Tipp

Ultraschall (Sonographie)

 Der Ultraschall ist das am häufigsten verwendete bildgebende Verfahren in der Medizin

Der Ultraschall ist das am häufigsten verwendete bildgebende Verfahren in der Medizin
(Quelle: AOK-Mediendienst)

Der Ultraschall ist das am häufigsten verwendete bildgebende Verfahren in der Medizin. Es wird zu diagnostischen Zwecken eingesetzt, als Vorsorgeuntersuchung, um den Verlauf einer Therapie zu kontrollieren oder sie beurteilen zu können. Beim Ultraschall werden Schallwellen eingesetzt, die weit oberhalb der Hörschwelle liegen und vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden können. Ultraschall ist akustische Energie, welche in den Körper gesendet wird, dort reflektiert, am Sendeort wieder empfangen und als optisches Bild dargestellt wird. Die Umsetzung von Schall in Bilder nennt man Sonographie, was für Zeichnen oder Schreiben mit Schall steht. Dieses Verfahren wird zur bildlichen Darstellung von inneren Körperstrukturen eingesetzt und zeigt seine große Stärke vor allem in der Weichteildiagnostik. Ultraschall ermöglicht eine schonende und schmerzfreie Untersuchung der Organe ohne Strahlenbelastung für den Menschen.

Die Entwicklung von Ultraschallgeräten begann in den 1950er Jahren mit Geräten für Untersuchungen des Schädels und des Herzens. Danach folgten sonographische Untersuchungen der Organe im Bauchbereich, der Schilddrüse sowie bei geburtshelferischen Einsätzen. Heute verfügt die Sonographie über eine große diagnostische Breite. Mittlerweile werden Kombinationsgeräte eingesetzt, bei denen mehrere Scanmethoden angewendet werden können.

Vorbereitungen für eine Ultraschall-Untersuchung

Für eine sonographische Untersuchung bedarf es kaum Vorbereitungen. Werden Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse untersucht, muss der zu Untersuchende nüchtern erscheinen, damit ausgeschlossen werden kann, dass Luft (Blähungen) im Bauchraum die Schallwellen ableitet. Für einen Ultraschall im kleinen Becken muss die Harnblase gefüllt sein, damit diese den Dünndarm aus dem Becken verdrängen kann. Vor Beginn des Scanvorgangs wird auf der Hautoberfläche der zu untersuchenden Region ein Kontaktgel aufgetragen, das verhindert, dass Luft zwischen Schallkopf und Haut die Schallwellen ableitet.

Ablauf und Therapieverfahren

Das Untersuchungsgerät besteht aus einem Computer mit Monitor, auf dem das ausgewertete Bild dargestellt wird, und einem Schallkopf, der zugleich als Sender und Empfänger dient. Der Schallkopf liegt direkt auf der Haut auf und sendet Schallwellen in das Körperinnere. Die Wellen werden vom Gewebe in unterschiedlichem Ausmaß reflektiert und als Echo vom Schallkopf wieder aufgenommen. Aus der Differenz der gesendeten und empfangenen Wellen erstellt der Computer ein Bild. Je besser Gewebe reflektiert umso heller wird es abgebildet. Die Reflektionsstärke ist allerdings abhängig von der Dichte des untersuchten Gewebes. Besonders gut sichtbar ist Knochen. Dieser lässt überhaupt keinen Schall durch, sondern wirft ihn komplett zurück. Im Bild wird Knochen, wie auf einem Röntgenbild, weiß dargestellt. Wasser- und blutreiche Organe haben unterschiedliche Schalldichten und werden deswegen in verschiedenen Graustufen ausgewertet. Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, zum Beispiel Zysten, lassen sich vom umliegenden Gewebe besonders gut abgrenzen. Denn diese lassen den Schall komplett durch und werden bei der Auswertung schwarz dargestellt. Prinzipiell schwierig zu untersuchen sind gashaltige oder von Knochen verdeckte Organe.

Für die Sonographie steht eine Vielzahl an Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Je nach Fragestellung und untersuchten Regionen werden unterschiedliche Geräte sowie Einstellungen verwendet.

A-Bild-Sonographie (A-Mode): Wird heute kaum noch angewendet. Die gewonnenen Schallreflektionen werden eindimensional in einem Diagramm dargestellt.

B-Bild-Sonographie (B-Mode): Die gewonnen Echo-Signale werden als zweidimensionale Schnittbilder in Graustufen sichtbar gemacht. Der B-Mode ist momentan die am weitesten verbreitete Variante der Ultraschall-Untersuchung in der Medizin.

M-Mode: Damit lassen sich Bewegungsabläufe (beispielsweise Herzklappenrhythmus) von sich bewegenden Organen abbilden. Diese Bewegungen werden eindimensional in Diagrammen wiedergegeben.

