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Biotin

Biotin - Das Vitamin für Haut und Haare

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine Substanz entdeckt, die Hefen für ihr Wachstum brauchen: das Biotin. Das B-Vitamin Biotin gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und wurde ursprünglich auch als Vitamin H oder Coenzym R bezeichnet. Nur eines der 8 verschiedenen Stereoisomere des Biotins, das D-Biotin, kommt in der Natur vor und ist als Vitamin voll aktiv.

Hauptvorkommen in der Natur

Biotin kommt in den meisten Lebensmitteln, wenn auch in kleinsten Mengen, vor. Gute Biotinquellen für die menschliche Ernährung sind Hefe, Innereien (Leber und Nieren), aber auch Eigelb, Sojabohnen, Nüsse, (Vollkorn-)Getreide und Milch. Zudem gehen Ernährungswissenschaftler von einer mikrobiellen Biosynthese des Biotins im Dickdarm aus, da die Biotinausscheidung über Harn und Stuhl die Nahrungsaufnahmemenge teilweise übersteigt. Ausmaß und Bedeutung dieser Synthese für den Gesamtumsatz an Biotin sind jedoch bislang nicht bekannt.

Funktionen

Biotin ist (wie einige andere B-Vitamine auch) für den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß sowie die allgemeine Energiegewinnung im Körper erforderlich. Haut und Haare müssen sich ständig erneuern. Dazu ist unbedingt Biotin notwendig, da es eine wichtige Rolle für die Zellteilung spielt. Brüchige Fingernägel und dünne, ausfallende Haare sind oft auf eine Biotin-Unterversorgung zurückzuführen (Biotin und Zink machen Haare, Haut und Fingernägel schön und stark). Biotin stimuliert die Erneuerung der obersten Hautzellen und beeinflusst das Wachstum und die Qualität von Haaren und Nägeln günstig. Sicher ist, dass Biotin stumpfem sprödem Haar wieder seidigen Glanz geben kann, Haarspliss bessert und brüchige Nägel wieder hart macht. Ein Versuch, mit der nahrungsergänzenden Einnahme von Biotin (in Kombination mit Zink) bei Haarproblemen kann sich durchaus lohnen.

Biotin wird bei den sehr seltenen genetischen Störungen des Biotin-Stoffwechsels in Dosierungen von 1 bis 40 mg/Tag verabreicht sowie der seborrhoischen Dermatitis bei Kleinkindern. Biotin-Mangel ruft zudem psychische Störungen wie Depressionen und panikartige Zustände hervor. Bei psychischen Störungen sollte daher auch Biotin (zusammen mit Vitamin C, B1, Niacin, B6, B12 und Folsäure gegeben werden.

Empfohlene Tageszufuhr

Die erste ausführliche Abschätzung der angemessenen und unschädlichen Menge für die tägliche Nahrungszufuhr stammt aus dem Jahr 1980 vom Food and Nutrition Board of the United States National Research Council. 1989 wurden in den USA für Erwachsene und Kinder über 11 Jahren 30 bis 100 µg, für Säuglinge und Kleinkinder 10 bis 30 µg täglich empfohlen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. geht davon aus, dass bei durchschnittlichen Kostgewohnheiten der Biotinbedarf gedeckt ist. Als Richtwert werden folgende Mengen pro Tag genannt:

Alter Biotin in µg/Tag
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 5
4 bis unter 12 Monate 5-10
Kinder
1 bis unter 4 Jahre 10-15
4 bis unter 7 Jahre 10-15
7 bis unter 10 Jahre 15-20
10 bis unter 13 Jahre 20-30
13 bis unter 15 Jahre 25-35
Jugendliche und Erwachsene
15 bis unter 19 Jahre 30-60
19 bis unter 25 Jahre 30-60
25 bis unter 51 Jahre 30-60
51 bis unter 65 Jahre 30-60
65 Jahre und älter 30-60
Schwangere 30-60
Stillende 30-60

Ein Erwachsener braucht also täglich etwa 30-60 µg (Mikrogramm) Biotin. Diese Menge ist enthalten in

  • einem halben Eigelb oder
  • 100 g Haselnüssen oder
  • 80 g Kalbsniere

Wer extrem viel Hühnereiweiß (Eiklar) zu sich nimmt, riskiert eine Unterversorgung, da eine bestimmte Substanz im Hühnereiweiß eine unverdauliche Verbindung mit Biotin eingeht. Diese Verbindung ist das Antivitamin (Vitaminantagonist) Avidin (ein Glykoproteid), das hauptsächlich im rohen Eiklar zu finden ist. Dieses verbindet sich mit dem Vitamin Biotin zu einem festen Komplex, der nicht mehr durch die Enzyme des Magen-Darm-Traktes aufgespaltet werden kann. Das Vitamin verliert durch rohes Hühnereiweiß seine Wirksamkeit.

In Ernährungsversuchen beim Menschen führte die Verabreichung größerer Mengen von rohem Hühnereiweiß nach vier bis sieben Wochen zu schuppenden Hautschäden, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Muskelschmerzen und nervöser Übererregbarkeit. Durch eine tägliche Zufuhr von 150 bis 300 Mikrogramm Biotin verschwanden die Mangelerscheinungen.

Risikogruppen

Es gibt eine Erbkrankheit, bei der fehlt die Biotinidase, ein für die Freisetzung von Biotin aus Lebensmitteln wichtiges Enzym. Bereits Säuglinge leiden unter diesem Mangel, die Betroffenen müssen ein Leben lang behandelt werden.

Chronisch kranke Menschen und Alkoholiker leiden häufiger unter einer Biotin-Unterversorgung als gesunde Menschen. Eine allgemeine Fehlernährung verschlechtert die Biotinversorgungssituation.

Einen mit Biotin gut versorgten Körper erkennt man am gesunden Aufbau von Haut, Haaren und Fingernägeln. Deshalb wird Biotin auch als Vitamin H (wie Haut- und Haar-Vitamin) bezeichnet. Obwohl Biotin nicht zu den Vitalstoffen gehört, unter deren Mangel viele Menschen leiden, wird Biotin doch sehr häufig als Arzneimittel eingenommen. Insbesondere von Frauen und dies aus guten Gründen. Biotin - auch als Haut- oder Schönheitsvitamin bezeichnet - fördert das gesunde Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln (Empfehlung: ca. 2,5- 5 mg pro Tag).

Mangel

Als Folgen eines Biotin-Mangels können unter anderem schuppende Hautentzündungen, brüchige Fingernägel, Haarausfall, Muskelschmerzen, panikartige Zustände, Muskelschmerzen, neurologische Störungen. Erbrechen, Depressionen, Müdigkeit und Angstzustände auftreten. Ein echter Biotinmangel wird allerdings selten beobachtet, vor allem bei Menschen, die große Mengen roher Eier essen (enthält ein Biotin Antivitamin), bei bestimmten angeborenen Erkrankungen (genetische Störungen im Biotin-Stoffwechsel) und bei einer Langzeittherapie mit Antibiotika sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Ausgeprägte Mangelzustände können insbesondere bei ständigem Fasten sowie bei chronischen Krankheiten und chronischem Alkoholkonsum auftreten.

Biotin ist besonders hitzeempfindlich!

Überdosierung

Die regelmäßige Einnahme eines Biotin-Präparates ist auch in höherer Dosierung ungefährlich und wird meist gut vertragen. Halten Sie sich bei Nahrungsergänzungsmitteln immer an die Dosierungsempfehlungen und an die Empfehlung des Arztes oder Apothekers.

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 10.12.2007
 
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