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Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis)

Um das Risiko einer Trichomonaden-Infektion zu verringern, sollte man beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen

Um das Risiko einer Trichomonaden-Infektion zu verringern, sollte man beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen
(Foto: Pixelio/Tomizak)

Trichomoniasis ist eine Geschlechtskrankheit, die durch den Parasiten Trichomonas vaginalis verursacht wird. Die Trichomonaden-Infektion ist weltweit eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten, in Deutschland kommt sie aber mittlerweile eher selten vor. Besonders bei Männern bleibt die Infektion oft ohne Beschwerden und ist zudem schwerer nachzuweisen, weshalb die Erkrankung vermehrt bei Frauen festgestellt wird.


Wie werden Trichomonaden übertragen?

Trichomonaden werden in erster Linie beim Geschlechtsverkehr übertragen, seltener sind Ansteckungen in der Sauna oder über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Handtücher. Bei Frauen siedeln sich die Parasiten bevorzugt in der Scheide an und lösen dort Beschwerden aus, besonders wenn das Scheidenmilieu gestört ist. Bei Männern tritt die Infektion vorrangig in der Harnröhre auf. Auch infizierte Personen bei denen keine Symptome auftreten, können Trichomonaden übertragen.


Wie äußert sich Trichomoniasis?

Trichomoniasis äußert sich bei Frauen durch Juckreiz, Brennen und gelb-grünlichen Ausfluss mit schaumiger Konsistenz. Häufig tritt gleichzeitig ein unangenehmer Geruch auf, der durch ein gestörtes Scheidenmilieu verursacht wird.

Bei Männern bleibt eine Trichomonaden-Infektion meistens ohne Beschwerden, zum Teil kommt es aber zu einem leichten Brennen nach dem Urinieren oder nach einem Samenerguss. Möglich sind auch Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen sowie ein weißlicher Ausfluss.


Wie wird eine Trichomonaden-Infektion diagnostiziert?

Trichomonaden-Infektionen können durch die Analyse von Schleimhautabstrichen aus der Scheide oder der Harnröhre diagnostiziert werden. Diese werden unter dem Mikroskop und im Labor mithilfe verschiedener Verfahren untersucht.


Wie wird Trichomoniasis behandelt?

Trichomoniasis wird medikamentös mithilfe der Antibiotika Metronidazol oder Tinidazol behandelt. Die Wirkstoffe sind als Pillen, Cremes oder Vaginalzäpfchen erhältlich. In der Schwangerschaft gilt Metronidazol bei vaginaler Anwendung als unbedenklich. Solange eine Infektion mit Trichomonaden besteht, sollten infizierte Personen keinen Geschlechtsverkehr haben. Geschlechtspartner müssen ebenfalls untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Eine erneute Ansteckung nach erfolgreicher Therapie ist nicht ausgeschlossen. Auch wenn keine Beschwerden mehr auftreten, kann die Krankheit noch ansteckend sein.


Wie verläuft eine Infektion mit Trichomonaden?

Besonders bei Männern verläuft eine Infektion mit Trichomonaden oft beschwerdefrei. Jedoch sind Entzündungen der Harnröhre, der Prostata oder der Nebenhoden als Folge der Krankheit nicht ausgeschlossen. In der Schwangerschaft kann Trichomoniasis zu Frühgeburten oder zur Geburt untergewichtiger Kinder führen. Zudem ist auch das Risiko einer HIV-Übertragung beim ungeschützten Geschlechtsverkehr erhöht, wenn eine Frau mit Trichomonaden infiziert ist.


Wie lässt sich Trichomoniasis vorbeugen?

Trichomoniasis lässt sich am besten vorbeugen, indem beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzt werden. Beim Sexualverkehr ohne Kondom muss sichergestellt sein, dass der Partner nicht infiziert ist. Im Fall einer bestehenden Trichomonaden-Infektion sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, bis der Parasiten-Befall gänzlich beseitigt ist. Wichtig: Das Ausbleiben von Symptomen bedeutet nicht, dass die Infektion nicht mehr ansteckend ist. Nach der Behandlung muss durch einen Arzt überprüft werden, ob die Infektion vollständig ausgeheilt ist. Geschlechtspartner müssen ebenfalls untersucht und mitbehandelt werden. Handtücher und andere Gegenstände, die in Kontakt mit dem Intimbereich kommen, sollten nur von einer Person genutzt werden.


Quellen:
Suttorp N. et al.: Infektionskrankheiten, Thieme, Stuttgart 2004
Sökeland J. et al.: Taschenlehrbuch Urologie, Thieme, Stuttgart 2007
Online-Informationen der Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta: http://www.cdc.gov (Stand Juni 2009)
Online-Informationen des Berufsverband der Frauenärzte e.V., München: http://www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: Juni 2009)

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 17.07.2012
 
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