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Vitamin E - Das Zellschutz-Vitamin

Unter der Bezeichnung Vitamin E sind acht in der Natur vorkommende Substanzen zusammengefasst. Vier von ihnen sind so genannte Tocopherole, die anderen vier Tocotrienole. Man unterscheidet sie durch die Präfixe alpha-, beta-, gamma- und delta-. Alpha-Tocopherol ist die häufigste und biologisch aktivste dieser natürlich vorkommenden Formen von Vitamin E. Die Bezeichnung Tocopherol leitet sich vom griechischen tocos (Entbindung, Geburt) und herein (hervorbringen) ab. Die Endung -ol bedeutet, dass es sich bei der betreffenden Substanz um einen Alkohol handelt. Der Name wurde von den Entdeckern dieses Vitamins geprägt, um seine Rolle bei der Fortpflanzung verschiedener Tierarten zu unterstreichen. Auch heute wird Vitamin E mit Empfängnis und Fruchtbarkeit - auch beim Menschen - in Zusammenhang gebracht.

Wussten Sie, dass jede einzelne Zelle unseres Körpers täglich 10.000-mal von freien Radikalen angegriffen wird? Diese äußerst aggressiven Teilchen, die in unserem Körper aus dem eingeatmeten Sauerstoff permanent entstehen, attackieren lebenswichtige Zellbausteine und können fatale Schäden an Blutfetten, Enzymen, Abwehrzellen und der Erbsubstanz verursachen. Vitamin E-Mangel steigert deshalb nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für Erkrankungen der Augen, des Nervensystems und für bestimmte Krebserkrankungen. Vitamin E ist das wichtigste fettlösliche Antioxidans unseres Körpers und deshalb in jeder Zellmembran vertreten. Dort schützt es vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sonst durch freie Radikale in einer gefährlichen Kettenreaktion vollständig zerstört würden. Als Radikalfänger legt Vitamin E schützend die Hand über Blutzellen und Organe, über das Gehirn, das Herz, die Leber und die Muskulatur.

Über die normale Ernährung ist es äußerst schwierig, sich mit Vitamin E ausreichend zu versorgen. Bei der industriellen Verarbeitung von Pflanzenölen treten Verluste von 40% und mehr auf; Hitze, Licht und Sauerstoff vernichten zusätzlich Vitamin E. Neben seiner Funktion als Antioxidans wirkt Vitamin E entzündungshemmend und hält unser Immunsystem fit.

Hauptvorkommen in der Natur

Pflanzliche Öle (Erdnuss-, Soja-, Lein- und Rapsöl), kalt gepresste Samenöle (Mais, Färberdistel, Sonnenblume usw.) und Weizenkeime sind die wichtigsten Vitamin E-Lieferanten. Herausragende Quellen sind auch Nüsse, Samen, Vollkorn und grünes Blattgemüse.

Einige Grundnahrungsmittel, zum Beispiel Milch und Eier, enthalten nur geringe Mengen alpha-Tocopherol, aber dank der hohen biologischen Aktivität dieses Vitamins, und weil diese Nahrungsmittel in zahlreichen Speisen vertreten sind, können auch sie eine wichtige Vitamin E-Quelle darstellen. Außerdem wird Vitamin E dem Organismus durch Margarine und andere Speisen zugeführt, die mit dl-alpha-Tocopherolacetat angereichert sind. Hierbei handelt es sich um eine synthetische, biologisch aktive und stabile Form des Vitamin E.

Interaktionen

  • Eisen
    Dreiwertiges (III) Eisen oxidiert und deaktiviert Vitamin E im Darm, wenn es häufig verabreicht wird.
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
    Erhöhte Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren erhöht den Bedarf an Vitamin E.
  • Selen
    Schlechter Selen-Status erhöht den Bedarf an Vitamin E.
  • Vitamin C
    Vitamin C reduziert oxidiertes Tocopherol wieder zu aktivem Tocopherol, wobei die Vitamin E-Speicher erhalten bleiben. Daher sollten Vitamin C und E immer im Verhältnis 2 zu 1 zugeführt werden - also doppelt so viel Vitamin C wie Vitamin E.
  • Zink
    Zink-Mangel senkt Vitamin E-Spiegel im Blut.

