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Zahnschmerzen

Zahnschmerzen gehören für jeden von uns zu den unangenehmsten Schmerzen, da sie ihren Ursprung in der Nähe der so genannten Sinnesorgane haben. Unter Zahnschmerzen bzw. Schmerzen im Kopf- und Halsbereich mit der Nähe zu Augen, Ohren, Nase und Mund leidet man generell sehr viel mehr als bei Schmerzen an den Extremitäten (Arme, Beine), selbst wenn die Schmerzstärke nicht größer ist. Selbst kleine Irritationen werden als belastend empfunden.

Wie entsteht Schmerz?
Bei Verletzungen oder Entzündungen werden aus dem betroffenen Gewebe (zum Beispiel Zahnfleisch, Zahnnerv, Kieferknochen) körpereigene Botenstoffe (kleine chemische Moleküle) freigesetzt, die durch das Gewebe wandern und sich eine Bindungsstelle an den "Schmerznerven" (Nozizeptoren) suchen. Finden diese Botenstoffe entsprechende, für sie selber genau passende (wie ein Schlüssel zu einem Schloss passt) Bindungsstellen, wird der "Schmerznerv" aktiviert und überträgt diese Aktivierung bis zum Gehirn. Im Gehirn wird dieser chemisch-elektrische Reiz als Schmerz wahrgenommen.

Je größer, desto schlimmer
Je größer die Verletzung oder Entzündung ist, desto mehr Botenstoffe werden im betroffenen Gewebe frei gesetzt und desto mehr "Schmerznerven" können aktiviert werden. Entsprechend verstärken sich die Reize, die im Gehirn als Schmerz wahrgenommen werden.

Wie lassen sich Zahnschmerzen verhindern?
Selbstverständlich ist wie fast überall Vorbeugung die beste Methode. Der menschliche Körper ist eine sehr anfällige Konstruktion der Natur, die gut gepflegt werden muss, damit man Schäden verhindern oder verzögern kann. Trotzdem kann es selbst bester Vorbeugung irgendwann zu Schäden kommen, auf die der Körper in aller Regel mit dem Warnsymptom "Schmerz" aufmerksam macht. Nur die Beseitigung des Auslösers (Heilung der Verletzung, Abklingen der Entzündung) kann eine dauerhafte Schmerzbeseitigung erreichen. Und für die Übergangsphase, das heißt bis zur dauerhaften Heilung, können Schmerzmedikamente (Analgetika) eine vorübergehende Schmerzlinderung oder gar eine Schmerzbefreiung bringen.


Ursachen

Zahnschmerzen haben prinzipiell verschiedene Ursachen. Der Mechanismus bei Zahnschmerzen ist jedoch folgender: die Nerv-Versorgung des Zahns ist für die Schmerzsituation verantwortlich, welche sich bis ins Dentin erstreckt. Die äußerste Schicht, der Zahnschmelz, ist unempfindlich, aber für bestimmte Einflüsse wie beispielsweise Kälte durchlässig.

Verletzungen und Entzündungen
Zahnschmerzen werden meist durch kleine Verletzungen oder Entzündungen im Bereich von Zähnen und Zahnfleisch verursacht. Parodontose ist eine solche Entzündung, die zu schmerzhaften Veränderungen des Zahnfleisches führt. Aber auch Karies, wo es zu winzigen Verletzungen (Löchern) des Zahnschmelzes kommt, ermöglicht Bakterien, in den Zahn vorzudringen und schließlich eine Entzündung am Zahnnerv zu verursachen.

Karies und Pulpitis
Die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen sind Karies und/oder eine Nerv-Entzündung (Pulpitis):

  • Karies stellt eine Zerstörung bzw. Auflösung der Zahn-Hartsubstanz dar, die schmerzhaft sein kann, sobald sie das Dentin erreicht.

  • Pulpitis ist eine Entzündung der Pulpa ("Nerv-Entzündung"); sie kann durch Karies oder Krafteinwirkung (Trauma) entstehen. Man unterscheidet eine reversible und eine irreversible Pulpitis.

  • Eine reversible Pulpitis kann nach Beseitigung der Ursache wieder abklingen oder aber in eine irreversible Pulpitis übergehen. In erstem Fall reagiert der Zahn noch auf Kälte. Liegt eine irreversible Pulpitis vor, reagiert der Zahn häufig nicht auf den Kältetest.

  • Eine irreversible Pulpitis sollte in jedem Fall mit einer Wurzelfüllung versorgt werden. Geschieht dies nicht, kann sich die Entzündung über die Wurzelspitze in den Knochen ausbreiten, und es entsteht eine apikale Parodontitis bzw. eine apikale Zyste.

Operationen
Selbstverständlich können alle diese Abläufe von der Verletzung bis zur Schmerzwahrnehmung auch durch einen zahnchirurgischen Eingriff (Operation) verursacht werden. Ebenso kommen alle hier beschriebenen Situationen in gleicher Weise bei anderen Geweben im gesamten Körper vor. Eine Schnittwunde durch ein Küchenmesser am Daumen bewirkt durch die Verletzung und Entzündung des Gewebes und die Freisetzung der Botenstoffe letztendlich nichts anderes als die "Verletzung" des Zahnschmelzes durch Karies oder die Operationswunde nach einem gezogenen Zahn.

Autor: Dr. med. Dr. med. dent. Stefan Berg http://www.dr-dr-stefan-berg.de

 

Autor: Dr. med. Dr. med. dent. Stefan Berg 
Letzte Änderung am: 23.03.2012
 
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