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Vitamin B1 (Thiamin) - Das Nervenvitamin

Vitamin B1 stärkt die Nerven
In den Schalen von Reiskörnern wurde Thiamin 1926 als erstes B-Vitamin entdeckt; später gab man ihm daher den Namen Vitamin B1. Mit nur vier bis zehn Tagen ist die Speicherkapazität unseres Körpers für Vitamin B1 niedriger als für alle anderen Vitamine. Einseitige Ernährungsgewohnheiten und hoher Verzehr von Süßigkeiten und vor allem chronischer übermäßiger Alkoholkonsum können einen Thiaminmangel verursachen.

Hauptvorkommen in der Natur

Thiamin - auch als Antiberiberi-Faktor bezeichnet - ist im Pflanzen- und Tierreich weit verbreitet. Es ist in den meisten Lebensmitteln enthalten, allerdings nur in extrem geringen Mengen. Die beste Thiamin-Quelle ist Bierhefe. Andere Quellen sind Schweine-, Rind- und Lammfleisch, Geflügel, Vollkornprodukte, Nüsse sowie Hülsenfrüchte. Beim Mahlen von Getreide zur Herstellung von Weibmehl und beim Polieren von braunem Reis werden die thiaminreichen Kleieschichten allerdings entfernt.

Interaktionen

  • Folsäure
    Folsäure-Mangel vermindert die Resorption von Thiamin.
  • Magnesium
    Magnesium-Mangel stört die Umwandlung von Thiamin zu Thiamin-Pyrophosphat (aktive Form).

Haltbarkeit

Vitamin B1 ist sehr empfindlich gegen Hitze, Sauerstoff, Alkalien und UV-Strahlung. Da Thiamin wasserlöslich ist, gehen mindestens 25% beim Kochen verloren. Beachtliche Mengen werden mit dem Auftauwasser aus tief gefrorenem Fleisch ausgeschwemmt. Beim Kochen von Gemüse und Fleisch geht ebenfalls Thiamin verloren oder ins Kochwasser über. Deshalb sollte man Nahrungsmittel kurz in wenig Wasser zubereiten. Bratensaft oder Kochwasser kann in Eintöpfen oder Saucen mit- oder wieder verwendet werden.

Funktionen

Vitamin B1 verbessert die Funktion des Blutkreislaufs, hilft bei der Blutbildung, ist für den Kohlenhydrat-Stoffwechsel unentbehrlich und wird zur Bildung von Magensäure benötigt, damit die Verdauung richtig funktionieren kann. Darüber hinaus verbessert Vitamin B1 die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung sowie die Funktion des Nervensystems.

Auch die Bereitstellung von Energie, das Wachstum, eine normale Steuerung des Appetits, die Lernfähigkeit, die Muskulatur des Verdauungstrakts und das Herz beeinflusst Vitamin B1 günstig.

Es schützt auch vor körperlichen und geistigen Abbauvorgängen mit zunehmendem Lebensalter und hilft dabei fit zu bleiben: Vitamin B1 neutralisiert schädliche Zellstoffwechselprodukte ("freie Radikale"), ist antioxidativ wirksam und bekämpft Stresseffekte, die durch Rauchen oder vermehrten Alkoholkonsum verursacht werden.

Empfohlene Tageszufuhr

Der Thiaminbedarf ist aufgrund seiner zentralen Stellung im Kohlenhydratstoffwechsel abhängig von der Kohlenhydrat- und Energiezufuhr. Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beträgt der tägliche Bedarf:

Alter Vitamin B1 mg/Tag

m

w

Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 0,2
4 bis unter 12 Monate

0,4

Kinder
1 bis unter 4 Jahre 0,6
4 bis unter 7 Jahre 0,8
7 bis unter 10 Jahre 1,0
10 bis unter 13 Jahre 1,2 1,0
13 bis unter 15 Jahre 1,4 1,1
Jugendliche und Erwachsene
15 bis unter 19 Jahre 1,3 1,0
19 bis unter 25 Jahre 1,3 1,0
25 bis unter 51 Jahre 1,2 1,0
51 bis unter 65 Jahre 1,1 1,0
65 Jahre und älter 1,0 1,0
Schwangere 1,2
Stillende 1,4