Haltbarkeit

Licht, Sauerstoff und Wärme, alles Faktoren, die normalerweise die Qualität von Nahrungsmitteln bei langer Lagerung beeinträchtigen, sowie die Verarbeitung von Lebensmitteln können den Vitamin E-Gehalt in Speisen vermindern. Bei einigen Nahrungsmitteln kann der Rückgang nach nur zweiwöchiger Lagerung bei Zimmertemperatur bis zu 50% betragen. In pflanzlichen Ölen wird Vitamin E beim Braten und insbesondere beim Wiedererhitzen oder langer Erhitzung (Frittieren) weitgehend zerstört.

Funktionen von Vitamin E

Vitamin E hat zahlreiche therapeutische und präventive (vorsorgende) Anwendungsgebiete. Sie beruhen vor allem auf der antioxidativen Funktion von Vitamin E zum Schutz vor Freien Radikalen. Neben Vitamin C ist Vitamin E (neben Beta-Carotin) dabei eines der wichtigsten Vitamine.

Antioxidans
Vitamin E (Alpha-Tocopherole) schützt den gesamten Organismus vor zellschädlichen Sauerstoffradikalen (Freien Radikalen), dies wird auch als "antioxidative Wirkung" bezeichnet. Andere Verbindungen dieser Gruppe sind nicht so stark biologisch aktiv wie D-alpha-Tocopherol. Aber nicht nur die Zellwände, sondern auch ungesättigte Fettsäuren, Hormone der Nebennieren, der Hypophyse oder der Geschlechtsdrüsen sowie andere Vitamine (wie z.B. Vitamin A und einzelne B-Vitamine) werden mit Hilfe von Vitamin E vor dem Angriff der freien Radikale geschützt. Niedrige Blutspiegel an Vitamin E können ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislaufkrankheiten nach sich ziehen. Vitamin E wirkt als natürlicher Radikalfänger günstig auf alle Komplikationen des Diabetes mellitus. Daneben wirkt Vitamin E auf die Aktivität der Blutplättchen und vermindert damit das bei Diabetes erhöhte Risiko von Thrombosen, die zu Gefäßverschlüssen führen können. Vitamin E als "antioxidativer Kraftstoff" verlangsamt den Alterungsprozess, erhält die körperliche Leistungsfähigkeit und beeinflusst vorzeitige Alterungsprozesse positiv. Günstige Wechselwirkungen mit Spurenelementen und anderen Vitaminen sowie Enzymaktivierung für die "Reparatur" von Zellschäden erhöhen die antioxidative Kraft von Vitamin E zusätzlich.

Gefäßschutz
Obwohl noch keine endgültige Klarheit über die Schutzeffekte von Vitamin E am Gefäßsystem vorliegt, haben zahlreiche Studienergebnisse deutlich gemacht, dass Vitamin E einen wirksamen Beitrag zur Verhütung oder Verbesserung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen leisten kann. Größere Studien mit vielen Tausend Teilnehmern ergaben Hinweise darauf, dass Vitamin E den Fettstoffwechsel günstig beeinflusst. Auch Herzkrankheiten kann wahrscheinlich durch die regelmäßige Vitamin E-Zufuhr entgegen gearbeitet werden. Grundsätzlich ist festzustellen, dass dabei Effekte nur zu erwarten sind, wenn Vitamin E in nicht zu hoher Dosis im Rahmen einer gesunden Lebensführung verabreicht wird.

Rheumatische Erkrankungen
Vitamin E wird inzwischen in großem Umfang zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen begleitend eingesetzt. Dabei werden gute klinische Ergebnisse erzielt. Vitamin E gehört wie Omega-3-Fettsäuren (Fischölkapseln) zur Therapie von entzündlichen rheumatischen Erkrankungen.

