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Zecken auf dem Vormarsch

Zecken besonders aktiv?

Zecken auf dem Vormarsch          

Zecken auf dem Vormarsch Jedes Jahr aufs Neue beginnt im Frühling die Zeckensaison. Denn wenn die Temperaturen ansteigen, erwachen die kleinen Krabbeltiere aus ihrem „Winterschlaf“ und machen sich auf die Suche nach einem geeigneten Wirt. In diesem Jahr wurde infolge der milden Temperaturen besonders früh ein steiler Anstieg der Zeckenaktivität verzeichnet. 

Zecken gehören zur Ordnung der Milben. In unseren Breitengraden ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) die am weitesten verbreitete Zeckenart. Die kleinen Parasiten ernähren sich von Blut – mit ihren speziellen Mundwerkzeugen stechen sie zu und saugen sich an ihrem Wirt fest. Das Problem: Während des Blutsaugens können sie verschiedene Krankheitserreger übertragen. In Deutschland zählen die Borreliose und die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu den häufigsten Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden. Die Gefahr, sich infolge eines Zeckenstiches mit der Borreliose zu infizieren, besteht in ganz Deutschland. Im Gegensatz dazu tritt die durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung vor allem in bestimmten Risikogebieten (v. a. in Süddeutschland) auf, da in diesen Landstrichen die Verseuchung der Zecken mit dem FSME-Virus besonders hoch ist.

Hohe Zeckenaktivität infolge milder Temperaturen

Infolge der milden Temperaturen waren die Zecken selbst in den Wintermonaten aktiv. Ungewöhnlich früh wurde auch ein steiler Anstieg der Zeckenaktivität festgestellt – in diesem Jahr bereits im Februar. So ist es nicht verwunderlich, dass das Robert-Koch-Institut für die ersten zwei Monate des Jahres bereist fünf Fälle von FSME vermeldete – eine ungewöhnlich hohe Fallzahl. Wie sich die Zeckenaktivität in den kommenden Monaten entwickeln werde, hänge Experten zufolge vor allem von den Wetterbedingungen ab.

Impfung gegen FSME

Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gibt es Impfstoffe. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung für Kinder und Erwachsene, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten. Diese Empfehlung gilt insbesondere auch auch für Menschen, die aus beruflichen Gründen besonders gefährdet sind (z. B. in der Landwirtschaft arbeitende Personen). Um sich vor einer Borreliose-Infektion zu schützen, sollten allgemeine Maßnahmen zum Schutz vor Zeckenstichen befolgt werden.

Experten-Tipps zum Schutz vor Zeckenstichen

Speziell bei Aufenthalt im hohen Gras, Gebüsch oder Waldgebieten können einige allgemeine Schutzmaßnahmen dabei helfen, Zeckenstiche zu vermeiden. Geeignete Kleidung wie geschlossene Schuhe, lange Hosen (Hosenbeine in die Socken stecken!) und Oberbekleidung mit langen Ärmeln kann dazu beitragen, die Zecken von der Haut fernzuhalten. Tipp: Auf hellen Kleidungsstücken lassen sich die Zecken leichter erkennen. Zusätzlich haben sich auch spezielle Insektenschutzmittel (Repellentien) als sinnvoll erwiesen – sie bieten einen zeitlich begrenzten Schutz für einige Stunden. Grundsätzlich sollte der Körper nach jedem Aufenthalt im Freien nach Zecken abgesucht werden. Falls tatsächlich eine Zecke zugestochen hat, kann sie so schnellstmöglich entfernt werden. Zu den typischen Einstichstellen zählen z. B. Kniekehle, Ellenbeuge, Achseln, Ohren, Hals oder Genitalbereich. Die getragene Kleidung kann durch sofortiges Waschen (bei mind. 60 ˚C) von Krabbeltieren befreit werden.


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Autor: Gesundheitsberatung.de 
Letzte Änderung am: 16.07.2014
 
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