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Vitamin A

Vitamin A (Retinol) - Das Augenvitamin

Funktionen

Das fettlösliche Vitamin A (Retinol) wirkt vor allem an den Augen und in der Haut.

Nächtliche Sehschärfe

Früher bezeichnete man Vitamin A auch als "Augenvitamin". In der Fachsprache wird es heute als Retinol (Retina = Netzhaut des Auges) bezeichnet. Die Netzhaut des Auges besitzt zwei verschieden lichtempfindliche Wahrnehmungssysteme: Zapfen- und Stäbchenzellen. Das Zapfensystem enthält schnell regenerierenden "Sehfarbstoff" und wird für die optische Wahrnehmung am Tage und für das Farbensehen gebraucht. Das Stäbchensystem enthält langsam regenerierenden "Sehfarbstoff" (Rhodopsin), der früher auch "Sehpurpur" genannt wurde und für Sehfähigkeit während der Dämmerung und bei Nacht gebraucht wird. Vitamin A ist an Rhodopsin gebunden und für die (langsame) Dunkelanpassung der Sehkraft ("Dämmerungssehen"), die Wahrnehmung von Kontrasten bei geringer Lichtintensität unentbehrlich.

Wachstumsfaktor

Vitamin A ist ein unverzichtbarer Faktor für die Zellteilung und Wachstumsprozesse. Dazu zählt etwa der Aufbau und die Erneuerung der Haut und der Schleimhäute. Vitamin A in Pflegeprodukten "strafft" die Haut, erhöht die Hautdicke und Hautfestigkeit, vermindert Hauttrockenheit und erhält die Hautfeuchtigkeit. Das Provitamin A Beta-Carotin wirkt zudem als antioxidativer Hautschutzfaktor.

Die Schleimhäute der Atemwege, des Verdauungstrakts und der Harnwege benötigen Vitamin A auch deshalb, weil sie dann widerstandsfähiger gegen Bakterien, Viren oder Parasitenbefall sind. Kinder mit Vitamin A-Mangel können nicht normal wachsen. Für die gesunde Entwicklung und Funktion der Knochen, Schleimhäute, Zähne, Lymphgefäße und Geschlechtsorgane ist Vitamin A unbedingt erforderlich.

Sexualfaktor - Fördert Potenz und Fertilität

Vitamin A wird auch zur Herstellung der Geschlechtshormone Testosteron (männliches Sexualhormon) und Östrogen (weibliches Sexualhormon) gebraucht. Nur bei einer guten Vitamin A-Versorgung können genügend männliche Samenzellen (Spermien) gebildet werden. Vitamin A fördert die Potenz des Mannes und die Fertilität der Frau.

Abwehrsystem und Prävention

Vitamin A ist auch für die Leistungsfähigkeit des Abwehrsystems unentbehrlich: Es verbessert die Abwehrfunktion der Schleimhäute und unterstützt die Produktion wichtiger Immunzellen, der weißen Blutkörperchen. Vitamin A (und Beta-Carotin) können bei Infektionen der Haut oder Schleimhäute die Abheilung fördern. Die Infektion ist dann weniger schwer und kann verkürzt werden. Vor allem bei Masern, grippalen Infekten, Akne, Pilzinfektionen und infektbedingten Durchfallerkrankungen erwies sich Vitamin A als unterstützend wirksam.

Höhere Blutspiegel an Vitamin A haben bei Schlaganfällen eine schützende Wirkung. Patienten mit hohen Werten an Vitamin A erholen sich nach einem Schlaganfall wesentlich schneller und besser als Patienten mit niedrigen Werten. Weiterhin besteht auch ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Spiegel von Vitamin A und der Häufigkeit von Herzerkrankungen.

Hauptvorkommen in der Natur

Vitamin A kommt in der Natur in zwei Hauptformen vor: als Retinol, das rein tierischen Ursprungs ist, und in Form von bestimmten Carotinoiden (Provitaminen), die nur aus Pflanzen stammen. Viele Früchte und Gemüse enthalten Carotinoide, die ihnen eine gelbe oder orange Färbung (z.B. der Möhre) verleihen.

Das am weitesten verbreitete und am besten bekannte Carotinoid ist das Beta-Carotin. Beta-Carotin - teilweise auch als ß-Carotin bezeichnet - ist eine Vorstufe des Vitamin A und wird daher auch "Provitamin A" genannt. Seine Vitamin A-Aktivität entsteht, nachdem es im Körper zu Retinol umgewandelt wurde. Ein Beta-Carotin-Molekül kann durch ein spezifisches Enzym im Darmtrakt in zwei Vitamin A-Moleküle aufgespaltet werden.

