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Sport in der Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft kann sich positiv auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken

Sport in der Schwangerschaft kann sich positiv auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken
(Foto: DAK)

Sport in der Schwangerschaft ist nicht verboten. Ganz im Gegenteil. Angepasste sportliche Aktivitäten können den Verlauf einer unkomplizierten Schwangerschaft positiv beeinflussen. Sport hat verschiedene positive Effekte für die Schwangere:


  • Sport fördert das individuelle Wohlbefinden und die psychische Ausgeglichenheit, da durch Sport Stress abgebaut werden kann.
  • Sport stärkt das persönliche Körpergefühl und Selbstbewusstsein.
  • Durch sportliche Aktivitäten kann die körperliche Leistungsfähigkeit bis zur Entbindung erhöht werden.
  • Die Gewichtszunahme kann in natürlichen Grenzen gehalten werden.
  • Die Sauerstoffversorgung verbessert sich und die Abwehrkräfte werden gestärkt.
  • Haltungsschäden können reduziert werden.
  • Die Risiken für Thrombosen, Krampfadern und andere Schwangerschaftskomplikationen können deutlich vermindert werden.
  • Oftmals haben trainierte Frauen leichtere Geburten und erholen sich nach der Entbindung schneller.
  • Sportlich aktive Frauen benötigen im Vergleich zu inaktiven bei der Geburt weniger Schmerzmittel und erhalten seltener einen Dammschnitt. Daneben kommen auch Entbindungen mit Zange oder Saugglocke seltener vor.

Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft sportlich aktiv waren, können unter bestimmten Voraussetzungen ihr Training weiter führen, solange sie keine Leistungsziele verfolgen oder Hochleistungssport betreiben. Das Training sollte im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel reduziert werden.

Bislang sportlich inaktive Frauen sollten während der Schwangerschaft zumindest mit moderatem Training beginnen. Gerade Gymnastik gilt als Vorbereitung auf die Entbindung als eine gut geeignete Sportart und kann dabei helfen, Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen.


Allgemeine Empfehlungen für Sport in der Schwangerschaft


  • Schwangere sollten nur so lange und nur so intensiv Sport treiben, wie sie sich dabei wohl fühlen.
  • Sporttreibende sollten Drehungen um die eigene Achse in Verbindung mit schnellen Beschleunigungen und plötzlichen Stopps unbedingt meiden.
  • Auch Mannschaftssportarten gelten während der Schwangerschaft wegen dem Risiko eines Zusammenstoßes als ungeeignet.
  • Generell sollte das Training kein Verletzungsrisiko bergen. Diagnoseverfahren wie Röntgen-Untersuchungen oder Operationen, Narkosen und eine Ruhigstellung des Körpers können zusätzliche Risiken für Mutter und Kind mit sich bringen.
  • Frauen, die ihre Ausdauer trainieren, sollten auf eine ausreichende Zufuhr an Kohlenhydraten achten.
  • Insbesondere bei Ausdauersport sollte eine zu hohe Körpertemperatur vermieden werden, da dies möglicherweise zu Missbildungen des Ungeborenen führen kann.
  • Mehrlingsschwangerschaften, eine Erkrankung mit Diabetes mellitus, ein Herzleiden oder Infektionen gelten als Risikofaktoren. Auch wenn in diesen Fällen nicht generell auf Sport verzichtet werden muss ist es ratsam, mögliche sportliche Aktivitäten und das Niveau des Trainings zuvor mit einem Arzt abzuklären.


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Quellen:
Lange-Ernst, M.-E.: Fit auch mit Bauch - Sport und Bewegung in der Schwangerschaft. Pressemitteilung des Berufsverband der Frauenärzte e.V. (16.08.2006)
Online-Informationen des Berufsverband der Frauenärzte e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: http://www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: Juni 2008)
Online-Informationen der Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention seit 1912 (DGSP) www.sportundschwangerschaft.de (Stand: 1994)

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 11.07.2012
 
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