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Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe gehören zu den Zuckerersatzstoffen
Sehr häufig werden die Süßstoffe mit den so genannten Zuckeraustauschstoffen verwechselt. Zuckeraustauschstoffe sind - anders als die Süßstoffe - Energielieferanten. Zuckeraustauschstoffe sind nur etwa halb so "schwer" wie Zucker (Saccharose), aber sie sind auch nur etwa halb so süß. Mit ihren 2,4 Kalorien pro Gramm verwendet der menschliche Körper die Zuckeraustauschstoffe insulinabhängig. Diabetiker müssen daher Zuckeraustauschstoffe in die Brennwertberechnung mit einbeziehen.
Zuckeraustauschstoffe sind für eine kalorienreduzierte Ernährung daher weniger geeignet als Süßstoffe.

Zu den Zuckeraustauschstoffen für Diabetiker rechnet man auch den Fruchtzucker (Fructose). Er hat den gleichen energetischen Wert wie Zucker (etwa 4 Kalorien pro Gramm). Zuckeraustauschstoffe können abführend wirken, weil sie vom Dünndarm nicht vollständig aufgenommen werden und teilweise unverändert in den Dickdarm gelangen. Sie binden dort Wasser und können bei einer erhöhten Aufnahme zu Blähungen und Durchfall führen.
Zuckeraustauschstoffe gibt es als Pulver (gut zum backen).

Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen

Die Lebensmittel mit mehr als 10% Zuckeraustauschstoffen müssen den Warnhinweis "kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" tragen.


Sorbit

Sorbit (E 420), auch Sorbitol oder Glucitol, ist ein Zuckeraustauschstoff. In der Lebensmitteltechnik wird Sorbit mithilfe von Enzymen aus Glukose hergestellt und wird für zuckerfreie oder zuckerreduzierte Süßigkeiten, Diabetikerlebensmittel und Backwaren verwendet. Sorbit wird vom Körper langsam resorbiert, es kann Wasser binden und wird grundsätzlich als unbedenklich eingestuft.

Die Süßkraft von Sorbit entspricht etwa der Hälfte der Süßkraft von Zucker.
Sorbit eignet sich für die Ernährung bei Diabetes mellitus, weil seine Verwertung kein Insulin benötigt. Sorbit ist koch- und backfest. In der Lebensmittelherstellung wird Sorbit auch als Feuchthaltemittel eingesetzt, da es feuchtigkeitsstabilisierende Eigenschaften besitzt und somit Lebensmittel (z.B. Senf, Mayonnaisen, Toast, Biskuit) vor dem Austrocknen schützt. Sorbit greift die Zähne nicht an. Größere Mengen wirken abführend.

Sorbitunverträglichkeit
In seltenen Fällen kommt es zu einer Sorbitunverträglichkeit. Bei dieser Erkrankung ist die Verwertung von Sorbit im Dünndarm ganz oder teilweise unmöglich. Menschen mit Fruktoseintoleranz dürfen Sorbit nicht verwenden, da Sorbit im Körper wie Fruktose (Fruchtzucker) abgebaut wird.
Ist eine Sorbitunverträglichkeit bzw. eine Fruktoseintoleranz diagnostiziert, sollte man Produkte, deren Hauptanteil aus dem Zuckeraustauschstoff Sorbit besteht, insbesondere Diabetikernahrungsmittel und Diät-/Lightprodukte meiden. Besonders ist hier darauf zu achten, dass in fast allen herkömmlichen Zahnpflegemitteln, zahnpflegenden Kaugummis und Lutschpastillen Sorbit enthalten ist.


Mannit

Mannit (E 421), ein Zuckeraustauschstoff, welcher in zahlreichen Pflanzen vorkommt, vor allem im Saft der Manna-Esche (eine Eschenart), Algen und Pilzen oder aus gentechnisch verändertem Mais. Mannit wird nicht wie Sorbit aus Glukose, sondern aus Fruktose hergestellt. Da Mannit teurer ist, wird es nur begrenzt als Zuckeraustauschstoff eingesetzt. Die Süßkraft von Mannit beträgt etwa ein Drittel bis die Hälfte der Süßkraft von Zucker. Der Geschmack ähnelt dem von Haushaltszucker.

Mannit ist für die Ernährung von Diabetikern geeignet. Zwar liefert Mannit ebenso viel Kalorien (1g=17 kJ) wie Haushaltszucker, benötigt jedoch kein Insulin zum Abbau.

Mannit greift die Zähne nicht an. Bei übermäßigem Verzehr kann es zu Durchfall und Blähungen kommen. Bei empfindlichen Personen kann durch Mannit Erbrechen ausgelöst werden. Es wird von der Aufnahme von mehr als 50g täglich abgeraten. In der Medizin wird Mannit als Abführmittel verwendet.

Mannit ist oft in Vitamin- und Brausetabletten enthalten.


Isomalt

Isomalt (E 953), ein Zuckeraustauschstoff, wird synthetisch-enzymatisch aus der Saccharose des Rübenzuckers hergestellt, vor allem zur Herstellung von kalorienreduzierten Lebensmitteln, Desserts, Speiseeis, Marmeladen, Brotaufstrichen, Obstzubereitungen, Kaugummi, Süßigkeiten, Gebäck, Saucen und Senf. Höchstmengen existieren nicht.

