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Tierhaarallergie

Viele Menschen haben eine Tierhaarallergie gegen Katzen


Viele Menschen haben eine Tierhaarallergie gegen Katzen
(Quelle: Pixelio/Karen Hilberg)

Tierhaarallergie bezeichnet eine allergische Reaktion auf Speichel, Talg, Haarschuppen, Schweiß und Harn von Tieren. Die Bezeichnung "Tierhaarallergie" fasst Allergien gegen alle diese Stoffe zusammen.

Besonders häufig sind Allergien gegen Katzen. In knapp einem Drittel aller deutschen Haushalte lebt mindestens eine Katze. Dabei ist die Zahl der Allergiker hier besonders hoch: Jeder zehnte Deutsche leidet unter einer Allergie gegen Katzen. Die meisten Allergene befinden sich im Speichel der Katzen. Über die Fellpflege gelangt besonders viel Speichel an die Luft.

Neben Katzen-Allergenen sind Allergene von Kleinnagern wie Meerschweinchen oder Hamster besonders aggressiv. Aber auch Hunde, Pferde und Vögel können eine Tierhaarallergie auslösen.


Wie entsteht eine Tierhaarallergie?

Die Tierhaarallergie ist eine Inhalations- und Kontaktallergie. Das bedeutet, dass die allergische Reaktion durch das Einatmen der Allergene sowie durch Berührung mit der Haut ausgelöst wird.

Allergie vom Soforttyp I

Tierhaarallergien sind durch das Immunglobulin E ausgelöste Sofortreaktionen vom Typ I. Die Reaktion findet also unmittelbar nach Kontakt mit den Allergenen statt. Das Immunglobulin E wird dabei verstärkt gebildet. Es handelt sich also im Grunde um eine Abwehrreaktion des Körpers: Die Antikörper setzen sich an den Mastzellen fest und machen die Allergene unschädlich - dabei setzen sie verstärkt den Botenstoff Histamin frei, was zu Entzündungsreaktionen im Körper führt.

Multifaktorelle Ursachen

Aus welchen Gründen genau Allergien entstehen, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Man geht aber davon aus, dass mehrere Ursachen bei der Entstehung zusammenwirken:


  • Erbliche Faktoren
  • Übertriebene Sauberkeit ("Dreckhypothese")
  • Umweltbelastungen
  • Berufliche Stoffbelastung (z.B. "Bäckerasthma")

Wie äußert sich eine Tierhaarallergie?

Die individuelle allergische Reaktion ist sehr unterschiedlich. Akute Anzeichen sind normalerweise gerötete, tränende Augen, heftige Niesattacken und eine laufende Nase. Insgesamt können eine Reihe von Symptomen einer Tierhaarallergie auftreten, häufig auch in Kombination:



Die Symptome der Tierhaarallergie verstärken sich, je länger man den Allergenen ausgesetzt ist und je aggressiver diese sind. So kann sich bei einer Allergie gegen Kleinnager bereits nach einem Jahr ein Asthma bronchiale entwickeln.

In besonders schweren Fällen kommt es zu Atemnot und Herzrhythmus- und Kreislaufstörungen, dem anaphylaktischen Schock.


Diagnose einer Tierhaarallergie

Häufig ist bei allergischen Symptomen das auslösende Allergen unklar. Bei Verdacht auf eine Allergie ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, der auch Allergologe ist. Im Gespräch mit dem Arzt über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) werden deshalb so viele Auslöser wie möglich ausgeschlossen. Zudem ist es wichtig, über bereits bestehende Allergien von Familienmitgliedern zu informieren. Dann wird die Reaktion auf die in Verdacht stehenden Allergene getestet. Dazu werden in der Regel Haut- und Labortests durchgeführt.

Hauttests bei Allergien

Bei allen Hauttests werden die entsprechenden Allergene auf die Haut - meist am Unterarm oder am Rücken - aufgetragen. Die verschiedenen Stoffe werden eindeutig markiert, damit der jeweilige bei einer eventuellen Hautreaktion genau identifiziert werden kann. Die Allergene müssen nach dem Auftragen in die tiefer liegenden Hautschichten gebracht werden.

Labortests bei Allergien

Bei unklaren Befunden oder bei Kleinkindern ist die Durchführung von Labortests sinnvoll. Dabei lässt sich feststellen, ob der Anteil des Immunglobulin E im Blut erhöht ist. Da erhöhte Immunglobulin E-Werte auch auf andere Erkrankungen hinweisen können, reichen positive Testergebnisse allein zur Diagnose von Allergien nicht aus. Beim Provokationstest werden Allergene direkt auf die Schleimhaut gegeben. Dies kann allerdings schwere allergische Reaktionen auslösen, deshalb werden Provokationstest nur stationär oder in speziell eingerichteten Praxen vorgenommen.


