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Vitamin B6 (Pyridoxin) - Der Proteinmanager

Der Begriff Vitamin B6 oder Pyridoxin steht für eine Gruppe metabolisch untereinander austauschbarer Substanzen, nämlich: Pyridoxol (der Alkohol), Pyridoxal (der Aldehyd) und Pyridoxamin (das Amin). Ohne Vitamin B6 bricht der Aminosäurestoffwechsel buchstäblich zusammen.

Hauptvorkommen in der Natur

In der Nahrung tritt Vitamin B6 häufig an Eiweiß gebunden auf, Pyridoxol kommt vorwiegend in Pflanzen vor, während Pyridoxal und Pyridoxamin hauptsächlich in tierischen Geweben zu finden sind. Hervorragende Lieferanten von Pyridoxin sind Hühnerfleisch sowie Rinds-, Schweine und Kalbsleber; gute Quellen sind ferner Schinken und Fische (Sardinen, Thunfisch, Forelle, Heilbutt, Hering, Lachs), Nüsse (Walnüsse), Brot, Weizen und Vollkorngetreide. Im allgemeinen enthalten Obst und Gemüse nur wenig Vitamin B6, Ausnahmen bilden Bohnen (auch Sojabohnen), Blumenkohl, Kartoffeln, Weizenkeime sowie Bananen und Rosinen, die relativ große Mengen an Pyridoxin aufweisen.

Interaktionen

  • Niacin (Vitamin B3)
    Niacin-Mangel stört die Umwandlung von Vitamin B6 zu aktiven Formen.
  • Riboflavin (Vitamin B2)
    Riboflavin-Mangel stört die Umwandlung von Vitamin B6 zu aktiven Formen.
  • Vitamin C
    Vitamin C-Mangel erhöht Vitamin B6-Ausscheidung mit dem Urin.

Haltbarkeit

Vitamin B6 ist relativ hitzebeständig, wird jedoch durch Oxidation und UV-Licht sowie in basischem Milieu zersetzt. Durch das Tiefgefrieren von Gemüse kommt es zu Verlusten von bis zu 25%, das Mahlen von Getreide zerstört bis zu 90% des Vitamins, und beim Kochen verarbeiteter Nahrungsmittel können bis zu 40% verloren gehen.

Funktionen

Besonders wichtig ist Vitamin B6 für die Bildung von Botenstoffen im Gehirn, die so genannten Neurotransmitter. Dazu gehört zum Beispiel Serotonin, das für Glücksempfindungen eine große Rolle spielt und offensichtlich unsere Gefühlslage positiv beeinflusst. Auch Dopamin und Noradrenalin sind solche Botenstoffe, für deren Bildung ausreichend Vitamin B6 zur Verfügung stehen muss.

Aber es gibt noch andere günstige Wirkungen von Vitamin B6, etwa die Aktivierung des Fettstoffwechsels und vor allem die Aktivierung anderer Vitamine.

Die einzelnen B-Vitamine sind aufeinander angewiesen und ergänzen sich in ihrer Wirkung optimal. Insbesondere Vitamin B2, Vitamin B6 und Niacin wirken eng zusammen. Mangelt es an einem dieser Vitamine, ist auch die Aktivität der anderen Vitamine vermindert. Da Vitamin B6 ein wichtiger Bestandteil des Eiweißstoffwechsels ist, profitiert davon insbesondere die Muskulatur. Ausreichend Vitamin B6 in Verbindung mit einem geeigneten Training baut die Muskeln auf und macht sie kräftig und leistungsfähig. Vitamin B6 wird auch im Rahmen von Anti-Aging-Maßnahmen eingesetzt, um vorzeitigen Abbauprozessen mit fortschreitendem Lebensalter vorzubeugen. Darüber hinaus kann Vitamin B6 zur Behandlung von Allergien, Nierensteinleiden (bei Calciumoxalatsteinen), Gelenkentzündungen und Asthma hilfreich sein. Auch bei Neuropathien - z.B. bei Diabetes mellitus - werden häufig gute Erfolge durch Gabe von Vitamin B6 beobachtet, weiterhin bei psychischen Störungen.

In mehreren Studien wurde durch Vitamin B6 eine signifikante (deutliche) Besserung beim prämenstruellen Syndrom (PMS) erzielt. Manche Arzneimittel, z.B. L-Dopa, Penicillamin, Kontrazeptiva, Östrogene, können zu einem Vitamin B6-Mangel führen. Als Folge eines Vitamin B6-Defizits kann eine mikrozytäre Anämie auftreten. Vitamin B6-Mangel führt zu einer gestörten Reifung von Bindegewebe und der Elastin-Quervernetzung in den Gefäßwänden. Dies könnte das Entstehen von Herzerkrankungen begünstigen.

Chronische Darmerkrankungen führen zu einer Störung der Resorption. So ist z.B. bei Zöliakie die Gabe von Vitamin B6 zu empfehlen. Angesichts der zentralen Bedeutung der Leber für den Vitamin B6-Stoffwechsel ist bei chronischen Lebererkrankungen immer mit einem Vitamin B6-Mangel zu rechnen. Auch bei verschiedenen Tumorerkrankungen wurden niedrige B6-Spiegel festgestellt. Von Bedeutung könnte dabei auch die reduzierte Immunabwehr bei B6-Mangel sein.

