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Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine sehr alte Wissenschaft, die auf einige Jahrtausende der Beobachtung, Überlieferung und auf ärztliche Erfahrung zurückblicken kann. Die Traditionelle Chinesische Medizin unterscheidet sich deutlich von der wissenschaftlich orientierten westlichen Medizin.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden keine psychischen Leiden im eigentlichen Sinn behandelt, weil man von einem ganz anderen Krankheitsverständnis ausgeht. Emotionale Störungen werden zwar als Krankheitsursache anerkannt. Psychische Erkrankungen behandelt man allerdings über eine Harmonisierung des jeweils betroffenen Organfunktionskreises (zum Beispiel bei Angst: Stützung des Nierenfunktionskreises).

Ganzheitliche Betrachtung
Die Traditionelle Chinesische Medizin versteht den Körper als ein zusammenhängendes System, in dem alle Körperteile, Organe und Organsysteme durch Energiebahnen miteinander verbunden sind. Gesund ist ein Mensch dann, wenn sich alle seine Energien in Harmonie und im Gleichgewicht befinden. Krankheiten und ihre Symptome werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Störungen des Energieflusses im Körper beschrieben. Dabei hat sie auch eine eigene Art von Fachsprache entwickelt. So kann man z.B. Wörtern wie Funktionskreis, Leitbahn, Yin und Yang begegnen.
Der menschliche Körper ist nach dem Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin zwischen den beiden Polen Yin und Yang "aufgespannt" und somit ein Abbild natürlicher Harmonie. Gesundheit bedeutet in dieser Sichtweise Einklang zwischen dem Menschen und seiner Umwelt, also eine Harmonie der Energien. Die Energie, die den Menschen in den 14 Leitbahnen durchströmt, wird Qi (sprich: tschi) genannt.

Diagnose
Durch die Diagnosestellung versucht der chinesische Arzt nun, Rückschlüsse auf das Qi (bzw. seine Störungen) zu ziehen. Wichtig hierfür ist eine detaillierte Diagnose durch Bewertung des Befindens unter Berücksichtigung einiger psychischer, sozialer und sogar klimatischer Faktoren.
Die Diagnosestellung erfolgt in der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht nur über Befragung des Patienten, sondern auch über das Sehen, Betrachten, Hören, Riechen und Betasten des Kranken. Die Bewegungen, Hautfarbe, Konstitution und der Geisteszustand eines Patienten werden beobachtet sowie die Augen, Nase, Lippen, Zähne, Extremitäten und Fingernägel untersucht. Durch das Hören (der Stimme, der Atmung, des Hustens) und durch das Riechen (der verschiedenen Körpergerüche) gewinnt der Arzt weitere Informationen über den gesundheitlichen Zustand eines Patienten. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild, das durch zwei weitere, klassische Diagnoseformen ergänzt wird: die Zungen- und die Pulsdiagnose.
Zungendiagnose: Bei der Zungendiagnose geben die Form und die Größe der Zunge, die Farbe und Beschaffenheit, sowie Art und Farbe des Zungenbelages Auskunft über das Leiden des Betroffenen. Bestimmte Oberflächenzonen der Zunge werden bestimmten Organen zugeordnet.
Pulsdiagnose: Bei der Pulsdiagnose befühlt man die Arterien der Handgelenke. Ein erfahrener Arzt kann über 30 verschiedene Pulsqualitäten erkennen und diagnostisch bewerten.
Die umfassenden Diagnoseformen der Traditionellen Chinesischen Medizin eignen sich gut, um Funktionsstörungen im Organismus festzustellen. Krankhafte Organveränderungen (wie zum Beispiel beim Krebs) werden jedoch unter Umständen nicht rechtzeitig erkannt.

