Bewegungsmangel
Übergewicht
und Bewegungsmangel: ein Teufelskreis schließt
sich
Dicke Kinder haben es, im wahrsten Sinne des Wortes, schwer. Sie
erfahren nicht nur den Spott und die Ablehnung durch andere Kinder
aufgrund ihrer Körperfülle, sondern sind im
Bewegungsablauf oft tollpatschig und haben Mühe beim
Hüpfen und Springen. Hinzu kommen die Neid- und
Minderwertigkeitsgefühle gegenüber schlanken
Altersgenossen und meistens auch noch das schlechte Gewissen wegen
des ständigen "Zuvielessens".
Dicke Kinder sind häufiger allein
Dicke Kinder und Jugendliche haben oft wenig Freunde, stehen selten
im Mittelpunkt der Klasse und zeigen Schulleistungen, die
häufig unter ihrer intellektuellen Begabung liegen. Auch auf
sportlichem Gebiet trauen sie sich nichts zu und gelten meistens
als ängstlich und zurückhaltend.
Ausbleibende sportliche und schulische Erfolgserlebnisse
führen zu einer fortschreitenden Isolierung, denn viele Kinder
ziehen sich immer mehr in sich zurück.
Der Teufelskreis beginnt
Das
verführt sie immer wieder dazu, durch ständiges Essen zur
Ersatzbefriedigung zu greifen. Der Zeiger auf der Waage wandert
natürlich konstant weiter nach oben und die Kinder bewegen
sich immer weniger. Die Kinder befinden sich in einem Teufelskreis,
die Ablehnung, die sie durch ihr Umfeld infolge ihres
Übergewichts erfahren, verstärkt ihre passive und
resignierte Haltung. Das zunehmende Gewicht führt zu weiterer
sozialer Absonderung und die Kinder finden sich mit der scheinbaren
Ausweglosigkeit ihres Schicksals ab und "trösten" sich mit
noch mehr Essen.
Einfluss des Lebensstils
Auslösender Faktor für das Entstehen eines
Übergewichtes im Kindesalter sind außer unkontrollierten
Essgewohnheiten also vor allem ein passiver "energiesparender"
Lebensstil, der vor allem von Fernsehen, Gameboy, Video, Computer
und mangelnder Bewegung gesteuert wird. Dicke Kinder trauen sich
meistens gar nicht mehr, mit anderen draußen herum zu
toben.
Rolle der Eltern
Eltern können eine Menge von dem abfangen, was einem kleinen
Dicken von außen an Verachtung und Ablehnung
wiederfährt. Solange das Kind spürt, dass es wenigstens
zu Hause
akzeptiert und bedingungslos geliebt wird, schmettern es die
hässlichen Bemerkungen meistens nicht völlig
nieder.
Schwierig wird es, wenn sich die Eltern jedoch auf die Seite der
Kritiker schlagen und ebenfalls gegen die überflüssigen
Pfunde hetzen. Je ausdauernder sie ihrem Kind erzählen, wie
dick es ist, desto mehr setzt sich in diesem natürlich die
Überzeugung fest, ein abstoßendes Erscheinungsbild zu
besitzen. Das Kind verachtet seinen Körper, bei manchen Dicken
wächst sich dieser Widerwille zu einem regelrechten Selbsthass
aus. Sie hassen ihre Gestalt, die Unmöglichkeit, aus diesem
Körper heraus zu kommen, alles an sich selbst, was auch andere
als hässlich an ihnen registrieren: ein Gefühl, mit dem
es sich nur schwer leben lässt.
Auch die Schwäche, den Verlockungen des Essen nicht
widerstehen zu können, ist eine große Kränkung
für das kindliche Ego. Es schämt sich vor sich selbst,
weil es ständig wieder schwach wird und versucht ständig,
gegen seine Willensschwäche und Resignation anzukämpfen.
Dieser Kampf ist natürlich immer eine schwere innere Belastung
für das Kind, zumal er meistens frustrierend mit einer neuen
"Fressorgie" endet.
Bewegungstipps für die ganze Familie
Übergewichtige Kinder brauchen wie bei der Umstellung ihrer Essgewohnheiten auch bei der Änderung ihrer Bewegungsgewohnheiten die Unterstützung von Eltern und/oder anderen wichtigen Bezugspersonen (zum Beispiel ältere Geschwister, Freunde, Erzieher und Lehrer). Hierbei ist es wichtig, dass das Kind immer wieder ermutigt wird, körperlich aktiv zu sein. Ziel ist es, ihm zu zeigen, dass Bewegung genauso viel Spaß macht wie fernsehen oder ein gutes Essen.Tipps für den Alltag
-
Platz
Schaffen Sie in Ihrem Wohnraum Platz zum Toben und Bewegen. -
Auto stehen lassen
Lassen Sie Ihr Kind möglichst viel zu Fuß gehen und Rad fahren. -
Bewegungsförderndes Spielzeug
Schenken Sie Ihrem Kind Dinge, die bewegungsfördernd sind, zum Beispiel einen Hüpfball, Stelzen, ein Springseil, ein Einrad, Inline-Skates oder ein Kickboard. -
Fernsehen
Schränken Sie fernsehen und Computerspiele ein - legen Sie ein tägliches/wöchentliches Limit fest oder erlauben Sie diese Tätigkeiten als Belohnung (an Stelle von Süßigkeiten) für bewältigte Aufgaben. -
Helfen im Haushalt
Lassen Sie Ihr Kind ruhig öfter mal im Haushalt helfen - Müll raustragen, Staubsaugen oder die Spülmaschine ausräumen sind auch körperliche Aktivitäten! -
Sportverein
Melden Sie Ihr Kind in einem Sportverein an - besonders Mannschaftssportarten können bei Kindern die Teamfähigkeit, Disziplin und das Selbstwertgefühl enorm steigern. Zwingen Sie Ihr Kind jedoch nicht, wenn es dies nicht möchte - möglicherweise hat es Angst, wegen seinem Übergewicht gehänselt zu werden. -
Vorbild
Wenn Sie selber schon Sport treiben, lassen Sie Ihr Kind an Ihrem Programm teilnehmen. Seien Sie ein Vorbild! -
Lob
Loben Sie Ihr Kind für körperliche und geistige Leistungen - auch wenn diese in Ihren Augen noch so klein sind!
Setzen Sie diese Tipps jetzt in die Tat um - Sie werden Ihrem Kind damit helfen, sich langsam an mehr Bewegung zu gewöhnen, ohne es zu überfordern.
Autor: Qualimedic.com AG
Letzte Änderung am: 21.01.2008
