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Thrombose

Thrombosen bilden sich oft in Beinvenen

Thrombosen bilden sich häufig in Beinvenen
(Quelle: LifeArt)

Eine Thrombose entsteht, wenn sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß bildet und dieses verstopft, sodass das Blut nicht mehr ungehindert fließen kann. Die häufigsten Thrombosen sind so genannte tiefe Beinvenen-Thrombosen, das heißt Verschlüsse einer Vene im Bein. Es können aber auch Blutgerinnsel in den Venen des Afters, im Gehirn oder im Bereich des Beckens, der Arme und der Niere entstehen.

Neben den häufigen venösen Thrombosen kann sich ein Blutgerinnsel generell in allen Blutgefäßen bilden. Ist eine Arterie verengt, besteht die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Die Arterien versorgen die Organe mit Sauerstoff, der dann nur noch in geringen Mengen im Herz oder Gehirn ankommt.

Eine Thrombose muss unbedingt behandelt werden, da sich der Thrombus lösen und durch die Gefäße wandern kann. Dadurch kann es auch zu einem lebensgefährlichen Verschluss der Gefäße in den Lungenflügeln kommen (Lungenembolie).


Wie entsteht eine Thrombose?

Die häufigste Ursache einer Thrombose ist eine Störung der Blutgerinnung, die verschiedene Gründe haben kann. Eine starke Gerinnungsneigung bedeutet, dass das Blut schneller und stärker verklumpt. Bei offenen Wunden ist es wichtig, dass Blut gerinnt und somit die Blutung stillt. Dafür sorgen die Thrombozyten im Blut. Das Blut kann jedoch genetisch bedingt oder als Nebenwirkung eines Medikaments zu viele Thrombozyten bilden, oder sie können zu schnell arbeiten, sodass das Blut verstärkt verklumpt und das Risiko für ein Blutgerinnsel steigt.

Auch verschiedene Nahrungsmittel oder eine Schwangerschaft können die Blutgerinnung verändern. Zudem verursachen Schädigungen eines Blutgefäßes unter Umständen eine Thrombose, etwa wenn die innere Gefäßwand sich entzündet oder sie infolge von Alterungsprozessen oder durch Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) angriffen wird. Auch wenn die Gefäßinnenwand im Zuge einer Operation verletzt wird, kann sich ein Thrombus entwickeln.

Risikofaktoren für eine Thrombose?

Die verstärkte Gerinnung des Bluts kann durch unterschiedliche Faktoren begünstigt oder ausgelöst werden. Dazu zählt vor allem mangelnde Bewegung. Bei extremer Bewegungsarmut etwa aufgrund einer langen Erkrankung, die den Betroffenen ans Bett fesselt, oder nach einer Operation, steigt die Gefahr einer Thrombose. Vor und einige Tage nach einer Operation wird deshalb oft ein blutverdünnendes Medikament unter die Haut gespritzt, beispielsweise Heparin.

Auch eine längere Flugreise kann durch das lange und starre Sitzen kombiniert mit weiteren Risikofaktoren insbesondere bei älteren Menschen eine Thrombose entstehen lassen. Zudem erhöhen das Rauchen sowie hormonelle Verhütungsmittel die Thrombosegefahr, insbesondere wenn Frauen über dreißig Jahren rauchen und gleichzeitig ein hormonelles Verhütungsmittel nehmen.


Wie äußert sich eine Thrombose?

Zu Beginn einer Thrombose gibt es oft keine spezifischen Beschwerden. Deshalb werden Thrombosen häufig erst spät entdeckt. Die Anfänge können sich durch häufige Wadenkrämpfe bemerkbar machen. Bei der sehr verbreiteten tiefen Beinvenenthrombose treten meist zunächst Schmerzen im Bein auf, je nach Lage des Thrombus im Ober- oder Unterschenkel. Im weiteren Verlauf schwillt ein Teil des Beins stark an. Die geschwollene Stelle kann heiß werden, die Haut kann stark spannen und glänzen und sich bläulich verfärben.


Wie wird eine Thrombose festgestellt?

