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Spreizfuß

Ungeeignetes Schuhwerk kann einen Spreizfuß verursachen

Ungeeignetes Schuhwerk kann einen Spreizfuß verursachen
(Foto: PhotoDisc)

Der Spreizfuß (Pes transversus planus) ist eine häufig auftretende Fußfehlstellung, die meistens keinen Krankheitswert hat. Dabei ist der vordere Teil des Fußes verbreitert und es kann zu einer unnatürlichen Druckverteilung mit Überlastung, Schwielen und teilweise auch Schmerzen kommen. Von einem Spreizfuß sind in den meisten Fällen Frauen betroffen. Er tritt häufig in Kombination mit einem Hohlfuß oder Knick-Senk-Fuß auf.


Ursachen für einen Spreizfuß

Ein Spreizfuß ist nicht angeboren. Er entwickelt sich erst im Laufe des Lebens durch den Einfluss verschiedener Faktoren. Mögliche Ursachen für einen Spreizfuß sind schwache Muskeln, Bindegewebsschwäche, genetische Veranlagung, ungeeignetes und spitz zulaufendes Schuhwerk mit hohen Absätzen, Bewegungsmangel, Übergewicht und Überlastung, beispielsweise durch lange stehende Tätigkeiten am Arbeitsplatz. Ein Spreizfuß tritt besonders häufig bei Frauen nach der Menopause auf - unabhängig davon, ob sie regelmäßig oder niemals ungeeignete Schuhe getragen haben.

Auch Fußfehlstellungen wie der Hohlfuß und der Spitzfuß können wegen der andauernden Überlastung zu einem Spreizfuß führen. Daneben kann der Spreizfuß als Folge einer Kinderlähmung (Polyomyelitis) oder mehreren chronischen Gelenksentzündungen (Polyarthritis) auftreten.


Symptome eines Spreizfußes

Die Füße werden beim Gehen und Stehen durch die nach oben gerichtete Querwölbung des Vorderfußes normalerweise auf dem ersten und dem fünften Mittelfußköpfchen (Metatarsalköpfchen) belastet. Beim Spreizfuß ist das vordere Quergewölbe am Fuß jedoch nicht mehr vorhanden. Dadurch verteilt sich der Druck auch auf das zweite bis vierte Mittelfußköpfchen. Diese Stellen sind die Belastung allerdings nicht gewohnt. Es bilden sich Schwielen, Hornhaut und schmerzende Stellen. Vor allem beim Abrollen und Auftreten auf unebenem Untergrund kann es zu heftigen Schmerzen beim Gehen kommen. Betroffene versuchen diesen Schmerz zu vermeiden, indem sie absichtlich nur die Außenseite des Fußes belasten. Leichte Formen des Spreizfußes werden nicht unbedingt von Schmerzen begleitet. Beim Spreizfuß ist der Vorderfuß außerdem verbreitert, denn die Mittelfußknochen rücken weiter auseinander.


Wie diagnostiziert man einen Spreizfuß?

Ein Arzt kann einen Spreizfuß an seinem typischen Erscheinungsbild und den Beschwerden der Betroffenen erkennen. Zusätzlich lassen sich im Röntgenbild die Veränderungen an den Knochen darstellen.


Wie kann der Spreizfuß behandelt werden?

Ist ein Spreizfuß erst einmal entstanden, lässt sich der Fuß nicht wieder in seine ursprüngliche Form zurück bringen. Auch seine normale Funktion bleibt beeinträchtigt. Die Behandlung zielt daher in erster Linie darauf ab, die Schmerzen für die Betroffenen zu verringern.

Im Rahmen einer Operation können die Fehlstellungen der Knochen korrigiert werden. Außerdem ist es möglich, den Fuß durch orthopädische Schuheinlagen oder Gymnastikübungen beziehungsweise Physiotherapie zu entlasten.


Wie ist der Verlauf der Fußfehlstellung Spreizfuß?

Eine Folge des Spreizfußes kann ein schief stehender großer Zeh, der Hallux valgus, sein. Dabei neigt sich der große Zeh zunehmend in Richtung der kleineren Zehen und schiebt diese zur Seite. Bei Frauen kommt diese Fehlstellung besonders gehäuft vor. Sie wird von engen und spitz zulaufenden Schuhen verursacht. Weitere mögliche Zehfehlstellungen in Folge eines Spreizfußes sind die Hammerzehen und Krallenzehen.


Einem Spreizfuß vorbeugen

Einem Spreizfuß kann vorgebeugt werden, in dem auf das Tragen hochhackiger und eng zulaufender Schuhe so oft wie möglich verzichtet wird. Generell sollte die Wahl der Schuhe nicht aus modischen Gesichtspunkten getroffen sondern Wert auf eine gute Qualität der Schuhe gelegt werden. Auch lange stehende Tätigkeiten sollte man vermeiden, um die Füße nicht zu überlasten.


Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen zum Thema Spreizfuß in der Orthopädie-Expertenrat.

Quellen:
Baumgartner, R. und Stinus, H.: Die orthopädische Versorgung des Fußes. Thieme, Stuttgart 2001
Grifka, J.: Einlagen, Schuhzurichtungen, orthopädische Schuhe. Thieme, Stuttgart 2005
Rössler, H. und Rüther, W.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Elsevier, München 2005

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 05.10.2009
 
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