Technik der Traditionellen Chinesischen Medizin
Die Traditionelle Chinesische Medizin kennt verschiedene Möglichkeiten, Yin- und Yang-Energien auszugleichen, unter anderem:

  • Akupunktur oder Akupressur

  • Chinesische Arzneimitteltherapie

  • Diätetik

  • Qi Gong (eine Form der Bewegungstherapie)

  • Tuina (Chinesische Manuelle Therapie)

  • Moxibustion (chinesische Heikräuterkunde)

Wie wird die Traditionelle Chinesische Medizin eingesetzt?
Im heutigen China wird die Traditionelle Chinesische Medizin bei einfachen Beschwerden, funktionellen Störungen und chronischen Leiden in Anspruch genommen. Traditionelle Arzneimittel werden zur Unterstützung bei der Behandlung chronischer Krankheiten und als Ergänzung zu westlichen medizinischen Maßnahmen bei schweren Organerkrankungen gebraucht.
Von den chinesischen Behandlungsformen haben die Akupunktur und die Akupressur in Europa bisher die weiteste Verbreitung gefunden. In Deutschland wie auch in Europa ist zur Zeit die traditionelle Phytotherapie (Therapie mit pflanzlichen Heilmitteln) sehr beliebt. Ebenso wenden immer mehr Menschen bei uns die Übungen des Tai Chi Chuan an.


Yin und Yang

Die Traditionelle Chinesische Medizin unterteilt die gesamte Energie und alle Organe des Körpers in Yin und Yang. Yin und Yang sind sowohl entgegengesetzte als auch sich ergänzende Kräfte, die nicht nicht starr oder absolut sind, sondern sich immer wandeln können.

  • Yin bezeichnet Ereignisse oder Strukturen, die sich nach innen richten, die Kraft aufnehmen und sammeln
  • Yang bezeichnet Prinzipien, die nach Außen und nach oben gehen und dazu neigen, sich zu erschöpfen.

Unter anderem werden diesen beiden Prinzipien folgende Erscheinungen zugeordnet:

Yin

Yang

Das Weibliche

Das Männliche

Die Erde

Der Himmel

Die Nacht

Der Tag

Das Passive

Das Aktive

Die Substanz

Die Dynamik

Die Kälte

Die Wärme

Der Bauch

Der Rücken

Die Beine

Die Arme

Das Blut

Die Energie

Erst in der vollkommenen Harmonie von Yin und Yang kann die Lebensenergie Qi entstehen und ungehindert fließen.

Organe und Yin und Yang
Alle Organe des Körpers werden dem Yin oder dem Yang zugeordnet. Mit "Organ" ist nicht nur das einzelne Organ gemeint, sondern vielmehr ein Organsystem bzw. eine Art "Organ-Funktionskreis". In der Traditionellen Chinesischen Medizin versteht man die Organe immer im Zusammenhang mit den ihnen im weitesten Sinn zugehörigen Funktionen. Die Lunge zum Beispiel umfasst also hier nicht nur die Atmung, sondern auch das Riechen.

Ungleichgewicht
Durch Zungen- und Pulsdiagnose kann ziemlich genau bestimmt werden, in welchem Funktionskreis ein Ungleichgewicht zwischen den Yin- und Yang-Energien besteht. Sind mehrere Organe betroffen, kann das Organ gefunden werden, das als erstes auf eine schädliche Auswirkung von außen reagiert hat und welches auch behandelt werden sollte. Ist das energetische Ungleichgewicht beim erstbetroffenen Organ behoben, so sollen auch Beschwerden in anderen Organsystemen verschwinden, sofern sich deren Störungen nicht schon verselbständigt haben.

Speisen
Nicht nur die Organsysteme, sondern zum Beispiel auch die Speisen und letztlich alle Lebensvorgänge werden Yin oder Yang zugeordnet. Mahlzeiten sollten gemäß der traditionellen chinesischen Medizin deshalb immer aus einem ausgewogenen Maß von Yin- und Yang-Speisen bestehen. Wird diese Ausgewogenheit nicht eingehalten, können durch dieses Ungleichgewicht nach traditionellen chinesischen Vorstellungen Krankheiten entstehen. Um wieder gesund zu werden, muss das Zuviel der einen Energie weggenommen und mit der entgegengesetzten Energie in Ausgleich gebracht werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel die Einnahme von Arzneimitteln aus Kräutern mit entsprechenden Energiequalitäten, das Einhalten von speziellen Diäten, die Akupunktur oder die Akupressur, Shiatsu.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 05.12.2007
 
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