Zu den Nahrungsmitteln, die besonders reich an Carotin sind, zählen Karotten, gelbe und dunkelgrüne Blattgemüse (z.B. Spinat, Brokkoli) sowie Kürbis, Aprikosen, Melonen. Vitamin A selbst ist in Leber, Eidotter, Fisch, Vollmilch, Butter und Käse enthalten.

Vitamin E

Ausreichende Versorgung mit Vitamin E fördert Resorption, Einlagerung und Utilisation von Vitamin A. Vitamin E kann auch die toxische Wirkung von hohen Vitamin A-Dosen vermindern.

Zink

Zink-Mangel stört Metabolismus und Utilisation.

Haltbarkeit

Vitamin A ist unter Licht- und Hitzeeinwirkung empfindlich gegen Oxidation. Die Oxidation von Fetten und Ölen (zum Beispiel Butter, Margarine, Speiseöle) kann fettlösliche Vitamine, einschließlich Vitamin A zerstören. Die Gegenwart von Antioxidantien wie Vitamin E oder C kann helfen, Vitamin A zu schützen.

Empfohlene Tageszufuhr

Zur Deckung seines Vitamin A-Bedarfs ist der Mensch auf die Versorgung aus der Ernährung angewiesen. Die empfohlene Tageszufuhr beträgt in der Bundesrepublik Deutschland (DGE):

Alter Vitamin A mg/Tag
m w
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 0,5
4 bis unter 12 Monate 0,6
Kinder
1 bis unter 4 Jahre 0,6
4 bis unter 7 Jahre 0,7
7 bis unter 10 Jahre 0,8
10 bis unter 13 Jahre 0,9
13 bis unter 15 Jahre 1,1 1,0
Jugendliche und Erwachsene
15 bis unter 19 Jahre 1,1 0,9
19 bis unter 25 Jahre 1,0 0,8
25 bis unter 51 Jahre 1,0 0,8
51 bis unter 65 Jahre 1,0 0,8
65 Jahre und älter 1,0 0,8
Schwangere 1,1
Stillende 1,5

Der Vitamin A-Gehalt wird auch in mg (1 mg = 1.000 µg) oder in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben. Dabei gilt als Umrechnungsfaktor: 1 I.E. = ca. 0,3 µg Retinol. Ein Erwachsener braucht also täglich etwa 0,8-1,0 mg (Milligramm) Retinol oder eine entsprechend höhere Menge seiner Vorstufen.

Diese Menge ist enthalten in

  • 100 Gramm Möhren oder
  • 150 Gramm Fenchel oder
  • 200 Gramm Grünkohl oder
  • 200 Gramm Mango

Etwas Fett zu der Möhre erhöht die Wirkung

Vitamin A ist fettlöslich. Das bedeutet, unser Körper kann es nur in Verbindung mit Fett nutzen. In einer warmen Mahlzeit ist das kein Problem. Doch wer Möhren am liebsten roh mag, sollte von Zeit zu Zeit einige Tropfen Öl oder etwas Butter hinzufügen. Ein Brot mit Käse (fetthaltig) und Möhrenraspeln hat die gleiche Wirkung.

Risikogruppen

Schwangere und Stillende, ältere Menschen (Senioren), Kinder

Mangel

Eines der frühesten Anzeichen für einen Vitamin A-Mangel ist Nachtblindheit oder eine eingeschränkte Sehtüchtigkeit bei Dämmerlicht. In diesen Fällen muss neben Vitamin A auch Zink substituiert werden. Ein schwerer Mangel verursacht eine teilweise oder völlige Blindheit durch die Austrocknung der Binde- und Hornhaut des Auges (Xerophthalmie). Diese Erkrankung ist in Entwicklungsländern der häufigste Grund für Erblindung. Auch das Auftreten von Hautveränderungen (Hyperkeratosis follicularis) wird als frühzeitiges Symptom eines mangelhaften Vitamin A-Status angesehen. Der Mangel an Vitamin A ist die bei kleinen Kindern, besonders in armen Ländern, am weitesten verbreitete Mangelerscheinung. Sie ist bei Kindern die Hauptursache von Erblindungen und hat zusammen mit anderen Faktoren wie der Unterversorgung mit Eiweiß und Kalorien und dem gehäuften Auftreten von Infektionen eine gesteigerte Kindersterblichkeit zur Folge.

