Strahlentherapie
Die Strahlentherapie ist eine der wichtigsten Behandlungsmethoden bei Brustkrebs. Zum Einsatz kommen elektromagnetische Strahlung und auch Teilchenstrahlen. Die Strahlentherapie wirkt örtlich begrenzt. Das bedeutet, dass eine therapeutische Wirkung nur im bestrahlten Körperbereich auftritt.
Wirkungsweise der Strahlentherapie
Durch die Strahlen werden die Krebszellen in der befallenen Brust
abgetötet. Die Wirkung der Strahlen ist im Wesentlichen auf
den bestrahlten Körperbereich beschränkt. Das umliegende
gesunde Gewebe bleibt weitgehend geschützt. Doch der Weg der
Strahlung zum Brustkrebs führt zwangsläufig auch durch
gesundes Gewebe. Damit sich gesundes Gewebe von einer
Strahleneinwirkung erholen kann, erfolgt die Bestrahlung verteilt
auf viele Sitzungen mit jeweils kleiner Strahlendosis.
Bösartige Zellen erholen sich in den Bestrahlungspausen
weniger gut als gesundes Gewebe. Der Brustkrebs wird also auf Dauer
zurückgehen.
Im Laufe einer solchen Strahlentherapie gegen Brustkrebs werden Sie
häufiger müde sein, aber die meisten Frauen können
neben einer Strahlentherapie ihr normales Alltagsleben weiter
führen. Andere Nebenwirkungen können sein:
Appetitverlust, Hautverbrennungen, Übelkeit, eine Verfestigung
der bestrahlten Brust und eine Schwellung und
Bewegungseinschränkung in dem anliegenden Arm. Bestrahlungen
der linken Brust können bei jungen Frauen das Risiko für
einen Herzinfarkt vergrößern, aber das Risiko ist sehr
klein.
Einsatzmöglichkeiten der Strahlentherapie bei
Brustkrebs
Gewöhnlich wird die Strahlentherapie nach einer brusterhaltenden
Behandlung angewendet für Frauen mit Brustkrebs in einem
frühen Stadium. Dabei wird die gesamte Brust bestrahlt. Diese
Strahlentherapie beginnt zwei bis vier Wochen nach der Operation,
wenn die Wundheilung abgeschlossen und zur Kontrolle eine Mammografie
gemacht wurde. Ziel der Nachbestrahlung ist die Abtötung von
möglicherweise noch in der Brust vorhandenen
Tumorzellen.
Bei Frauen vor der Menopause, denen die Brust entfernt
wurde, kann eine Strahlentherapie in Verbindung mit einer
Chemotherapie das Wiederauftreten der Krankheit verhindern und die
Überlebensraten vergrößern.
Strahlentherapie mit oder ohne Chemotherapie dient außerdem
dazu, einen Tumor so zu verkleinern, dass er überhaupt
operativ entfernt werden kann.
Eine Bestrahlung kann auch zur Behandlung von
Tochtergeschwülsten (Metastasen) eingesetzt werden,
insbesondere wenn diese das Skelett befallen haben und die
Stabilität gefährden. Strahlentherapie wird auch dann
angewendet, wenn ein Tumor sich ausgedehnt hat oder auf Grund
seiner Lage nicht operiert werden kann.
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie beschränken sich im Gegensatz zu der Chemotherapie weitestgehend auf den bestrahlten Körperteil und sind in der Ausprägung von der Dosis und Dauer der Strahlentherapie sowie der unterschiedlichen Verträglichkeit abhängig.
Welche Nebenwirkungen kommen häufiger vor?
