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Wechseljahre beim Mann (Klimakterium virile, Andropause)

Eine positive Lebenseinstellung, gesunde Ernährung und Sport haben einen Einfluss auf den Verlauf der Wechseljahre beim Mann

Eine positive Lebenseinstellung, gesunde Ernährung und Sport haben einen Einfluss auf den Verlauf der Wechseljahre beim Mann
(Quelle: DAK)

Wechseljahre beim Mann (auch Klimakterium virile oder Andropause) sind im Gegensatz zu den Wechseljahren bei der Frau ein immer noch eher unbekanntes Phänomen. Doch auch der männliche Körper erlebt ab einem gewissen Alter einen Rückgang der Sexualhormone.

Der Rückgang der Sexualhormone betrifft jedoch nicht alle Männer: In Studien zeigte sich bei etwa einem Fünftel aller Männer über 60 Jahre ein erniedrigter Testosteronwert.

Was passiert während der Wechseljahre beim Mann?

Etwa bis zum 30. Lebensjahr steigt die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron im Körper jedes Mannes an. Danach bleibt sie auf einem gleich hohen Niveau, bis sie etwa ab dem 40. Lebensjahr um ein Prozent jährlich zurückgeht. Gleichzeitig steigt der Anteil des Sexualhormon bindenden Globulin (SHBG). Dadurch ergibt sich ein kontinuierlicher Rückgang des dem Körper zur Verfügung stehenden Testosterons.

Die Wechseljahre beim Mann sind - wie die Wechseljahre bei der Frau - genau genommen keine Krankheit, sondern eine völlig natürlich Lebensphase. Ob jeder Mann in diese Lebensphase mit den typischen Beschwerden kommt, ist noch nicht geklärt.


Symptome der Wechseljahre beim Mann

Im Vergleich zu den Symptomen der Wechseljahre bei der Frau sind die Beschwerden der Wechseljahre beim Mann eher unspezifisch und weniger ausgeprägt. Das liegt unter anderem daran, dass der Prozess beim Mann eher schleichend vorangeht. Typische Symptome, die häufig auch in Kombination miteinander auftreten, sind:


  • Abnahme der Libido
  • Erektionsstörungen
  • Verminderter Bartwuchs
  • Abbau von Muskel- und Zunahme von Fettmasse
  • Osteoporose
  • Nachlassende Leistungsfähigkeit und Motivation
  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Innere Unruhe und Nervosität
  • Depressionen

Ob das Auftreten eines oder mehrerer Symptome ein Anzeichen für die Wechseljahre beim Mann ist oder ob die Ursache auf Organstörungen und andere Krankheiten zurückzuführen ist, kann nur ein Arzt diagnostizieren. Fest steht inzwischen, dass die Abnahme des Testosterons im Körper ein natürlicher Vorgang ist, der sich nur durch die Gabe künstlicher Hormone beeinflussen lässt.


Wie werden die Wechseljahre beim Mann diagnostiziert?

Nach einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden mit dem Arzt (im Idealfall ein Urologe oder Endokrinologie) folgt eine körperliche Untersuchung. Sie dient vor allem dazu, organische Ursachen für die Symptome auszuschließen.

Ob der Grund für die Beschwerden die Wechseljahre beim Mann sind, lässt sich nur mit einer Blutuntersuchung eindeutig feststellen. Dabei wird die Konzentration der Sexualhormone im Blut gemessen. Ist sie erniedrigt, und befindet sich der Mann in der fortgeschrittenen Lebensphase, ist die Diagnose "Wechseljahre beim Mann" ziemlich wahrscheinlich.


Kann man die Wechseljahre beim Mann therapieren?

Da es sich beim Rückgang der Hormonproduktion um einen natürlichen Prozess handelt, ist es nicht nötig, die Wechseljahre beim Mann zu therapieren. Lediglich die Begleitbeschwerden werden behandelt.

Testosteronsubstitutionsbehandlung

Eine klassische Hormonersatz-Therapie (HAT), wie sie schon seit Jahren bei Frauen zur Linderung der Wechseljahrs-Beschwerden eingesetzt wird, gibt es für Männer nicht. Es ist zwar möglich, eine Testosteronsubstitutionsbehandlung anzuwenden, diese gehört jedoch noch nicht zu den Standard-Verfahren.

Aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen ist die Gabe von Hormonen umstritten. Testosteron steht in Verdacht, die Entstehung von Prostatakrebs zu begünstigen. Zudem existieren noch keine gesicherten Langzeit-Studien zum Einsatz von Hormonen gegen die Beschwerden der Wechseljahre beim Mann.

Der neue Lebensabschnitt

Dass sich der Körper mit zunehmendem Alter verändert, ist ein natürlicher Prozess im Leben jedes Menschen. "Alterungsprozesse" werden nicht unbedingt durch einen sinkenden Anteil von Sexualhormonen verursacht.

Eine positive Einstellung zum Leben hat einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Wechseljahre beim Mann. So ist es ratsam, die Wechseljahre als Beginn eines neuen Lebensabschnitts zu akzeptieren und den Körper mit gesunder Ernährung und Sport fit zu halten.


Wie verlaufen die Wechseljahre beim Mann?

Man vermutet, dass die Wechseljahre beim Mann etwa mit 75 Jahren abgeschlossen sind. Ob bei allen Männern die Wechseljahre eintreten, ist bislang nicht eindeutig geklärt und umstritten.


Wechseljahre beim Mann: Kann man ihnen vorbeugen?

Einer altersbedingten Abnahme der Produktion der Sexualhormone kann man nicht vorbeugen. Das ist auch gar nicht nötig, da es sich um einen völlig natürlichen und harmlosen Prozess handelt.

Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung hält den Körper auch im Alter fit. Die typischen Wechseljahrs-Beschwerden können so etwas reduziert werden.


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Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf www.optikur.de.

Quellen:
Auernhammer, C., Engelhardt, D., Göke, B., Parkhofer, K: Praxisbuch Endokrinologie und Stoffwechsel. Urban & Fischer, München 2004
Online-Informationen der Philipps Universität Marburg: www.uni-marburg.de (Stand: Dezember 2007)
Online-Informationen des Schweizerischen Medizin-Forum: www.medicalforum.ch (Stand: September 2001)

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 22.10.2008
 
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