Vitamin B3 Kapsel

Vitamin B3 (Niacin / Niacinamid) – Der Lipidsenker

Das wasserlösliche Vitamin B3 hat auch die Bezeichnungen Niacin, Nicotinsäure, Niacinamid oder Nicotinsäureamid. Primär dient es dem Wohlergehen der Haut und dem Fettstoffwechsel.

Hauptvorkommen in der Natur

In vielen verschiedenen Lebensmitteln, es kann auch aus Tryptophan, einem Eiweißbestandteil (Aminosäure), gewonnen werden.

Interaktionen

  • Leucin (Aminosäure)
    Hohe Dosen können die Niacin-Metabolismus (Stoffwechsel) stören.
  • Riboflavin (Vitamin B2)
    Essentieller Co-Faktor bei der Biosynthese von Niacin aus Tryptophahn; Riboflavin-Mangel stört die Niacin-Bildung.
  • Tryptophan
    Vorläuferprodukt in der Niacin-Biosynthese.
  • Vitamin B6
    Essentieller Co-Faktor bei der Biosynthese von Niacin aus Tryptophan; Vitamin B6-Mangel stört die Niacin-Biosynthese.

Funktionen

Niacin ist für die Gesundheit der Haut von großer Bedeutung: Niacin regelt den Feuchtigkeitsgehalt der Haut und unterstützt die Kollagenbildung. Die Spannkraft und Elastizität der Haut ist wesentlich von der ungestörten Kollagenbildung abhängig. Steht dem Körper zu wenig Niacin zur Verfügung können die für die Pellagra-Erkrankung typischen, sonnenbrandartigen Hautveränderungen auftreten. Auch für die Stabilität des Nervensystems ist ein ausreichendes Niacinangebot sehr wichtig. Botenstoffe des Nervensystems, die so genannten Neurotransmitter, sind unbedingt auf den Niacin angewiesen.

Die Rolle, die Niacin für den Fettstoffwechsel spielt, ist am besten wissenschaftlich untersucht. Es ist bekannt, dass Niacin den Fettstoffwechsel günstig beeinflusst und vor allem das HDL-Cholesterin erhöhen kann. Das HDL-Cholesterin wird auch als „gutes Cholesterin“ bezeichnet. Auch das Verdauungssystem profitiert von Niacinwirkungen. Niacin ist an der Produktion von Salzsäure beteiligt, ohne die die Verdauung schlecht funktioniert. Die normale Ausschüttung von Gallenflüssigkeit und Magensekret kann ohne Niacin nicht ungestört stattfinden. Für die Produktion von Sexualhormonen ist gleichfalls ein ausreichendes Niacinangebot die Voraussetzung.

Vitamin B3 wird in neuester Zeit als Inhibitor für Tumorerkrankungen diskutiert. Es gibt inzwischen auch zahlreiche Hinweise für einen günstigen Einfluss von Nicotinamid auf Herzerkrankungen. Beispielsweise vermindert Nicotinamid die Syntheserate von Lipoprotein (a). Dies dürfte der Hauptgrund für die vorbeugende Wirkung gegenüber Herzerkrankungen sein. In der Ernährungsmedizin und der orthomolekularen Medizin werden höhere Niacin-Dosen (zusammen mit Vitamin B6 und Vitamin C) insbesondere zur Behandlung von psychischen Störungen eingesetzt. Depressionen, Demenz sowie Schizophrenien werden mit Niacin behandelt. Die Erfolge der Behandlung sind eigentlich nicht überraschend, da die Pellagra als klassisches Bild des Niacinmangels gekennzeichnet ist durch depressive Psychosen und Demenz.

Empfohlene Tageszufuhr

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt:

AlterBedarf B3 mg/Tag (männlich)Bedarf B3 mg/Tag (weiblich)
Säugling: 0 bis unter 4 Monate22
Säugling: 4 bis unter 12 Monate55
Kind: 1 bis unter 4 Jahre77
Kind: 4 bis unter 7 Jahre1010
Kind: 7 bis unter 10 Jahre1212
Kind: 10 bis unter 13 Jahre1513
Kind: 13 bis unter 15 Jahre1815
15 bis unter 19 Jahre1713
19 bis unter 25 Jahre1713
25 bis unter 51 Jahre1613
51 bis unter 65 Jahre1313
65 Jahre und älter1313
Schwangere15
Stillende17

Ein Erwachsener braucht also täglich etwa 13-17 mg (Milligramm) Niacin. Diese Menge ist enthalten in:

  • 25 g getrockneten Pilzen oder
  • 90 g Weizenkleie oder
  • 100 g Erdnüssen oder
  • 150 g Sardinen oder
  • 4 Tassen Bohnen-Kaffee aus Röstbohnen

Risikogruppen

Bei eiweißarmer Ernährung oder Absorptionsstörungen.

Mangel

Kann zu Persönlichkeitsveränderungen, Durchfall, Depressionen und Hautveränderungen führen. Darüber hinaus zu Appetitlosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen.

Überdosierung

Eine Überdosierung kann Gichtanfälle und Hautrötungen hervorrufen.