Wie kann eine Tierhaarallergie therapiert werden?

Wie bei jeder Allergie ist auch bei der Tierhaarallergie die beste Behandlung die Meidung des auslösenden Allergens. Es ist deshalb ratsam, den Kontakt mit Tieren, gegen die man allergisch ist, zu vermeiden. Wenn es um das eigene Haustier geht, ist das in der Regel sehr schwer. Wird die gesundheitliche Belastung zu groß, lässt sich die Weggabe des Tieres nicht vermeiden. Häufig führen jedoch schon einige Änderungsmaßnahmen im Lebensumfeld zu einer Verminderung der Beschwerden bei Tierhaarallergie:


  • Das Tier nicht ins Schlafzimmer lassen
  • Wenn möglich, das Tier außerhalb der Wohnung regelmäßig abbürsten
  • Textilien regelmäßig absaugen und -bürsten sowie waschen
  • Wohnung häufig lüften
  • Das Rauchen aufgeben

Hyposensibilisierung

Das Prinzip der Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) beruht auf der Gewöhnung an das auslösende Allergen. Dazu werden über einen festgelegten Zeitraum, meist mehrere Jahre, regelmäßig geringe Dosen des Allergens injiziert. Dadurch wird die Toleranzgrenze heraufgesetzt und die allergische Reaktion vermindert. Die Hyposensibilisierung ist nicht geeignet für Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit Funktionsstörungen der Organe. Neben allergischen Reaktionen können selten schwere Nebenwirkungen wie ein anaphylaktischer Schock auftreten. Deshalb wird die Behandlung stets unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Außerdem ist es sinnvoll, nach der Injizierung noch mindestens eine halbe Stunde in der Praxis zu bleiben.

Medikamente

Zur Linderung der Symptome bei Allergien eignen sich verschiedene Medikamente wie Antihistaminika und Kortison-Präparate.

Antihistaminika

Antihistaminika wirken der Bildung des Botenstoffs Histamin entgegen und vermindern so die Entzündungsreaktion im Körper. Mögliche Nebenwirkungen sind Müdigkeit und Herzrhythmusstörungen.

Kortison-Präparate

Kortison wirkt entzündungshemmend und abschwellend; es kann eingenommen, injiziert oder als Nasenspray angewendet werden. Da Kortison das Risiko für bakterielle Infektionen anhebt und eine Reihe weiterer Nebenwirkungen hat, eignen sich Kortison-Präparate nur in kleinen Dosen und für eine kurzfristige Anwendung.


Wie verläuft eine Tierhaarallergie?

Auch wenn es schwer fällt ist die günstigste Beeinflussung der Prognose die Weggabe des Haustiers. Die Symptome können zwar durch einige Maßnahmen verringert werden, der Effekt fällt jedoch deutlich geringer aus. Wird eine Tierhaarallergie nicht richtig behandelt, verschlimmern sich die Beschwerden, es können sich schwere Krankheiten wie Asthma bronchiale entwickeln. Welche persönlichen Maßnahmen im Einzelfall ergriffen werden, sollte gemeinsam mit dem Arzt abgestimmt werden.


Tierhaarallergie: Wie kann man ihr vorbeugen?

Da die genauen Ursachen für Allergien noch nicht eindeutig geklärt sind, gibt es keine einheitliche Vorbeugungsempfehlung. Um bei einer bestehenden Tierhaarallergie allergischen Reaktionen vorzubeugen, ist es ratsam, die auslösenden Allergene - also das Tier - zu vermeiden.

In einigen Studien wurde ein negativer Zusammenhang zwischen der Ausbildung von Allergien und bestimmten Faktoren gefunden: So erkranken Kinder aus kinderreichen Familien wesentlich seltener an Allergien. Auch frühzeitiger Kontakt mit anderen Kindern sowie das Aufwachsen in einer ländlichen Region sind Aspekte, die das Allergierisiko vermutlich senken.


Richten Sie Ihre persönlichen Fragen zum Thema Tierhaarallergie an die Experten in unserer Hausarzt-Expertenrat.

Quellen:
Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V.: www.daab.de (Stand: September 2008)
Online-Informationen des Robert Koch Institut: www.rki.de (Stand: April 2006)
Raab, W.: Allergiefibel. Verlag Stephan Reusche, Ulm 2004
Stiftung Warentest (Hrsg.): Allergien. Diagnose, Vorbeugung, Behandlung. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2007

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 22.10.2008
 
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