Empfohlene Tageszufuhr

Die empfohlene Tageszufuhr von Vitamin E variiert nach Alter und Geschlecht sowie nach den im betreffenden Land gültigen Kriterien. Die Vitamin E Zufuhr in Deutschland ist nicht optimal. In der Bundesrepublik Deutschland werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung folgende Zufuhrmengen empfohlen:

Alter Vitamin E mg/Tag
m w
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 3
4 bis unter 12 Monate 4
Kinder
1 bis unter 4 Jahre 6 5
4 bis unter 7 Jahre 8
7 bis unter 10 Jahre 10 9
10 bis unter 13 Jahre 13 11
13 bis unter 15 Jahre 14 12
Jugendliche und Erwachsene
15 bis unter 19 Jahre 15 12
19 bis unter 25 Jahre 15 12
25 bis unter 51 Jahre 14 12
51 bis unter 65 Jahre 13 12
65 Jahre und älter 13 11
Schwangere 13
Stillende 17

Ein Erwachsener braucht also pro Tag etwa 12-15 mg (Milligramm) bzw. 22 I.E. Vitamin E. Raucher sowie Menschen, die großen Belastungen oder Stress ausgesetzt sind, weiterhin Herzkranke und immungeschwächte Patienten haben einen erhöhten Bedarf.
Diese normale Tagesmenge ist z.B. enthalten in

  • 70 g Paranüssen

  • 80 g Erdnüssen oder

  • 325 g Roggenschrot oder

  • 400 g Haferflocken

Maßeinheiten

Übliche Maßeinheiten sind Milligramm und Internationale Einheiten (I.E.). 1 mg des synthetisch hergestellten alpha-Tocopherolazetat entspricht 1 I.E. und 1 mg des natürlich vorkommenden alpha-Tocopherol entspricht 1,49 I.E..

Natürliches oder synthetisches Vitamin E?

Vitamin E kann künstlich hergestellt werden. Häufig geht durch industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln Vitamin E verloren, daher gleichen die Hersteller den Verlust teilweise mit dem synthetischen alpha-Tocopherylacetat aus.

  • Die Aufnahme im Dünndarm ist gleich und ohne Unterschied

  • Das natürliche Vitamin E wird in der Leber besser gebunden und verarbeitet, das synthetische kann nur zur Hälfte verwertet werden, die andere Hälfte wird abgebaut und ausgeschieden

  • Die Wirksamkeit des natürlichen Vitamin E ist doppelt so hoch wie die des synthetisch hergestellten Vitamin E, weil davon nur die Hälfte der Moleküle wirksam ist

  • Natürliches Vitamin E wird bevorzugt gespeichert, während das synthetischen Vitamin E dagegen vermehrt abgebaut wird

  • Die natürliche Form von Vitamin E wird etwa dreimal besser von der Schwangeren über die Plazenta an das Ungeborene weitergegeben als synthetisches Vitamin E

  • Natürliches Vitamin E wird als Zusatzstoff (E 306) vielen Nahrungsmitteln, besonders Fertigdesserts und Pflanzenölen, zur Erhöhung der Haltbarkeit beigefügt

Risikogruppen

Abgesehen von Frühgeburten sind keine Bevölkerungsgruppen bekannt, bei denen ein besonders hohes Risiko für einen Vitamin E-Mangel bestünde. Insgesamt ist die Versorgung der Bevölkerung nicht mangelhaft, sondern leicht unterhalb der Empfehlungen.

Mangel

Zahlreiche Faktoren können die Versorgung mit Vitamin E verschlechtern. Ein ungesunder Lebensstil und falsche, unausgewogene Ernährungsweise (Crashdiäten, Fasten, streng fettarme Kost, einseitige Ernährungsweise) können zur erhöhten Stressbelastung führen und vermehrten "oxidativen Stress" für die Körperzellen erzeugen. Steht dann nicht genügend zellschützendes Vitamin E zur Verfügung, beschleunigen sich körperliche Abbauvorgänge. Zu viel Nikotin und Alkohol, ständige psychische Belastungen in Beruf und Privatleben, Bewegungsmangel und nährstoffarme Fast-Food-Fehlernährung tragen ihren Teil zur vorzeitigen Alterung bei.

