Diclofenac, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen). Das gilt auch für bestimmte Antibiotika (Tetrazykline), bei zusätzlicher Einnahme von Kalium und Eisen und für Medikamente, die gegen poröse Knochen (Osteroporose) verordnet werden.

Eine Speiseröhrenentzündung aufgrund einer Pilzinfektion (Soor) kommt vor allem bei Menschen vor, deren Abwehrsystem geschwächt ist.


Welche Beschwerden macht eine Speiseröhrenentzündung?

Schmerzen und Brennen in der Speiseröhre sowie Schwierigkeiten beim Schlucken deuten auf eine Entzündung in der Speiseröhre hin. Saures Aufstoßen, Brennen hinter dem Brustbein und schlechter Geschmack im Mund sind erste Hinweise auf eine Refluxkrankheit, also einer Schwäche des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen.

Die Anzeichen treten oft nach dem Essen, vor allem nach dem Verzehr von süßen Speisen, insbesondere beim Bücken auf. Bei einer Speiseröhrenentzündung durch Aufstoßen von Magensaft kann es zudem zu Schluckstörungen kommen.


Wie wird eine Speiseröhrenentzündung festgestellt?

Deuten die Beschwerden auf eine Entzündung der Speiseröhre hin und verschwinden die Schmerzen nicht mit dem Verzicht auf Auslöser wie fetthaltiges und süßes Essen, spätes Essen, Alkohol und Nikotin, ist es ratsam, die Speiseröhre untersuchen zu lassen. Mittels einer Spiegelung der Speiseröhre und des Magens mit einem flexiblen Schlauch, an dem eine Optik angebracht ist (Ösophagoskopie und Gastroskopie) kann festgestellt werden, ob eine Entzündung vorliegt, wie ausgeprägt sie ist und ob eine Beteiligung des Magens oder des Magenverschlusses vorliegt.

Während der Spiegelung können auch Gewebeproben entnommen werden (Biopsie), um eine Krebserkrankung auszuschließen. Eine Messung des Säuregehalts in der Speiseröhre untersucht den Grad der Säurebelastung. Die Messung kann über zwölf beziehungsweise 24 Stunden angelegt werden, um bestimmte Zeiten identifizieren zu können, in denen der Säuregehalt steigt.


Die Behandlung einer Speiseröhrenentzündung

Die Behandlung einer Entzündung der Speiseröhre besteht vor allem darin, Auslöser und weitere Reize zu meiden. Oftmals wird empfohlen, ab dem späten Nachmittag keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Zudem ist es ratsam, säureproduzierende und reizende Speisen wie Süßspeisen, scharfes Essen, kurz gebratene Nahrungsmittel und Alkohol nicht mehr zu verzehren. Falls Magensaft die Entzündung verursacht hat, kann das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper die Beschwerden lindern.

Häufig werden Medikamente verschrieben, die den Säuregehalt in der Speiseröhre reduzieren (so genannte Antazida und - bei einer längerfristigen Behandlung - Protonenpumpenhemmer). Oft müssen diese Medikamente lebenslang eingenommen werden.

Eine Alternative kann eine so genannte minimalinvasive Operation sein, die schonend und ohne großen Schnitt durchgeführt wird, die den entzündungsauslösenden Rückfluss des Magensafts unterbindet. Wurde die Speiseröhre durch verschluckte Gegenstände gereizt, müssen diese umgehend entfernt werden. Bilden sich Narbengewebe oder Gewebeverdickungen, kann es nötig sein, diese durch eine Operation zu entfernen.


Wie verläuft eine Speiseröhrenentzündung?

Entzündete Stellen der Speiseröhrenschleimhaut können anfangen zu bluten. Die Blutung muss dann durch einen Arzt gestillt werden. Die entzündete Stelle kann sich auch zu einem Geschwür entwickeln, das weitere Beschwerden wie Schmerzen oder Schluckstörungen verursacht. Aus größeren entzündeten Flächen der Schleimhaut, die lange bestehen, kann Speiseröhrenkrebs entstehen.

Bei der Speiseröhrenentzündung, die durch aufsteigenden Magensaft verursacht wurde (die häufigste Form) bringen Medikamente zur Neutralisation und geringeren Produktion der Magensäure oft Linderung. Gleichzeitig muss die Ursache des aufsteigenden Magensafts ermittelt und behandelt werden. Die Speiseröhrenentzündung kann wiederkehren.


Kann man einer Speiseröhrenentzündung vorbeugen?

Die Vorbeugung einer Speiseröhrenentzündung besteht vor allem darin, Reize wie den Konsum von Alkohol und Zigaretten sowie sehr scharfe Speisen zu meiden. Wird eine Empfindlichkeit oder Aufstoßen von Magensaft bemerkt, sollte vorbeugend auf die so genannten Säurelocker verzichtet werden. Das sind neben Nikotin und Alkohol kurz gebratene, sehr scharfe und sehr süße Speisen. Fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt und der Verzicht von Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen helfen, einer Entzündung der Speiseröhre vorzubeugen.


Bei weiteren Fragen zum Thema Krätze wenden Sie sich doch einfach an die Experten der Hausarzt-Expertenrat.

Quellen:
Gerd Herold (Hrsg.): Innere Medizin. Herold-Verlag, Köln 2005
Online-Informationen der Berliner Charité: www.charite.de/ch/chir/chir/leist/reflux.htm

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 10.08.2009
 
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