Empfohlene Tageszufuhr

Die empfohlenen Tagesdosen von Vitamin B6 variieren je nach Alter, Geschlecht, Risikogruppen und angewandten Kriterien. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt:

Alter Vitamin B6 mg/Tag

m

w

Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 0,1
4 bis unter 12 Monate

0,3

Kinder
1 bis unter 4 Jahre 0,4
4 bis unter 7 Jahre 0,5
7 bis unter 10 Jahre 0,7
10 bis unter 13 Jahre 1,0
13 bis unter 15 Jahre 1,4
Jugendliche und Erwachsene
15 bis unter 19 Jahre 1,6 1,2
19 bis unter 25 Jahre 1,5 1,2
25 bis unter 51 Jahre 1,5 1,2
51 bis unter 65 Jahre 1,5 1,2
65 Jahre und älter 1,4 1,2
Schwangere 1,9
Stillende 1,9

Ein Erwachsener braucht also am Tag etwa 1,2-1,5 mg (Milligramm) Pyridoxin.
Diese Menge ist enthalten in

  • 40 g Weizen-Keime oder
  • 70 g Hefeflocken oder
  • 100 g Roggen-Keime oder
  • 200 g Kalbsleber

Frauen, die die Pille einnehmen, sowie Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Vitamin B6-Bedarf. Während Folsäure aus unseren Nahrungsmitteln nur zu etwa 50% resorbiert wird, nimmt unser Körper das Vitamin in Tabletten- oder Kapselform zu fast 100% auf!

Risikogruppen

Zu den Personen, die der Gefahr einer unzureichenden Pyridoxinzufuhr und eines entsprechend mangelhaften Status in besonderem Maße aus gesetzt sind, gehören:

  • Schwangere und stillende Frauen. Dies rührt vom zusätzlichen Bedarf des Fötus beziehungsweise des Föten her.
  • Frauen, die orale Kontrazeptiva (Antibabypille) mit hohem Östrogengehalt einnehmen.
  • Alkoholabusus: Hoher Alkoholkonsum kann die Fähigkeit der Leber, Pyridoxalphosphat zu synthetisieren, stark beeinträchtigen.
  • Personen mit hohem Eiweißkonsum, da der Proteinstoffwechsel von der Verfügbarkeit des Pyridoxin abhängt.

Mangel

Ein ernährungsbedingter Mangelzustand mit offensichtlichen klinischen Mangelsymptomen kommt selten vor, obschon fast 50% der in der US Food Consumption Study von 1977-78 untersuchten Mahlzeiten weniger als 70% der empfohlenen Zufuhr lieferten. In der Bundesrepublik Deutschland haben Ernährungserhebungen nicht ganz so ungünstige Daten erbracht, wobei die Versorgung hier jedoch ein vielgestaltiges Bild zeigt.

Von einer Unterversorgung nicht selten betroffen sind jüngere Frauen sowie Schwangere und Stillende, ferner ältere Menschen und in geringerem Umfang auch jüngere Männer. Biochemische Hinweise für eine Vitamin B6-Unterversorgung sind relativ häufig und äußern sich in einem veränderten Gewebestoffwechsel. Eine pyridoxinfreie Ernährung kann zu hypochromer Anämie (abnorm vermindertem Hämoglobingehalt der Erytrozyten) führen und die Umwandlung von Tryptophan in Nikotinsäure unterbinden.

Ein von Antagonisten (Gegenspieler) verursachter Mangel kann - wie gewisse genetisch bedingte Fehlfunktionen im Aminosäurestoffwechsel - bei ungenügender Behandlung folgende Mangelsymptome hervorrufen: Wachstumsstörungen Konvulsionen, insbesondere Krampfanfälle bei - Kleinkindern Antikörperbildung Hautveränderungen, beispielsweise seborrhoisches Ekzem Abdominalbeschwerden, Erbrechen, Nierensteine, Veränderungen im Elektroenzephalogramm, Neuritis, Nervendegeneration. Störungen können auch andere Ursachen als einen Pyridoxinmangel haben, weshalb die Behandlung stets unter ärztlicher Kontrolle erfolgen sollte.

Überdosierung

Überschüssiges Vitamin B6 wird normalerweise mit dem Urin ausgeschieden. Schwangere und Stillende sollten auf Megadosierungen von Vitamin B6 in jedem Fall verzichten. Mit Nahrungsergänzungsmitteln ist diese nicht möglich - sie sind also ungefährlich. Bei extrem hohen Dosen (individuell verschieden ab etwa 1000 Milligramm/Tag) kann jedoch Gefühllosigkeit in Fingern und Zehen auftreten.

Verträglichkeit

Vitamin B6 ist in allen Formen gut verträglich. In dem empfohlenen Dosierungsbereich sind keine Nebenwirkungen bekannt. In der angegebenen Tagesbedarfsdosis bis zu 25 mg/Tag bestehen keine Bedenken während Schwangerschaft und Stillzeit. Zur Vorbeugung eines Vitamin B6-Mangels bezogen auf Pyridoxinhydrochlorid wird eine Dosierung von 1,5 bis 25 mg täglich zur oralen Anwendung empfohlen: Bei längerer Einnahme (zwei Monate und mehr) von Vitamin B6 in sehr hohen Dosen von über 1 g/Tag können neurotoxische Nebenwirkungen auftreten.

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 16.12.2008
 
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