Unzureichende Vitamin E-Aufnahme durch die Nahrung

Beispielsweise enthält das Grundnahrungsmittel Weißmehl in Getreideprodukten kaum Vitamin E: Weizenkeime sind das Vitamin E-reichste Lebensmittel, aber beim Weißmehl werden die Randschichten und der Keimling abgetrennt und dadurch fast das gesamte Vitamin E entzogen! Häufig sind sowohl Vitamin E als auch ungesättigte Fettsäuren gleichzeitig in solchen Lebensmitteln enthalten, die meist als "gesund" (etwa Sojaprodukte - insbesondere Sojaöl) eingestuft werden.

Unzureichende Versorgung mit Vitamin C oder Selen Auch ein Mangel an Vitamin C, gleichfalls ein wirksames "Antioxidans", kann Vitamin E-Mangel verursachen: Fehlt Vitamin C, dann erhöht sich der Bedarf an Vitamin E. Untersuchungsergebnisse zeigten, dass sich die kombinierte Zufuhr von Vitamin E und Vitamin C günstig auswirken. Die Zufuhr sollte im Verhältnis 1 zu 2 (also doppelt so viel Vitamin C wie E) erfolgen.

Neugeborene und Frühgeborene

Diese können Fett schlechter resorbieren, so dass ein Vitamin E-Mangel auftreten kann, da zum Zeitpunkt der Geburt nur geringe Speicher von Vitamin E im Körper vorhanden sind.

Mangel

An den Fortpflanzungorganen kann es zu Schrumpfungen und zur Schwächung der Geschlechtorgane kommen. Vitamin E-Mangel vermindert Fertilität und Potenz. Fehlt Vitamin E, können eine Schwächung der Muskulatur, der Verfall von Nervenzellen im Rückenmark und in den peripheren Nervensträngen auftreten. Vitamin E-Mangel kann auch rote Blutkörperchen schwächen: Die Zellwandstärke wird vermindert und führt dann zum Zerplatzen der roten Blutkörperchen mit der Folge einer Blutarmut (Anämie). Ein starker und anhaltender Vitamin E-Mangel verursacht eine erhöhte Anfälligkeit für Arteriosklerose, entzündlichem Rheuma, frühzeitige Alterung, Nervenerkrankungen und Katarakt (Starerkrankung des Auges).

Überdosierung

Eine Dosis von 400 bis 800 Milligramm (mg) pro Tag ist für gesunde Menschen nicht toxisch. Selbst täglich Dosen von 1.600 bis 3.200 mg über einen längeren Zeitraum hinweg, können ohne schädliche Nebenwirkungen eingesetzt werden. Eine Gefahr der Überdosierung besteht für Vitamin E offensichtlich nicht. Bisher sind keine Vergiftungserscheinungen durch Vitamin E beobachtet worden. Beabsichtigen Sie, größere Mengen Vitamin E einzusetzen, sollten Sie sich in jedem Fall von Ihrem Arzt beraten lassen. Dies gilt vor allem für Menschen mit Stoffwechselerkrankungen (etwa bei Diabetes mellitus, Gelenkerkrankungen, Rheuma oder erhöhten Blutfettwerten). Möchten Sie sicher sein, ausreichend viel Vitamin E täglich aufzunehmen, sollten Sie über den Nährstoffgehalt der Lebensmittel, die Sie verwenden, informiert (Kalorien-Nährwert-Lexikon oder Vitamin-Ampel) sein.

Verträglichkeit

In Untersuchungen mit bis zum 200fachen der empfohlenen Tageszufuhr für Erwachsene in den USA - das heißt, ca. 2.000 mg-Äquivalent bzw. 3.000 I.E. Vitamin E pro Tag - konnten keine schädigenden Nebenwirkungen der Megadosierung festgestellt werden. Aufgetretene leichtere Nebenwirkungen verschwanden sofort nach Absetzen der hoch dosierten Behandlung. Bei Patienten, die Antikoagulanzien erhalten, kann Vitamin E in hohen Dosen jedoch zu verstärkter Blutungsneigung führen, da der Vitamin K-Stoffwechsel beeinträchtigt wird.

Studienergebnisse zu Vitamin E

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 16.12.2007
 
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