Da Anzeichen wie Schmerzen, Schwellung und gespannte Haut nicht ausreichen, um eine Thrombose sicher festzustellen, werden zur Diagnose meist spezielle Bluttests vorgenommen. Dazu wird durch eine einfache Blutentnahme zum Beispiel nachgewiesen, wie stark die Blutkörperchen miteinander verklumpen (Koalugations-Tests), wie schnell das Blut gerinnt (Quik-Test) und ob Abbauprodukte eines Thrombus zu finden sind (D-Dimer-Test).

Um ganz sicher zu gehen, sollte ein entsprechender Facharzt (Phlebologe) die Venen betrachten. Das ist möglich durch eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung (Doppler-Sonographie), die weder schmerzhaft noch gesundheitsschädlich ist. Aufwändiger und belastender ist eine Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmittel (Phlebographie). Wer eine Allergie hat, sollte dies vor der Untersuchung unbedingt angeben, da auch das Kontrastmittel allergische Reaktionen hervorrufen kann.


Die Behandlung einer Thrombose

Das Ziel der Behandlung besteht zunächst darin zu verhindern, dass der Thrombus sich löst und unkontrolliert durch den Körper wandert. Dies kann meist mit blutverdünnenden Medikamenten erreicht werden. Bei einer Beinvenenthrombose werden die Beine zusätzlich in Kompressionsverbände gewickelt. Die Behandlung einer Thrombose findet in der Regel in einem Krankenhaus statt.

Der Thrombus verändert sich in der Regel nach einigen Tagen und wird narbig. Mit Hilfe der blutverdünnenden Medikamente kann das Blut dann meist wieder durch das Gefäß fließen.

Eine Auflösung des Blutgerinnsels ist nur in den ersten Tagen mithilfe spezieller Medikamente möglich und hängt von der Größe und Lage ab. Die Auflösung eines Thrombus kann allerdings lebensgefährlich sein. Ein sehr großer Thrombus muss, je nach Lage, unter Umständen durch eine Operation entfernt werden.


Wie verläuft eine Thrombose?

Weil die Thrombose zu Beginn keine eindeutigen Zeichen aufweist, wird sie leicht übersehen oder erst spät erkannt. Dadurch kann das Blutgerinnsel größer werden. Außerdem kann sich ein Thrombus lösen und eine Lungenembolie verursachen, die im schlimmsten Fall zum plötzlichen Tod führen kann.

Der Verlauf einer Thrombose und die Dauer der Behandlung sind sehr von der Größe und Lage des Thrombus abhängig sowie von der Ursache. Eine tiefe Beinvenenthrombose, die häufigste Form, muss so schnell wie möglich in einem Krankenhaus behandelt werden. Danach müssen in der Regel ein Viertel bis ein Jahr weiter blutverdünnende Medikamente genommen werden. Auch wird die Blutgerinnung mittels Bluttests einige Zeit weiter beobachtet. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen und Bewegung unterstützen die Behandlung mit Medikamenten. Bleibt eine Vene verschlossen, bilden sich meist neue Kreisläufe.


Wie kann man selbst eine Thrombose verhindern?

Besonders für Frauen ist wichtig, dass sie Risikofaktoren wie Rauchen in Kombination mit hormonellen Verhütungsmittel oder Medikamenten meiden, und vor allem im Sommer, wenn sich leicht Wasser in den Beinen einlagert - auf hohe Absätze verzichten. Für die Entwässerung sorgt auch eine ausgewogene Ernährung mit Vollwertprodukten, Obst und Gemüse. Auch Wechselduschen der Waden beugen der Blutgerinnselbildung vor. Wer häufig lange stehen oder sitzen muss, sollte den Blutfluss durch regelmäßige Gymnastik unterstützen. Dazu können die Füße immer wieder zwischendurch auf die Zehen gestellt werden.

Nach einer überstandenen Thrombose sind Sport und Bewegung zur Vorbeugung besonders wichtig. Dazu eignen sich am besten Sportarten wie Schwimmen und Fahrradfahren. Bei Verdacht auf eine Thrombose ist eine frühzeitige Untersuchung durch einen Facharzt (Phlebologe oder Internist) unbedingt ratsam.


Weitere Fragen zu diesem Thema können Sie zum Beispiel in der Expertenrat Venenerkrankungen auf der Gesundheitsberatung stellen.

Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin: Diagnostik und Therapie der Bein- und Beckenvenenthrombose und Lungenembolie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 065/002 (Stand: Januar 2005)
Herold, G. (Hrsg.): Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2005

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 09.10.2008
 
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