Ein Erwachsener braucht also pro Tag etwa 1-1,3 mg (Milligramm) Thiamin. Diese Menge ist enthalten in

  • 20 g Hefe oder
  • 60 g Weizenkeimen oder
  • 70 g Cornflakes oder
  • 75 g Sonnenblumen-Kerne oder
  • 100 g Pinien-Kerne oder
  • 150 g Muskelfleisch
  • 175 g Erbsen oder
  • 200 g weißen Bohnen

In ausgemahlenem Mehl (Type 405 oder 550) und geschältem (weißem) Reis ist der Thiamingehalt besonders gering. Denn die meisten Vitamine sitzen in den Randschichten des Getreide- oder Reiskorns und gehen beim Ausmahlen und Schälen verloren.

Risikogruppen

Thiaminmangel ist nicht selten. Thiamin besitzt aber auch eine große therapeutische Breite. Nach längerer oraler Einnahme hoher Dosen können in Einzelfällen Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Tachykardie, Hautreaktionen mit Juckreiz und Urticaria auftreten. Diese Reaktionen sind jedoch nur vorübergehender Natur.

Mangel

Eine Reihe von Ernährungserhebungen haben gezeigt, dass eine suboptimale Thiaminversorgung relativ häufig anzutreffen ist. Deshalb zählt man Thiamin auch zu den kritischen Nährstoffen. Ein Mangel, der zu Beriberi führt, ist in Deutschland praktisch nicht existent. Eine Thiaminunterversorgung äußert sich zunächst in unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsmangel.

Besonders häufig tritt eine Thiaminunterversorgung in folgenden Situationen auf:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei großer körperlicher Anstrengung (Leistungs- und Hochleistungssport, körperlich schwerste Arbeit)
  • bei chronischem Alkoholkonsum
  • bei hoher Kohlenhydrataufnahme (größer 300 bis 400 Gramm täglich)
  • bei bestimmten Krankheiten (Dysenterie, Diarrhoe, Krebs, - Übelkeit/Erbrechen, chronischen Lebererkrankungen, Infektionen - Schilddrüsenüberfunktion) ist eine Supplementierung unbedingt erforderlich

Die wichtigsten Vitamin B1-Hypovitaminosen (Vitaminmangel) sind Beriberi und das Wernicke-Korsakow-Syndrom.

  • Beriberi
    Beriberi ist durch Störungen des neurologischen und kardiovaskulären Systems (Herz-Kreislauf-System) gekennzeichnet. Heute ist man dazu übergegangen, Reis und andere Getreidesorten mit Vitaminen anzureichern.
  • Wernicke-Korsakow-Syndrom
    Häufiger trifft man deshalb auf das so genannte Wernicke-Korsakow-Syndrom. Der Mangel wird hier durch eine Reihe von Faktoren hervorgerufen. Dazu zählen auch die verminderte Nahrungsaufnahme durch chronischen Alkoholmissbrauch sowie eine verminderte Absorption oder ein gesteigerter Bedarf. Chronisches Erbrechen kann auch die Ursache für einen Thiaminmangel sein. Als Symptome treten Verwirrtheitszustände, Depressionen bis hin zu Psychosen oder Koma auf. Bei zu später Behandlung kommt es zu irreversiblen Gedächtnisstörungen!

Überdosierung

Eine Überdosierung mit Vitamin B1 ist praktisch kaum möglich, oral verabreichtes Vitamin B1 (Tabletten, Dragees o.ä.) hat eine extrem geringe Toxizität. Erst bei Mengen, die die Tagesdosis um das Hundertfache übersteigen, machen sich langfristig unangenehme Begleiterscheinungen bemerkbar: Übererregbarkeit, Nervosität und Kopfschmerzen, Zittern, Hautrötungen und Juckreiz.

Vitamin B1-Mengen von über 200 Milligramm können Schwindel verursachen. Patienten mit chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen sollten sich vor Anwendung eines Vitamin B-Präparates immer ärztlich beraten lassen. Bei parenteraler (intravenöser = Ernährung direkt in das Blutgefäßsystem) Anwendung können anaphylaktische Reaktionen auftreten.

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 16.12.2007
 
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