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Trockenwerden – Toilettentraining

Spielende Kinder

Eltern können Kinder beim Trockenwerden durch Toilettentrainung unterstützen
(Foto: BananaStock)

Im Alter zwischen dem 18. und 36. Lebensmonat – frühestens bereits ab dem zwölften Lebensmonat – zeigen Kinder, dass sie auf die Toilette oder das Töpfchen möchten und nicht mehr gewickelt werden wollen. Wenn Kinder diese Eigeninitiative zeigen, können Eltern mit dem Toilettentraining beginnen. Dabei sind zwei Dinge besonders wichtig: Eltern müssen dem Kind ein Vorbild sein und ihm zur Selbstständigkeit verhelfen. Versäumen die Eltern, das Vorhaben der Kinder – das Trockenwerden – zu unterstützen, gewöhnt sich das Kind daran, willentlich in die Windel zu machen. Später ist es mit einem großen Aufwand verbunden, dieses Verhalten zu ändern.

Die meisten Eltern beginnen mit der Sauberkeitserziehung, wenn das Kind zwei Jahre alt ist, andere – wenn das Kind erst spät signalisiert, dass es sauber und trocken werden will – warten, bis es drei oder vier Jahre alt ist. Wenn Kindern der Drang, die Blase oder den Darm zu entleeren, bewusst wird, äußern sie dies in ihrem Verhalten. Eltern erkennen das an der charakteristischen Haltung beim „Drücken“, die die Kinder dann einnehmen. Dieses Bewusstsein ist die Voraussetzung zum Trockenwerden. Für die Eltern stellt es eine Geduldsprobe dar, wenn ihr Kind keine Eigeninitiative zeigt. Jedoch muss man sich nicht verunsichern lassen: Der Reifungsprozess der Blasen- und Darmkontrolle ist individuell sehr unterschiedlich und kann nicht beschleunigt werden.

Generell beherrschen Mädchen meist früher als Jungen ihre Blase und ihren Darm. Viele Mädchen sind mit dreieinhalb Jahren bereits weitestgehend trocken, Unfälle passieren selten. Bei Jungen kann es hingegen bis zur Einschulung dauern, bis sie auch nachts nicht mehr regelmäßig ins Bett machen.


Tipps zum Trockenwerden

Der Entwicklungsprozess bei Kindern ist individuell sehr unterschiedlich. Wenn das Kind Eigeninitiative zum Trockenwerden zeigt, kann das Toilettentraining gestartet werden.

  • Kinder lernen die Benutzung der Toilette hauptsächlich durch Nachahmung. Daher ist es ratsam, die Toilettentür nicht vor dem Kind zu verschließen.
  • Eltern können ihr Kind bitten, zu sagen, wann es muss, wenn es noch eine Windel trägt. Anschließend ist es ratsam, die Windel zu wechseln, um dem Kind zu vermitteln, dass es ernst genommen wird.
  • Möchte das Kind nicht das Töpfchen benutzen, können Hilfsmittel wie ein Toilettensitz-Verkleinerer und ein Hocker vor der Toilette eingesetzt werden.
  • Bei Fehlalarm oder bei einem zu späten Hinweis sollten die Eltern freundlich bleiben und den Versuch loben.
  • Die Hose des Kindes sollte einen elastischen Bund und keine Knöpfe oder einen Reißverschluss haben: So kann das Kind sich selbstständig entkleiden und wieder anziehen.
  • Statt Druck auf die Kinder auszuüben, ist es wichtig, dass Eltern viel Geduld zeigen und sich nach dem Entwicklungstempo des Kindes richten.
  • Wenn das Kind zuverlässig auf die Toilette gehen kann, empfiehlt sich eine Belohnung wie schöne bunte Unterhosen.


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Quellen:
Das neue große Babybuch. Compact, München 2006
Largo, Remo H.: Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. Piper, München 2007

 

Autor: Theresa Nikley 
Letzte Änderung am: 16.07.2012
 
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