Echokardiographie/Doppler-Sonographie: Dieses Verfahren wird für Strömungsmessungen im Herzen und in Gefäßen verwendet. Das reflektierte Echo der sich bewegenden roten Blutkörperchen wird elektronisch hörbar gemacht und als Kurve aufgezeichnet.

Duplex-Sonographie: Bei dieser Untersuchung wird der Blutstrom akustisch und bildlich dargestellt. Unterstützt wird dieses Verfahren mit einer Farbkodierung. Der Blutfluss, zum Schallkopf hin und von ihm weg, wird in verschiedenen Farben markiert. Veränderungen der Flussgeschwindigkeiten können damit diagnostiziert werden.

3D-Sonographie: Das ist eine Schnittbilddarstellung von zweidimensional aufgenommen Bildebenen. Der Rechner wertet die zweidimensionalen Bilder aus und kann so eine dritte Bildebene errechnen. Bei diesen Verfahren entstehen foto-realistische Bilder.

Anwendungsgebiete der Ultraschall-Untersuchung

In fast jedem medizinischen Fachgebiet wird die Sonographie als Untersuchungsmethode eingesetzt. Sie dient zur Abklärung und Einschätzung von medizinischen Befunden, zur Verlaufskontrolle bei Therapien sowie als Vorsorgeinstrument. Die hier aufgeführten Einsatzgebiete können nur beispielhaft wiedergeben, welchen großen Nutzen die Sonographie für die Medizin hat.

Schwangerschaftsdiagnostik: Wegen ihres schonenden Verfahrens für den Organismus hat die Ultraschall-Untersuchung in diesem Bereich eine wichtige Rolle eingenommen. Sie wird eingesetzt als Schwangerschaftsnachweis, Lage-, Größe-, Alters- und Geschlechtsbestimmung der Föten, Erkennung von Mehrlings-Schwangerschaften und Missbildungen. Als beliebtes Verfahren in der Schwangerschaftsdiagnostik etabliert sich langsam die 3D-Sonographie. Die dreidimensionalen Bilder dienen der Überwachung von Risikoschwangerschaften und zur Darstellung von kindlichen Strukturen.

Weichteildiagnostik: Untersuchungen der Schilddrüse, der weiblichen Brust, des Hodens sowie der Muskeln und Gelenke
Untersuchungsgrund: Suche nach Krebsherden und Metastasen

Untersuchungen im Bauchraum: Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Milz, harnproduzierende und -ableitende Organe, männliche und weibliche Geschlechtsorgane
Untersuchungsgrund: Suche nach Krebsherden und Metastasen, Verdacht auf Nieren- und Gallensteine, Entzündungen, Krebsvorsorge

Gefäßdiagnostik: Verengungen oder Verschlüsse der Arterien und Venen im Bauch-, Bein- und Halsbereich
Untersuchungsgrund: Verdacht auf Venenthrombose, Arteriosklerose, Krampfadern

Herzdiagnostik: zur Überprüfung der Funktionalität oder krankhafte Veränderungen des Herzmuskels
Untersuchungsgrund: Verdacht auf Herzbeutelentzündung, Funktionsstörrungen der Herzklappen

Bildgesteuerte Biopsie: bei der Entnahme von Gewebe wird die Sonographie zur Visualisierung eingesetzt
Untersuchungsgrund: zur Unterscheidung von gut- oder bösartigem Gewebe

Komplikationen und Risiken der Ultraschall-Untersuchung

Die Sonographie ist eine risikofreie Untersuchung. Nach- oder Nebenwirkungen für den zu Untersuchenden, den Fötus oder den Anwender sind nicht bekannt.

Alternativen zum Ultraschall

Als Untersuchungsverfahren ist die Sonographie eine kostengünstige und beliebig oft wiederholbare Methode und wird deswegen häufig zur Erstdiagnostik vor einer Magnetresonanz-Tomographie oder Computertomographie eingesetzt. Trotzdem sollte sie immer im Kontext zur Anamnese und anderen bildgebenden Ergebnissen betrachtet werden.


Wenn Sie weitere Fragen zur Ultraschall-Untersuchung haben, wenden Sie sich doch an die Experten der Hausarzt-Expertenrat.

Quellen:
Zimmer-Brossy, M.: Lehrbuch der röntgendiagnostischen Einstellungen, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1998
Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: http://www.krebsinformationsdienst.de/ (Stand: Juni 2008)
Schreer, I.: Sonographie in der Mammadiagnostik, Radiologie, Online-Publikation (2003)
Rott, H-D: Ultraschalldiagnostik: Neuere Bewertungen der biologischen Sicherheit, Deutsches Ärzteblatt, Online-Publikation (Juni 1996)

 

Autor: Antje Fischer 
Letzte Änderung am: 10.08.2009
 
Tipp