Isomalt ersetzt Zucker im Mengenverhältnis 1:1 und unterscheidet sich dadurch wesentlich von Intensiv-Süßstoffen. Isomalt hat nur halb soviel Kalorien wie Zucker, da es vom Organismus nur zu etwa 50% energetisch genutzt wird.

Die Bakterien im Mund können Isomalt nicht als Nahrung verwenden, deshalb kommt es nicht zur Produktion zahnschädigender Säuren.

Isomalt ist für Diabetiker geeignet, weil die körpereigenen Enzyme Isomalt nur in geringerem Maße und wesentlich langsamer spalten können, als herkömmlichen Zucker. Deshalb steigen Glucose- und Insulinspiegel im Blut nach dem Verzehr isomalthaltiger Produkte viel langsamer und schwächer an.

Übermäßiger Genuss von Isomalt kann abführend wirken, deshalb müssen Lebensmittel mit mehr als 10% Gehalt an Zuckeraustauschstoffen den Warnhinweis tragen: "kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken".

Isomalt ist in vielen Produkten enthalten wie z.B. Vivil, Wick, Wrigley's Kaugummi, Atemgold plus, Hustinetten, Ricola, Odol med3 und v.a.m..


Xylit

Xylit (E 967), ein Zuckeraustauschstoff, kommt in vielen Pflanzen vor und entsteht außerdem im menschlichen Körper als Zwischenprodukt im Glukosestoffwechsel. Die Herstellung erfolgt auf chemischem Wege aus Holzzucker (Xylose). Xylit erzeugt auf der Zunge einen Kühleffekt und verstärkt erfrischende Geschmacksrichtungen wie z.B. Menthol. Ansonsten wird Xylit wie Isomalt verwendet.

Xylit hat nur halb soviel Kalorien wie Zucker, da es vom Organismus nur zu etwa 50% energetisch genutzt wird. Sie Süßkraft kommt der von Haushaltszucker sehr nahe.

Die Bakterien im Mund können Xylit nicht als Nahrung verwenden, deshalb kommt es nicht zur Produktion zahnschädigender Säuren.

Xylit ist für Diabetiker geeignet, weil die körpereigenen Enzyme Xylit nur in geringerem Maße und wesentlich langsamer spalten können, als herkömmlichen Zucker. Deshalb steigen Glucose- und Insulinspiegel im Blut nach dem Verzehr xylithaltiger Produkte viel langsamer und schwächer an. Es sollte aber trotzdem in die Brennwertberechnung mit aufgenommen werden.
Xylit wird vor allem in Kaugummis und als Feuchthaltemittel in Zahnpasten eingesetzt.

Übermäßiger Genuss von Xylit kann abführend wirken und Blähungen und Durchfälle verursachen.


Maltit

Maltit (E965), ist ein Zuckeraustauschstoff, der durch chemisch-enzymatischer Verzuckerung aus Kartoffel- oder Maisstärke gewonnen wird. Die Substanz besitzt vergleichbare Eigenschaften wie das Isomalt. Andere Bezeichnungen sind Malbit® oder Lycasin® (Maltitsirup).

Maltit ist im Geschmack weniger süß ist als Haushaltszucker und enthält etwa nur halb so viele Kalorien. Maltit muss daher von Diabetikern in ihre Brennwertberechnung einbezogen werden. Da der Verzehr nur zu einem sehr geringen Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels führt, ist Maltit für Diabetiker geeignet.

Bei Tagesdosen von mehr als 30-50 g (Erwachsene) oder 20 g (Kinder) können Durchfälle oder Blähungen auftreten. Deshalb wird vom täglichen Verzehr von über 30 g bzw. 20 g bei Kindern abgeraten.

Maltit wird u.a. verwendet für Desserts aller Art, Speiseeis, Marmeladen, Brotaufstriche, Obstzubereitungen, Kaugummi, Süßwaren, Saucen, Senf. Maltit und Süßstoffe werden häufig kombiniert, um seinen metallischen Beigeschmack zu überdecken.


Laktit

Laktit (E 966), ein Zuckeraustauschstoff, der auf der Basis von Laktose (Milchzucker) gewonnen wird. Die Substanz besitzt vergleichbare Eigenschaften wie das Isomalt.

Laktit hat nur halb soviel Kalorien wie Zucker, da es vom Organismus nur zu etwa 50% energetisch genutzt wird. Es ist gut löslich und lagerfähig. Süßstoffe wie z.B. Aspartam, gemischt mit Lactit, erhöhen die Wirkung der eingesetzten Aromastoffe und bewirken eine Süßkraftsteigerung.

Die Bakterien im Mund können Laktit nicht als Nahrung verwenden, deshalb kommt es nicht zur Produktion zahnschädigender Säuren.

Laktit ist für Diabetiker geeignet, weil die körpereigenen Enzyme Laktit nur in geringerem Maße und wesentlich langsamer spalten können, als herkömmlichen Zucker. Deshalb steigen Glucose- und Insulinspiegel im Blut nach dem Verzehr laktithaltiger Produkte viel langsamer und schwächer an.

Übermäßiger Genuss von Laktit kann abführend wirken.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 18.12.2007
 
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