Bei
der Strahlentherapie können die Krebszellen nicht isoliert
bestrahlt werden, sondern es wird auch gesundes Gewebe dabei
angegriffen. Die Strahlen erzeugen unter anderem eine Menge von
freien Radikalen, die die Zellen schädigen können. So
kann eine Strahlentherapie mit Haut- und Organschäden im
bestrahlten Bereich einhergehen. Auch die empfindlichen
Schleimhautzellen und die Zellen des Knochenmarkes können
angegriffen werden. Dies führt zu Entzündungen im Mund
und Rachenraum sowie zu einer Schwächung der
Abwehrkräfte. Die lokalen Bestrahlungen als Therapie bei
Brustkrebs verursachen meistens geringe Nebenwirkung, da das
Fettgewebe nicht so empfindlich auf die Strahlen reagiert.
Häufig beobachtet man für die Dauer der Therapie eine
Funktionsstörung im Bereich verschiedener Organe, zum Beispiel
Durchfälle, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und
Schluckbeschwerden sowie Atemnot. Wie auch die Chemotherapie geht
die Strahlentherapie mit vermehrter Übelkeit, Müdigkeit
und Erschöpfung einher.
Wie können die Nebenwirkungen reduziert werden
?
Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie versucht man durch die Wahl
der richtigen Strahlendosis, dem Abstand zwischen den einzelnen
Bestrahlungen und der Dauer der Therapie so gering wie möglich
zu halten. Unterstützend kann auch der Einsatz von
biologischen oder komplementären Behandlungsmethoden helfen,
die Rate der Nebenwirkungen zu lindern und die Wirkung der
Strahlentherapie zu unterstützen. Die bestrahlten Hautgebiete
sollten Sie mit milder neutraler Seife reinigen und mit pflegender
Lotion oder Ölen, die Vitamin D- und E-haltig sind,
einreiben.
In fünf bis zehn Prozent der Fälle können
chronische, meist irreversible Behandlungsfolgen oft nach Jahren
der Behandlung auftreten. Es kommt vor allem nach der Bestrahlung
des Unterleibes, des Bauchraumes, der Hals und Rachen Region sowie
der Lunge zu chronischen Entzündungen, Vernarbungen oder sogar
zu einem Zweittumor. Daher ist parallel zur
regelmäßigen Tumornachsorge eine strahlentherapeutische
Nachuntersuchung notwendig.
Linderung der Nebenwirkungen
Zur Linderung der Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie gibt es verschiedene geeignete Behandlungsmethoden. Ferner können durch begleitende Maßnahmen Rückfälle verzögert und die Wirksamkeit der Therapien unterstützt werden. Generell ist es aber wichtig, während der jeweiligen Therapien eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes durchführen zu lassen, um Veränderungen der Blutzusammensetzung schnell erkennen und den Immunstatus kontrollieren zu können.
Allgemeine Maßnahmen
Während einer
Chemo- oder Strahlentherapie wird der Körper und das
Immunsystem geschwächt. Sie sollten sich deswegen in dieser
Zeit ausreichend Ruhe und Schlaf gönnen, sich vollwertig
ernähren
und versuchen, milchsaure Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die die
Darmflora unterstützen und stabilisieren. Vermeiden Sie
Infektionen und tragen sie beim Arbeiten im Haushalt Handschuhe, um
Verletzungen vorzubeugen. Ferner sollten Sie keine zusätzliche
blutverdünnende Präparate, wie z.B. Aspirin, für die
Dauer der Behandlung einnehmen. Bei starkem Erbrechen und
Durchfällen sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt neben
einer ausreichender Menge an Flüssigkeit Elektrolyte und
Spurenelemente zu sich nehmen. Versuchen sie, wenn es Ihr Zustand
erlaubt, Ihr normales Leben weiterzuführen und unnötigen
Stress zu vermeiden.
Welche Behandlungsmethoden werden eingesetzt?
Mithilfe von komplementären
Behandlungsverfahren können eine Reihe von den
verschiedenen Nebenwirkungen der Strahlen- und Chemotherapie
gelindert werden. Mistel und organische Präparate können
durch Stimulation der Abwehrkörper die Schäden an den
blutbildenden Zellen vermindern. Enzyme werden zur Behandlung von
Entzündungen eingesetzt und die Sauerstofftherapie
unterstützt besonders die Wirkung Strahlentherapie.
