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Spitzfuß

Wenn die konservative Therapie kein befriedigendes Ergebnis erzielt, kann ein Spitzfuß auch operativ behandelt werden

Wenn die konservative Therapie kein befriedigendes Ergebnis erzielt, kann ein Spitzfuß auch operativ behandelt werden
(Foto: DAK/Schläger)

Spitzfuß (Pes equinus) bezeichnet eine Fußfehlstellung, bei der die Ferse hoch steht und beim Gehen nicht auf den Untergrund aufgesetzt werden kann. Der Spitzfuß kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens als Folge einer Erkrankung entstehen.


Wie bemerkt man einen Spitzfuß?

Menschen mit Spitzfuß gelingt es nicht, beim Gehen den ganzen Fuß auf den Untergrund aufzustellen und abzurollen. Nur der Vorderfuß und eventuell der Mittelfuß berühren den Boden, nicht aber die Ferse. In extremen Fällen wird der Fuß nur auf den Zehenspitzen belastet. Menschen mit Spitzfuß hinken dadurch. Beim Gehen wird das betroffene Bein nach vorne geschwungen (Steppergang), damit die Zehen des Spitzfußes nicht den Untergrund berühren. Da das Bein auf der betroffenen Seite durch die Fehlstellung verlängert ist, wird das Knie dort auch angewinkelt gehalten. Am anderen Bein kann es hingegen zu einer Überstreckung des Knies kommen.


Ursachen für Spitzfüße

Spitzfüße sind selten angeboren. Als Ursache bei Kindern wird die Beckenendlage vermutet, auch Fehlbildungen, Erkrankungen am Skelett und an den Nerven können beim Ungeborenen einen Spitzfuß verursachen.

Häufiger entsteht der Spitzfuß im Laufe des Lebens und ist dann oft Folge einer vorangegangenen Erkrankung an Muskeln oder Nerven. Dies sind beispielsweise:


Daneben kann ein Spitzfuß auch nach einer Verlängerung des Unterschenkels entstehen, nach längerer Krankheit im Liegen auftreten oder die Folge eines Verbandes sein, der den Fuß über längere Zeit in die Spitzfußstellung gezwungen hat. Dadurch verkürzt die Wadenmuskulatur und "zieht" den Fuß in eine Spitzfußstellung.


Diagnose beim Spitzfuß

Ärzte können einen Spitzfuß am Gang des Betroffenen erkennen. Zusätzlich werden zur Diagnose auch verschiedene Bewegungen des Beins und des Fußes ohne Belastung überprüft. Ein Röntgenbild des Fußes und des Oberschenkels kann weiteren Aufschluss über die Fußfehlstellung geben.


Therapie von Spitzfüßen

Spitzfüße können auf verschiedene Weise therapiert werden, wobei die Behandlung stets den individuellen Gegebenheiten wie Alter und Krankheitsgeschichte des Betroffenen angepasst wird.

Physiotherapeutische Übungen, bei denen die Wadenmuskulatur gedehnt wird, müssen regelmäßig durchgeführt werden und lassen sich beispielsweise mit Gipsverbänden unterstützten. Orthopädische Prothesen (Orthesen) können dabei helfen, den Fuß in die normale Position zurück zu bringen. Schienen sind dazu geeignet, das Heben des Fußes zu unterstützen. Orthopädische Schuhe und Schuhe mit erhöhtem Absatz können die Gehbewegung ausgleichen.

Wenn der Spitzfuß durch die konservativen Therapiemethoden nicht zu behandeln ist, können in extremen Fällen operativ beispielsweise die Achillessehne verlängert oder Korrekturen an Knochen vorgenommen werden.


Verlauf eines Spitzfußes

Wenn ein Spitzfuß über einen längeren Zeitraum hinweg nicht behandelt wird, wirkt sich die Fußfehlstellung negativ auf das restliche Skelett aus. Bei Kindern kann sich die Wirbelsäule im Lendenbereich verkrümmen (Lumbalskoliose) und die Hüfte kann sich schief stellen. Es kommt zu einer funktionellen Fehlhaltung.


Wie kann man einem Spitzfuß vorbeugen?

Einem Spitzfuß, der dadurch entsteht, dass ein Mensch krankheitsbedingt längere Zeit im Liegen verbringen muss, kann vorgebeugt werden, indem die Füße mittels Fußbrett in einem 90 Grad Winkel zum Bein gehalten werden. Daneben ist die rechtzeitige Behandlung von Vorerkrankungen sinnvoll, um die Fußfehlstellung zu verhindern.


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Quellen:
Niethard, F. U. und Pfeil, J.: Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2005
Wirth, C. und Zichner, L.: Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Fuß. Das Standardwerk für Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2002

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 16.10.2009
 
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