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Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind besondere Zellen des Menschen, die noch keine genaue Bestimmung haben. Stammzellen sind ursprüngliche Zellen, die zwei besondere Fähigkeiten haben: sie können sich einerseits endlos teilen und können somit neue Stammzellen bilden, andererseits können sie sich spezialisieren. Das heißt, Stammzellen können zu den verschiedenen Zelltypen (z.B. rote oder weiße Blutkörperchen, Nerven-, Knorpel-, Knochen-, Herz-, Muskel- oder Leberzellen) ausreifen und so die unterschiedlichen Gewebe und Organe bilden.

Wofür sind Stammzellen gut?
Forscher streben an, bei verletzten, erkrankten oder vorzeitig abgenützten Geweben oder Organen Stammzellen aus medizinischen Gründen zu transplantieren, mit dem Ziel, geschädigte Organe durch außerhalb des Körpers gezüchtete, passende Zellen reparieren oder ersetzen zu können. Auch werden derzeit Stammzellen in der Pharmaforschung eingesetzt. Allerdings ist noch unklar, welche Faktoren Stammzellen dazu veranlassen, sich in eine bestimmte Richtung zu spezialisieren.

Wo finden wir Stammzellen?

  • Embryonale Stammzellen
    Eine befruchtete Eizelle entwickelt sich durch Zellteilung innerhalb von vier Tagen zu einem Embryo von etwa 0,15 Millimeter Größe.
    Die Stammzellen eines Embryos sind in einem frühen Stadium in ihrer Funktion noch nicht festgelegt. Aus ihnen kann rein theoretisch jeder gebräuchliche Zelltyp und somit jedes Gewebe des menschlichen Körpers hervorgehen.
    Embryonale Stammzellen werden hauptsächlich aus sogenannten "überzähligen Embryonen" im Zusammenhang mit künstlichen Befruchtungen oder aus dem Gewebe abgetriebener Föten gewonnen. Die Verwendung embryonaler Stammzellen gilt in Deutschland als ethisch und moralisch bedenklich und ist nur sehr eingeschränkt erlaubt.

  • Stammzellen durch Klonen
    Der Begriff Klonen bezeichnet allgemein die künstliche Herstellung einer genetisch identischen Kopie eines Lebewesens durch Fortpflanzungstechnik. Beim so genannten therapeutischen Klonen werden aus den Körperzellen eines Patienten Embryonen geklont, aus denen sich nach wenigen Tagen embryonale Stammzellen gewinnen lassen. Ziel der Versuche ist es, dermaleinst aus diesen Stammzellen eigenes Gewebe für eine Transplantation erzeugen zu können, das vom Patienten nicht abgestoßen wird.

  • Erwachsenen-Stammzellen
    Erwachsenen-Stammzellen findet man unter anderem im Knochenmark, im Blut, in verschiedenen Organen, im Knorpel, der Haut und dem Darm. Erwachsene Stammzellen sind nicht mehr so flexibel wie embryonale Stammzellen, sondern sie entwickeln sich in der Regel zu den Zelltypen "ihres" jeweiligen Organs, in dem sie bereits vorspezialisiert wurden. Allerdings ist es bereits unter Forschungsbedingungen gelungen, Stammzellen des Knochenmarks - aus denen sich normalerweise Blutzellen entwickeln, so umzuprogrammieren, dass sich daraus Nervenzellen entwickelten. Im Tierversuch ist dies auch noch mit verschiedenen anderen Geweben gelungen. Die Bedingungen und Faktoren allerdings, die eine solche Umprogrammierung ermöglichen, sind zur Zeit noch nicht geklärt.

    Knochenmark: Die Gewinnung von Stammzellen aus dem Knochenmark erfolgt unter Vollnarkose durch Punktion des Beckenknochens mit einer langen Nadel an mehreren Stellen und Entnahme von etwa 500-1000ml Knochenmark. Dieser Vorgang ist schmerzhaft, birgt das übliche Risiko der Narkose und kann zu Entzündungen führen.

    Blut: Stammzellen können auch aus dem zirkulierenden Blut isoliert werden. Weil dort aber nur sehr wenige Stammzellen vorhanden sind, ist eine Vorbehandlung des Spenders mit Wachstumsfaktoren notwendig, um die Ausbeute zu erhöhen. Diese Vorbehandlung ist zeitaufwendig und der Gesundheit nicht zuträglich.

  • Nabelschnurblut
    Als relativ neue und vielseitige Quelle verschiedener Stammzellen gilt das Blut, welches nach der Entbindung in der Nabelschnur zurückbleibt. Diese Zellen sind zwar schon geringfügig geprägt, entsprechen aber noch am ehesten den embryonalen Stammzellen.
    Stammzellen aus dem Nabelschnurblut können das blutbildende System des Menschen neu aufbauen oder für die Bildung von Leber-, Knorpel-, Muskel-, Herzmuskel- und anderem Gewebe eingesetzt werden. Diese Stammzellen können ohne medizinischen Eingriff problemlos und ohne Risiko gewonnen werden. Sie können für den Eigenbedarf gelagert oder aber gespendet werden.

Da Stammzellen im Körper rar sind, arbeiten weltweit Forscher daran, Stammzellen außerhalb des Körpers so zu vermehren, dass sich daraus ganze Organe entwickeln lassen.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 19.07.2011
 
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