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Vaginaler Ultraschall (Vaginale Sonographie)

Eine Frau wird von ihrer Frauenärztin beraten

Der vaginale Ultraschall ist eine einfache und schmerzfreie Untersuchung der Organe des kleinen Beckens
(Quelle: DAK/Wigger)

Mit dem vaginalen Ultraschall werden die so genannten Organe des kleinen Beckens – Harnblase, Eierstöcke (Ovarien), Eileiter (Tuben) und Gebärmutter (Uterus) – untersucht. Der vaginale Ultraschall gehört zu den Standarduntersuchungen in der Gynäkologie. Der Arzt führt einen schmalen, stabförmigen Schallkopf in die Scheide der Frau ein. Der Schallkopf sendet Schallwellen in den Körper, die dort reflektiert, am Schallkörper wieder empfangen und auf einem Bildschirm dargestellt werden.

Durch den direkten Kontakt des Schallkopfs mit den untersuchten Organen bietet die vaginale Sonographie exaktere und schärfere Bilder als der Ultraschall über die Bauchdecke (transabdominale Sonographie). Der vaginale Ultraschall ermöglicht eine schonende und schmerzfreie Untersuchung der Organe ohne Strahlenbelastung für die Frau.


Wie wird die vaginale Sonographie vorbereitet und durchgeführt?

Beim vaginalen Ultraschall liegt die Frau auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl. Der Arzt zieht eine sterile Einweghülle über den stabförmigen Schallkopf, bestreicht ihn mit etwas Gleitgel und führt ihn in die Scheide ein. Um die Organe einzeln beurteilen zu können, bewegt der Arzt den Schallkopf innerhalb der Scheide vorsichtig nach rechts und links und dreht ihn. Die Befunde der Untersuchung markiert der Arzt auf dem Bildschirm.

Es ist ratsam, vor dem vaginalen Ultraschall zur Toilette zu gehen, damit die Blase entleert ist. Denn das Ultraschallbild ist mit einer vollen Blase ungenauer und zudem kann die Sonographie für die Frau dann unangenehm sein.


Warum wird der vaginale Ultraschall durchgeführt?

Der Arzt führt einen vaginalen Ultraschall durch, wenn er während der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung (beispielsweise bei der Tastuntersuchung) Hinweise auf eine Erkrankung der Eierstöcke, Eileiter oder der Gebärmutter oder eine Schwangerschaft vermutet. Darüber hinaus erfolgt der vaginale Ultraschall, wenn eine Frau von Schmerzen im Unterleib, Blutungsstörungen oder Harninkontinenz betroffen ist. Der vaginale Ultraschall wird außerdem vorbereitend in der Reproduktionsmedizin (IVF, ICSI) eingesetzt. Des Weiteren ermöglicht das Verfahren verschiedene Kontrolluntersuchungen: Durch die vaginale Sonographie kann der Arzt den Zeitpunkt des Zyklus bestimmen, die Lage einer Spirale (Intrauterinpessar) kontrollieren sowie Punktionen (beispielsweise bei einer Follikelpunktion) überwachen. Zudem dient der vaginale Ultraschall der Tumornachsorge.

Mit dem vaginalen Ultraschall lassen sich unter anderem folgende Erkrankungen feststellen:


Risiken und Grenzen der vaginalen Sonographie

Die vaginale Sonographie ist eine risikofreie Untersuchung und kann beliebig häufig wiederholt werden. Denn das Verfahren kommt – anders als andere bildgebende Verfahren wie das Röntgen – ohne Strahlen aus.

Während einer Schwangerschaft kann der vaginale Ultraschall bis zur 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Anschließend kann das Ungeborene mit diesem Verfahren nicht mehr ausreichend untersucht werden. Daher erfolgt spätestens ab diesem Zeitpunkt ein Ultraschall über die Bauchdecke.


Gibt es Alternativen zum vaginalen Ultraschall?

Der vaginale Ultraschall ist eine in der Regel schmerzfreie und einfache Untersuchungsmethode. Alternativ kann unter bestimmten Umständen ein Ultraschall über die Bauchdecke durchgeführt werden. Die inneren Organe des kleinen Beckens können mit diesem Verfahren jedoch weniger gut dargestellt werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur vaginalen Ultraschall-Untersuchung haben, wenden Sie sich doch an die Experten in unserer Frauenarzt-Expertenrat auf der Gesundheitsberatung.

Quellen:
Baltzer, J. et al: Praxis der Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2006
F.A. Brockhaus (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig/Mannheim 2006
Kirschbaum, M.; Münstedt, K.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005
Strauss, A. (Hrsg.): Ultraschallpraxis. Geburtshilfe und Gynäkologie. Springer, Heidelberg 2008

 

Autor: Theresa Nikley 
Letzte Änderung am: 18.11.2008
 
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