Ausführliche Beratung

Eine gute Beratung erwartet jeder Patient von seinem Zahnarzt. Nimmt er sich genügend Zeit für mich? Erklärt er mir, welche Behandlung ich benötige und wie diese aussieht? Um die Qualität eines Zahnarztes zu beurteilen, bietet sich daher die erste Beratungssitzung an. Zu einer verantwortlichen Beratung eines qualifizierten Zahnarztes gehören immer eine ausführliche Befragung und Untersuchung sowie eventuell weitere Maßnahmen.

Befragung

Ein guter Zahnarzt befragt Sie nach

  • dem Zweck des Besuches und den Erwartungen,
  • allgemeinmedizinischen Risiken und Erkrankungen,
  • möglichen Allergien,
  • eingenommenen Medikamenten,
  • vorangegangenen zahnärztlichen oder kieferorthopädischen Behandlungen,
  • früheren Röntgenuntersuchungen und deren Verbleib.

Untersuchung

Jeder gute Zahnarzt wird sich bei einem ersten Besuch im Rahmen einer Beratung die Zeit zur Klärung der oben genannten Punkte nehmen. Erst danach beginnt er mit der eigentlichen Untersuchung des Patienten. Diese sollte sich aus den folgenden Punkten zusammen setzen:

  • Untersuchung und Beschreibung aller Zähne und des vorhandenen Zahnersatzes,
  • erste grobe Erfassung des Zustandes des Halteapparates durch eine orientierende Messung an festgelegten Zähnen,
  • Untersuchung der angrenzenden Schleimhaut von Zunge, Wangen und Gaumen,
  • erste grobe Einschätzung des Zusammenbisses durch Betrachtung der Zahnreihen im geschlossenen Zustand und Funktion beim Gleiten,
  • Abtasten der Kiefergelenkköpfe von außen bei der Öffnungsbewegung des Mundes.

Weitere Maßnahmen

Nach den Routine-Untersuchungen können weitere Maßnahmen folgen. Zu ihnen können möglicherweise gehören:

  • Abformungen zur Modellherstellung für eine Planung,
  • Röntgenuntersuchungen,
  • Erstellung eines genauen Befundes des Zahnhalteapparates mit eingehender Taschenmessung aller Zähne,
  • eine genaue Analyse des Zusammenbisses.

Bei Schmerzen: erst behandeln, dann beraten!

Es versteht sich von selbst, dass die oben genannten Schritte bei akuten Schmerzen abgekürzt werden. Nach Reduzierung der Beschwerden können sie dann nachgeholt werden. Kennen sich Zahnarzt und Patient schon lange, kann man oft sehr zügig zur Problembeseitigung schreiten. Bei sehr umfangreichen Zahnsanierungen und Behandlungsplanungen, wie zum Beispiel bei Implantatberatungen oder Beratungen über ästhetisch sehr aufwendigen Zahnersatz, sollten Modellstudien, die so genannten Wax-ups, nicht fehlen. Dazu wird dem Patienten die spätere Lösung auf dem Modell seines derzeitigen Gebisses als Simulation vorgeführt. Solch vorbereitende Beratungssitzungen können sich manchmal über zwei bis drei Termine erstrecken.

Wichtig: intensive Erstberatung

Die Erstberatung, bei der sich Zahnarzt und Patient kennen lernen, dauert im Idealfall zwischen 20 und 60 Minuten. Häufig kann sie sich auch in mehreren Sitzungen bis zu zwei Stunden erstrecken. Jede gründliche Beratung ist für einen Zahnarzt ein kostenintensives Zuschussgeschäft, ähnlich wie die Prophylaxe. Doch nur aus diesem Grund auf sie zu verzichten, entspräche einer Milchmädchenrechnung, die eines Zahnarztes nicht würdig sein sollte. Denn in der Gesamtbetrachtung ist sie der Schlüssel zu einer erfolgreichen Tätigkeit.