Harnleiterspiegelung (Ureteroskopie)
Die Ureteroskopie, also die Spiegelung der Harnleiter, ist inzwischen in der Urologie ein gängiges Verfahren um hauptsächlich Harnsteine im unteren Ureterdrittel oder durch extrakorporale Stoßwellenlithotripsie zertrümmerte Steinbruchstücke höher gelegener Steine zu bergen, die sich verklemmt haben. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Harnleiterverengungen und Ausschlussdiagnostik bei Blasentumoren. Dabei wird überprüft, ob ein Tumorbefall der Harnleiter vorliegt.
Technik
Für die Harnleiterspiegelung gibt es starre, halbstarre und
biegsame Endoskope. Sie haben einen Durchmesser von 2,35 bis 4 mm,
tragen einen Lichtleiter mit Optik, einen Arbeitskanal und einen
Spülkanal. Für den Arbeitskanal stehen verschiedene
Zangen, Körbchen, Steinzertrümmerungssonden und Laser zur
Verfügung.
Ablauf
Je nach Problemstellung, kann das Cysto-Uretero-Fiberscope unter
ständiger Sicht durch die Harnröhre und von dort in den
Harnleiter geschoben werden. Es kann aber auch sein, dass die
Harnröhre nicht durchgängig ist (z.B. wegen einer
vergrößerten Prostata).
In diesem Fall wird die Harnblase durch die Bauchdecke punktiert
und so ein Zugang zur Blase geschaffen. Eine weitere
Möglichkeit ist die Punktion des Nierenbeckens durch die Haut,
von wo aus der Harnleiter von oben in Richtung Blase gespiegelt
wird. Am Ende der Untersuchung wird eine Harnleiterschiene
eingelegt, das ist ein dünner Katheter oder Plastikschlauch,
der vom Nierenbecken bis in die Blase (versenkter Stent) oder durch
die Harnröhre nach außen führt.
Die Untersuchung erfolgt in Allgemein- oder Rückenmarksnarkose.
Voraussetzungen
Notwendige Untersuchungen sind
Ultraschall und Röntgen: Abdomen-Leeraufnahme
(Übersichtsaufnahme des Bauchraums ohne Kontrastmittel) und
Ausscheidungsurogramm (Darstellung von Nieren und Harnleitern mit
Kontrastmittel), um die anatomischen Bedingungen der ableitenden
Harnwege und den krankhaften Befund darzustellen.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 17.09.2007