Bei Schleimhautschäden und Entzündungen, die bei der
Strahlentherapie ausgeprägter sind als bei der Chemotherapie, als auch bei
Durchfällen wird die Substitution von den sogenannten
Radikalfängern oder auch Antioxidantien
wie Vitamin A, C, E und Selen empfohlen. Die Vitamine sollten in
kleineren Dosen über den Tag verteilt eingenommen werden,
Selen dabei in ausreichendem Abstand von mindestens zwei Stunden zu
Vitamin C.
Bei Mundschleimhautentzündungen helfen auch Spülungen mit
Betaisodonna, Panthenol und Vitamin E- oder A- haltigen
Lösungen.
Nach einer Strahlen- oder Chemotherapie kann eine sogenannte
Darmsanierung nützlich sein, um die gestörte Darmflora
wieder aufzubauen. Die Behandlung besteht einerseits aus
ausgewogener und milchsäurehaltiger Ernährung und
andererseits aus der Einnahme von darmfloraaufbauenden
Präparaten.
Dosierung, Art und Dauer der begleitenden Therapien sollten Sie
immer mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Effektive Therapie durch Erythropoetin
Erythropoetin kann bei Blutarmut die Therapie bei Brustkrebs unterstützen und die Lebensqualität verbessern. Blutarmut oder Anämie tritt häufig bei Krebspatienten infolge der Erkrankung selbst oder den verwendeten Therapieverfahren auf. Je weniger Blut und rote Blutkörperchen vorhanden sind, desto schlechter ist die Sauerstoffversorgung des Körpers und auch die Wirkung von Strahlen- und Chemotherapie.
Bessere Wirkung von Chemo- und Strahlentherapie
Die Wirkung von einigen Chemotherapeutika und Strahlentherapie ist
abhängig von der Durchblutung des Gewebes, das heißt vom
Sauerstoff. Prof. Dr. Vaupel aus Mainz meinte in einem Interview,
dass man bei mangelnder Durchblutung und Sauerstoffzufuhr, zum
Beispiel durch eine Anämie, eine bis zu 3-fach höhere
Strahlendosis benötigen würde, um den gleichen
Therapie-Effekt zu erzielen.
Erythropoetin, das auch im Körper gebildet wird, stimuliert im
Knochenmark die Bildung von roten Blutkörpern und verbessert
somit die Sauerstoffversorgung des Körpers und des
Tumorgewebes. Bei schlechter Sauerstoffversorgung überleben
zudem häufig nur die aggressivsten Tumorzellen, die mit der
Situation am besten fertig werden. Diese bösartigen Zellen
vermehren sich schnell weiter und verschlechtern die Prognose des
Brustkrebs. Eine bessere Durchblutung würde die
Effektivität der eingesetzten Therapien verbessern und die
bösartigen Krebszellen besser bekämpfen können. Das
Hormon Erythropoetin ist auch in rekombinanter Form, das
heißt biotechnologisch hergestellt, als Medikament
verfügbar.
Verbesserung der Lebensqualität
Eine Blutarmut kann zusätzlich durch Müdigkeit,
verminderte Leistungsfähigkeit und Erschöpfungszustand
das Leben eines Krebspatienten beeinflussen. Die Verminderung oder
Behebung der Blutarmut durch die Gabe von zum Beispiel
Erythropoetin unter Berücksichtigung zusätzlicher
Nährstoffmangel wie zum Beispiel Eisen, Folsäure und
Vitamin B 12, kann die Lebensqualität der Patienten erheblich
verbessern.
Ob eine Therapie mit Erythropoetin auch bei Ihnen in Frage
kommt, muss jedoch individuell von ihrem behandelnden Arzt
entschieden werden.
Autor: Qualimedic.com AG
Letzte Änderung am: 03.01.2008
