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Zahnen und Zahnpflege

Zahnendes Kind

Während des Zahnens können Babys durch Schmerzen unruhig sein und weinen
(Foto: BananaStock)

Die ersten Milchzähne kommen meist zwischen dem fünften und zehnten Lebensmonat zum Vorschein, bis zum Alter von ungefähr zweieinhalb Jahren ist das Milchzahngebiss mit 20 Zähnen vollständig. In der Zeit des Zahnens können die Babys unruhig sein, das Zahnfleisch kann gerötet und empfindlich sein.


Zahnpflege und Zahnwechsel
Nicht alle Kinder bekommen Beschwerden
Die richtige Zahnpflege

Zahnpflege und Zahnwechsel

Obwohl die Milchzähne keine bleibenden Zähne sind, ist eine sorgfältige Zahnpflege wichtig, denn kariöse Milchzähne bereiten Kindern Schmerzen. Zudem können die Kariesbakterien auf die bleibenden Zähne übertragen werden. Ein vorzeitiges Fehlen der Milchzähne kann die Ausbildung des Kiefers beeinträchtigen.

Ungefähr mit dem Beginn der Grundschulzeit fallen die ersten Milchzähne aus – meist die Schneidezähne – und die ersten Backenzähne brechen durch. Der Zahnwechsel verursacht in der Regel keine körperlichen Beschwerden. Etwa bis zum 14. Lebensjahr ist das bleibende Gebiss mit 28 Zähnen vorläufig vollständig. Die vier restlichen Zähne, die so genannten Weisheitszähne, brechen in den kommenden Jahren teilweise durch.


Zahnen: Nicht alle Kinder bekommen Beschwerden

Mehr als die Hälfte der Kinder empfinden keine Beschwerden beim Zahnen. Die häufigsten Zahnungsbeschwerden sind ein gerötetes und empfindliches Zahnfleisch an der entsprechenden Stelle. Dadurch können die Kinder einen vermehrten Speichelfluss haben und häufiger weinen. Dünnflüssiger Stuhl und ein wundes Gesäß sind seltenere Zahnungsbeschwerden.

Zahnen ist jedoch keine Krankheit. Zeigt das Kind während des Zahnens Krankheitsanzeichen wie Schnupfen, anhaltenden Durchfall oder hohes Fieber, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären.

Tipps beim Zahnen

Um Kindern das Zahnen zu erleichtern, kann ihnen etwas Hartes zum Kauen gegeben werden. Dazu eignen sich Apfelstücke, Karotten oder Brotkanten. Zudem sind im Handel Beißringe aus Silikon oder Plastik erhältlich, die im Kühlschrank aufbewahrt werden und das Zahnfleisch zusätzlich kühlen. Auch ein feuchter, kalter Waschlappen, auf dem Kinder herumkauen, sowie Veilchenwurzeln können bei Beschwerden Abhilfe schaffen. Die klassische Homöopathie empfiehlt außerdem Globulis, die stündlich in die Wangentasche gelegt werden. Bei stärkeren Zahnungsbeschwerden sind in der Apotheke spezielle schmerzstillenden Gele erhältlich, die direkt auf die schmerzende Stelle aufgetragen und einmassiert werden. Paracetamol-Zäpfchen sollten nur in Ausnahmefällen und in Absprache mit einem Arzt verabreicht werden.


Die richtige Zahnpflege

Zur Vorbeugung von Karies ist die tägliche Zahnpflege unumgänglich. Bereits mit dem Durchbruch der ersten Zähne sollte die Zahnreinigung beispielsweise durch Abtupfen mit einem Wattestäbchen oder Mull-Läppchen beginnen. Mit dem Durchbrechen der Backenzähne etwa im 16. bis 18. Lebensmonat ist es ratsam, die Zähne zweimal täglich mit einer speziellen Kinderzahnbürste zu putzen. Es empfiehlt sich, dass Eltern ihre Kinder möglichst häufig beim eigenen Zähneputzen zuschauen lassen, da Kinder Erwachsene sehr gerne nachahmen. Ab einem Alter von etwa drei Jahren kann Zahnpasta genutzt werden – vorher können die Kinder diese nicht zuverlässig ausspucken und verschlucken sie stattdessen. Bis zum Schulalter ist eine spezielle Kinderzahnpasta sinnvoll.

Für gesunde Zähne spielen neben der richtigen Zahnpflege auch eine ausgewogene und zuckerarme Ernährung, der Verzicht auf gesüßte Getränke und Dauernuckeln sowie die Anwendung von Fluoriden zur Härtung des Zahnschmelzes eine wichtige Rolle. In den ersten drei Lebensjahren ist es daher üblich, dass Kinder in niedriger Dosis täglich Fluorid in Form von Tabletten oder Tropfen, eventuell in Kombination mit Vitamin D, verabreicht bekommen. Fluorid beschleunigt die Wiedereinlagerung von Mineralien in den Zahnschmelz und verbessert die Säureresistenz des Zahnschmelzes – beides beugt Karies vor.



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Quellen:
Largo, Remo H.: Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. Piper, München 2007
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kindergesundheit-info.de (Stand: Oktober 2008)
Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.: www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: Dezember 2008)

 

Autor: Theresa Nikley 
Letzte Änderung am: 22.12.2014
 
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