Bei Kindern mit Xerophthalmie treten häufig Begleiterscheinungen wie Wachstumshemmung, Atemwegserkrankungen, Diarrhö (Durchfall), Parasitenbefall und Infektionen auf. Krankheiten können ihrerseits zu einem Vitamin A-Mangel führen, insbesondere Erkrankungen der Leber und des Magen-Darm-Traktes (Chronisch entzündliche Darmerkrankungen), bei denen Resorption und Verwertung von Vitamin A beeinträchtigt sind. Es wird allgemein angenommen, dass ein mangelhafter Vitamin A-Status die Entwicklung von Krebs fördert, wobei der genaue Mechanismus bisher noch unbekannt ist.

Überdosierung

Wird permanent Vitamin A in hohen Dosen zugeführt, können sich in der Leber, die diesen Nährstoff speichert, giftig wirkende Vitamin A-Mengen anhäufen. Dazu müsste eine etwa hundert- bis zweihundertfach erhöhte Tagesdosis geschluckt werden: Solche Mengen sind nur in Eisbären- oder Robbenleber enthalten sowie in einem halben Liter Lebertran oder großen Innereimengen (z.B. Rinderleber). Vor diesem Hintergrund sollen auch schwangere Frauen keine Innereien, insbesondere Leber, essen. Die Einnahme von Vitamin A sollte bei Schwangeren nur nach Rücksprache mit dem Arzt geschehen.

Gemessen an der Zahl von etwa 1 Million Menschen, die jährlich an einem Vitamin A-Mangel erkranken und von denen 100.000-250.000 erblinden, erscheinen die pro Jahr weltweit beobachteten Fälle einer Überdosierung an Vitamin A von untergeordneter Bedeutung. Am häufigsten beruht die Vitamin A-Vergiftung auf der Einnahme hoch dosierter Vitamin A-haltiger Präparate. Nahrungsergänzungsmittel dürfen so hohe Mengen nicht enthalten! Eine chronische Überdosierung mit Vitamin A entsteht dann, wenn man ein bis zwei Jahre lang täglich 30 bis 60 Milligramm Vitamin A einnimmt. Für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch birgt Vitamin A ein besonderes Risiko, da bereits eine geringe Menge Vitamin A das ungeborene Leben gefährdet. In einigen Fällen führte die hochdosierte Vitamin A-Einnahme während des ersten Schwangerschaftsdrittels zu angeborenen Missbildungen der Kinder. Schwangere und Frauen ohne ausreichenden Empfängnisschutz sollten nicht mehr als 1,1 Milligramm Vitamin A täglich zuführen. Vor dem sechsten Schwangerschaftsmonat sollte in jedem Fall auf Vitamin A-haltige Nahrungsmittel wie Leber verzichtet werden.

Verträglichkeit

Da Vitamin A (als Retinol) in der Leber gespeichert wird, kann die Einnahme von großen Mengen über lange Zeit die Speicherkapazität der Leber übersteigen; das Vitamin kann dann ins Blut übertreten und nachteilige Wirkungen bis zur Vergiftung hervorrufen. Es bestehen Bedenken hinsichtlich extremer Zufuhren von Vitamin A (Retinol), insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sowie bei Frauen im gebührfähigen Alter. Im allgemeinen gelten Einnahmen bis zum zehnfachen der empfohlenen Tageszufuhr als gut verträglich. Die üblichen Vitamin A-Konzentrationen in angereicherten Nahrungsmitteln richten sich nach der empfohlenen Tageszufuhr und sind lebensmittelrechtlich geregelt, so dass damit keine Möglichkeit einer Vitamin A-Überdosierung für die Bevölkerung besteht.

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Provitamin A unter dem Mikroskop

Provitamine A, die Vorstufen zu Vitamin A, stecken reichlich in vielen roten, gelben oder orangenem Gemüse und Obstsorten.

Gemüse mit viel Provitamin A

  • Karotten, Möhren

  • Steckrüben

  • Pastinaken

  • Tomaten

  • Kürbis

Obst mit viel Provitamin A

  • Pfirsich

  • Aprikose

  • Nektarine

Mehr zu Vitamin A lesen Sie hier.


So sieht Provitamin A unter dem Mikroskop aus.

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 18.12.2007
 
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